Millionen-Projekt vorgestellt

So aufwendig soll der Neubau der Eisenbahnbrücke werden

So könnte es einmal aussehen: Der künftige Bahntunnel mit neuem Kreisverkehr auf der Ostseite des Bahnhofs.

So könnte es einmal aussehen: Der künftige Bahntunnel mit neuem Kreisverkehr auf der Ostseite des Bahnhofs.

Königs Wusterhausen. Zum Neubau der Eisenbahnbrücke in der Storkower Straße in Königs Wusterhausen haben Bahnvertreter erste Details vorgestellt. Im Rathaussaal in der Schlossstraße informierten sie am Dienstagabend über den voraussichtlichen Ablauf. Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, sich vorab informieren zu lassen.

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Noch sind es Entwürfe. Aber die Eckdaten des Mega-Projekts stehen fest. Absehbar sind auch schon die Folgen. „Wir erwarten erhebliche verkehrliche Einschränkungen“, sagte Projektleiter Gerald Springer von der Bahn. Die Storkower Straße wird vom 7. März bis zum 30. September 2024 gesperrt sein. Die Parkplätze auf beiden Seiten der Bahnstrecke sollen aber geöffnet bleiben. Der neue Tunnel wird eine Durchfahrthöhe von 3,70 Meter haben. Die RVS-Busse und die Feuerwehr werden ihn passieren können. Für den Schwerlastverkehr soll er aber tabu sein.

Bahntunnel KW Neu

Info-Veranstaltung in Königs Wusterhausen zum Neubau der Eisenbahnbrücke in der Storkower Straße ab 2022

Die Fahrbahnen werden jeweils 4,25 Meter breit sein, an den Rändern gibt es Streifen für Radfahrer. Außerdem sind Gehwege auf beiden Seiten geplant. Der Fußgängertunnel neben dem Straßentunnel verschwindet. Die Unterführung für Fußgänger ist übrigens schon 1898 errichtet worden, wie bei der Präsentation im Rathaussaal zu erfahren war. Die Widerlager der benachbarten Eisenbahnbrücke stammen von 1900. Der Überbau ist von 1951.

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Der Brücken-Neubau ist aber nur ein Teil des Projekts. Der Nordkopf des Bahnhofs wird erweitert. Das Stellwerk wird abgerissen, über den Nottekanal wird eine neue Brücke gebaut, eine neue Weiche soll den Zugverkehr verbessern. Ein zweites Gleis ist aber nicht vorgesehen.

Auf der Ostseite des Bahnhofs entsteht noch ein weiterer Kreisverkehr. Neben der langen Straßensperrung wird es mehrwöchige Sperrungen des Bahnverkehrs geben. Vom 22. April 2022 bis 5. Juni 2022 fahren keine S-Bahnen, der Fernbahnverkehr nach Berlin wird ebenfalls eingestellt. Im Sommer 2023 soll der Bahnverkehr noch einmal für mehrere Wochen unterbrochen werden.

Rolf Bollensdorf, Besucher der Infoveranstaltung zum Neubau der Eisenbahnbrücke in der Storkower Straße

Rolf Bollensdorf, Besucher der Infoveranstaltung zum Neubau der Eisenbahnbrücke in der Storkower Straße.

Die Baukosten sollen mindestens 20 Millionen Euro betragen. Bahn, Land, und Stadt teilen sich die Kosten. Es ist aber noch nicht klar, wie sie verteilt werden.

Besucher forderten eine bessere Lösung für Radfahrer im neuen Tunnel. „Das haben Sie nicht gut gemacht“, sagte ein Zuhörer. Es gab den Vorschlag, nur auf einer Seite einen Gehweg anzulegen, um so mehr Platz für Radwege zu haben. Der zuständige Sachgebietsleiter im Rathaus, Peter Wachholz, hält das für keine gute Lösung. „An so stark befahrenen Straßen sollten wir beidseitig Gehwege anbieten“, sagte er.

Kritik hagelte es für die Ankündigung, dass kein zweites Bahngleis gebaut werden soll. „Was ist das denn für ein Quatsch“, kommentierte ein Besucher. Laut Projektleiter Gerald Springer würde das den Kostenrahmen sprengen. „Der komplette Bahnhof müsste umgebaut werden.“ Besucher Rolf Bollensdorf konnte das nicht verstehen. „Das ist nichts Halbes und nichts Ganzes. Wir brauchen zwei Ferngleise“, sagte er.

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Jan-Peter Haack von der Deutschen Bahn moderierte den Bürgerdialog

Jan-Peter Haack von der Deutschen Bahn moderierte den Bürgerdialog.

„Wir haben es verstanden“, sagte Moderator Jan-Peter Haack zum Abschluss. Er wolle aber keine Hoffnungen machen, dass Hinweise berücksichtigt würden. Die fertigen Planungsunterlagen sollen noch dieses Jahr veröffentlicht werden. Haack verwies darauf, dass Einwände im Anhörungsverfahren noch eingebracht werden können.

Von Frank Pawlowski

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