Schulzendorf

Tanja Kasischke liest aus Kinderbüchern

Tanja Kasischke liest bis zu 100 Bücher pro Jahr. Die Journalistin ist Expertin für Kinder- und Jugendliteratur.

Tanja Kasischke liest bis zu 100 Bücher pro Jahr. Die Journalistin ist Expertin für Kinder- und Jugendliteratur.

Schulzendorf. Statt Mathe stand für die 5b der Grundschule Schulzendorf am Mittwochmorgen Gruseln mit Tanja Kasischke auf dem Stundenplan. Die Journalistin und Autorin hatte nach der Hofpause zur "Auslese" in die Bibliothek im Erdgeschoss der Schule geladen.

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Im Auftrag des Friedrich-Bödecker-Kreises tourt sie durch die Region, um aktuelle Kinder- und Jugendbücher vorzustellen und Schüler ans Lesen heranzuführen. "Ich lese um die 100 Bücher im Jahr", stellte sich die Redakteurin für Kindermedien vor. Die Zehn- und Elfjährigen staunten. "Das ist mein Beruf, ich bin im Training. Drei Bücher pro Woche sind für mich normal", sagte Tanja Kasischke.

Leseliste mit bis zu 12 Titeln

Welches Buch wird Tanja Kasischke dieses Mal aus Ihrem Bücher-Sack hervorholen

Welches Buch wird Tanja Kasischke dieses Mal aus Ihrem Bücher-Sack hervorholen? Tanja Kasischke weiß, wie man Kinder fürs Lesen begeistert.

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Jedes Jahr erstellt sie eine Liste mit bis zu 12 Kinderbüchern, die ihr gut gefallen haben. „Ich berücksichtige Bücher, die nicht schon jeder zu Hause hat und die in der Buchhandlung nicht in der ersten Reihe stehen“, sagte Kasischke. Auch neue Autoren empfiehlt die Journalistin auf ihrer Auslese-Tour gern weiter.

Am Mittwoch hatte sie die Gruselgeschichte „Das Tentakel-Spektakel“, der Auftakt-Titel der Gruselreihe „S.P.U.K. - Sammler paranormaler Unregelmäßigkeiten“ des schottischen Kinderbuch-Autors Barry Hutchison, im Gepäck. Bevor sie mit dem Vorlesen begann, wollte Tanja Kasischke wissen, wie den Schülern das Cover gefällt und ob sie das Buch aus dem Regal nehmen würden.

Es ist schlagartig still in der Bibliothek

Der Deckel zeigt den Protagonisten Denzel und dessen ungewöhnlichen Freund Schmitti. Denzel steht auf dem Kopf, ein Fangarm fesselt seinen Fuß. Schnell sind sich die Fünftklässler einig: Das mysteriöse Cover macht neugierig. Als Tanja Kasischke zu lesen beginnt, ist es schlagartig still in der Bibliothek. Die Kinder lauschen gebannt, wie Denzel zu Beginn des Buchs seine erste Begegnung mit einem Geist hat.

Bei den Fünftklässlern kam die Vorlesestunde mit der Journalistin gut an

Bei den Fünftklässlern kam die Vorlesestunde mit der Journalistin gut an.

Der Junge sitzt über seinen Hausaufgaben, als er bemerkt, dass in einer Zimmerecke lange Tentakeln klemmen. Er kann gerade noch in Sicherheit springen, als die Wand explodiert. Die S.P.U.K.-Geisterjäger (dahinter verbergen sich Samantha und Boyle, die ungefähr in Denzels Alter sind) stürmen sein Wohnzimmer. Danach ist nichts mehr, wie es vorher war.

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Das Buchcover ist entscheidend

Warum Tanja Kasischke ausgerechnet diese Geschichte ausgewählt hat? „Hinter der Folie eine Spukgeschichte steckt in Wahrheit eine Geschichte über Freundschaften“, verriet die Jugendbuch-Kennerin. In der Altersstufe orientiere sich das kindliche Wertesystem neu: „Freunde werden immer wichtiger. Eltern stehen dabei nicht mehr an oberster Stelle.“

Ob Abenteuer-, Gruselromane oder Klassiker wie „Hanni und Nanni“: Für Tanja Kasischke ist nicht entscheidend, welche Geschichten die Kinder lesen, sondern dass sie lesen. „Ganz wichtig ist die Gestaltung des Covers“, weiß die Kinderbuch-Expertin. Unabhängig davon, ob die Geschichte gut ist – wenn das Cover optisch nicht ankommt, fällt es bei den jungen Lesern von vornherein durch, sagt sie.

Barry Hutchisons „S.P.U.K“-Geschichte kam jedenfalls gut an: Vorsichtshalber hinterlegt Tanja Kasischke für die Schüler gleich ein Exemplar zum Ausleihen in der Bibliothek.

Von Josefine Sack

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