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Solidarität mit der Ukraine

Ukraine-Krieg: In LDS will der Verein KJV will Helfende und Geflüchtete zusammenbringen

Sozialarbeiter Sebastian Janz vom Kinder- und Jugendverein mit Sitz in Wildau (KJV): Der KJV will Hilfsangebote für Geflüchtete aus der Ukraine vor Ort koordinieren.

Sozialarbeiter Sebastian Janz vom Kinder- und Jugendverein mit Sitz in Wildau (KJV): Der KJV will Hilfsangebote für Geflüchtete aus der Ukraine vor Ort koordinieren.

Wildau. Unzählige Flyer in Gelb und Blau, den Farben der ukrainischen Flagge, hat der Kinder- und Jugendverein mit Sitz in Wildau (KJV) in den vergangenen Tagen drucken lassen – auf Deutsch und Ukrainisch.

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Unter dem Motto "Helfende Hände für Geflüchtete aus der Ukraine" will der KJV einen Beitrag für die Koordination von Hilfsangeboten vor Ort leisten. Wie das geschehen soll und was in den nächsten Wochen geplant ist, darüber hat die MAZ mit Sebastian Janz gesprochen.

KJV begleitet Flüchtlinge in Eichwalde, Schulzendorf, Wildau und Zeuthen

Der Sozialarbeiter ist für den KJV im Bereich der Migrationsarbeit tätig und betreut Geflüchtete in Eichwalde, Schulzendorf, Wildau und Zeuthen. Nach 2015 ist es um Flüchtlinge in Deutschland deutlich ruhiger geworden. Ein Grund ist die weitgehende Schließung der Westbalkanroute und das EU-Türkei-Abkommen, wodurch deutlich weniger Asylsuchende nach Deutschland kommen.

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Arbeitslos ist Sebastian Janz allerdings nicht, im Gegenteil. Die Flüchtlinge sind noch immer da, sagt er. Der Sozialarbeiter besucht die Menschen in ihren Wohnungen und Unterkünften und weiß um ihre Lebenssituation. Die meisten seien gut angekommen und kommen im Alltag zurecht.

Das ist gut so. Denn in den nächsten Wochen und Monaten wird sich Sebastian Janz vorwiegend um die Neuankömmlinge aus der Ukraine, die vor Putins Angriffskrieg nach Deutschland fliehen, kümmern müssen.

Schnappschuss aus Eichwalde: Eine selbst gemalte Friedenstaube hängt im Schaufenster der Buchhandlung "KOMMA" von Anette Sticker in der Bahnhofstraße.

Schnappschuss aus Eichwalde: Eine selbst gemalte Friedenstaube hängt im Schaufenster der Buchhandlung "KOMMA" von Anette Sticker in der Bahnhofstraße.

Datenbank zur Vermittlung von Wohnraum für Ukraine-Flüchtlinge

Um die Unterbringung und Hilfe für die Ukrainerinnen und Ukrainer zu koordinieren, hat der KJV eine eigene Datenbank erstellt. Unter https://www.kjv.de/zews-hilft/ können sich Helferinnen und Helfer aus der Region registrieren, etwa wenn sie Wohnraum zur Verfügung stellen möchten. "Es geht darum, Beratung und Unterstützung für Helfende anzubieten, die Familien aus der Ukraine aufnehmen wollen oder aufgenommen haben", sagt Sebastian Janz. Derzeit gesucht würden auch Menschen mit wichtigen Kompetenzen wie Sprachkenntnissen und fachlichem Know-how. Das Motto lautet: Wer braucht etwas, wer bietet etwas? "Wir suchen Helfende und wollen sie mit Ukrainerinnen und Ukrainern zusammenbringen, die diese Hilfe gerade gebrauchen können", erläutert er.

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Anlaufstelle für Ukrainerinnen und Ukrainer in Eichwalde

Darüber hinaus solle ein Begegnungs- und Austauschraum für ankommende Ukrainerinnen und Ukrainer geschaffen werden. "Im ZEWS-Gebiet gibt es eine relativ lebendige ukrainisch und russisch sprechende Community", sagt Sebastian Janz. Zu Vor-Corona-Zeiten habe es etwa in der evangelischen Kirchengemeinde Eichwalde regelmäßige Treffen von Familien aus der Ukraine, Russland und Kasachstan gegeben. Durch die Corona-Pandemie sei der Austausch etwas eingeschlafen, so der Migrationsarbeiter. Ziel sei es nun, diesen Treffpunkt als Anlaufstelle zu reaktivieren.

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Anders als etwa die Syrer, Afghanen, Iraker und Migranten aus Afrika sowie aus Nicht-EU-Staaten des Balkans, die seit 2015/2016 in großer Zahl nach Deutschland kamen, genießen die Geflüchteten aus der Ukraine einen Sonderstatus. Die EU-Staaten hatten sich am 3. März darauf geeinigt, Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine schnell und unbürokratisch aufzunehmen. Zugleich werden den Schutzsuchenden Mindeststandards wie der Zugang zu Sozialhilfe und eine Arbeitserlaubnis garantiert.

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Schulpflicht, Kita-Platz: Kinder aus der Ukraine haben Anspruch

Damit haben ukrainische Kinder etwa auch einen Anspruch auf einen Kitaplatz beziehungsweise sind schulpflichtig. „Da werden jede Menge Fragen aufkommen und das in einem rasanten Tempo“, sagt Sebastian Janz. Wie viele Familien mit Kindern nach LDS kommen werden, wisse noch niemand. Die fehlende Kenntnis darüber mache es schwer, konkret zu planen.

In den Kommunen im ZEWS-Gebiet sei man dabei, mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern nach Lösungen zu suchen, etwa für den Fall, wenn die Menschen aus der Ukraine nicht mehr privat untergebracht werden können.

„Die Menschen sind nicht freiwillig hier und wollen sobald wie möglich wieder zurück. Aber kein Mensch weiß, wie sich die Lage in der Ukraine noch entwickelt“, sagt Janz.

Von Josefine Sack

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