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Wildau

Wildau: Bürgermeister-Kandidat Martin Stock gibt keine Wahlversprechen

Martin Stock vor dem Café 21.

Martin Stock vor dem Café 21.

Wildau. In Wildau wird am 28. August ein neuer Bürgermeister gewählt, fünf Männer treten zur Wahl an. Die MAZ stellt die Kandidaten vor. Sie trafen den Reporter an ihren jeweiligen Lieblingsorten in Wildau. Bei Einzelbewerber Martin Stock ist es ein Café.

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Das Café 21 in einer Werkhalle der früheren Wildauer Lokomotivenfabrik ist längst kein Geheimtipp mehr. Viele Gäste kommen gerne dorthin. Zu ihnen gehört auch Martin Stock, der sich mit dem MAZ-Reporter im Café verabredet hat. Es ist sein Wildauer Lieblingsort.

MAZ-Wahlforum am 16. August 2022

Zur Bürgermeisterwahl in Wildau veranstaltet die MAZ am 16. August 2022 ein öffentliches Wahlforum mit den fünf Bürgermeisterkandidaten Axel Corte, Enno von Essen, Frank Nerlich, Martin Stock und László Ungvári. Es findet im Volkshaus Wildau, Karl-Marx-Straße 36, statt. Beginn ist um 18 Uhr.

MAZ-Lokalchef Carsten Schäfer und MAZ-Reporter Frank Pawlowski moderieren die Veranstaltung. Sie stellen die Kandidaten vor und befragen zu ihren wichtigsten Zielen. Anschließend können die Besucher ihre Fragen an die Bürgermeisterkandidaten stellen.

Eine Anmeldung ist unter www.maz-online.de/WahlforumWildau2022 möglich, aber nicht erforderlich.

Die Bürgermeisterwahl in Wildau findet am 28. August 2022 statt. Termin für die mögliche Stichwahl ist der 18. September 2022. Der hauptamtliche Bürgermeister wird für acht Jahre gewählt.

Besonders haben es ihm die liebevollen Details angetan. Draußen auf einem Fensterbrett stehen zum Beispiel eine kuntsvolle Kanne, ein Teller und eine Schale aus Porzellan, eine hübsche Dekoration direkt über einem Gästetisch. „Ich liebe diese Kleinigkeiten“, sagt der 59-jährige Bamberger, der seit 1996 in Wildau lebt. Seinen fränkischen Akzent hat er beibehalten.

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Fasziniert vom Wildauer Werksgelände

Auch die Umgebung hat es ihm angetan. Ihn fasziniert die Architektur. Die alte Lokhalle 21 ist fabelhaft restauriert worden, wie zuvor schon die früheren Werkhallen, die heute zum Campus der Technischen Hochschule gehören. „Es ist traumhaft, was hier entstanden ist.“

Wir setzten uns nach draußen, bestellen Kaffee und Wasser. Martin Stock ist Politologe. Er kam 1991 nach Berlin, baute das Kolping-Bildungswerk mit auf. Er arbeitete als Gewerkschaftssekretär und war Geschäftsführer des Fleischerverbandes Berlin-Brandenburg. Für die Fleischer-Innungen Berlin und Brandenburg-Mitte, zu letzterer gehören Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming, führt er ehrenamtlich die Geschäfte.

Martin Stock an seinem Smart mit selbstgestalteter Wahlwerbung. Seine Wahlplakte hängt er erst in dieser Woche auf.

Martin Stock an seinem Smart mit selbstgestalteter Wahlwerbung. Seine Wahlplakte hängt er erst in dieser Woche auf.

Vor einigen Jahren gründete er eine Firma, die die konventionelle Landwirtschaft auf einen neuen Weg bringen will, wie er sagt. Es ist eines von mehreren Unternehmen, die er aus der Taufe hob. „Wenn ich etwas spannend finde, muss ich dabei sein“, sagt er über sich.

Seit vielen Jahren in der Wildauer Kommunalpolitik aktiv

In der Kommunalpolitik kennt sich Martin Stock bestens aus. Für die CDU saß er viele Jahre im damaligen Wildauer Gemeinderat, er war Sprecher des Kreisverbandes Dahme-Spreewald und gehörte dem Brandenburger Lansdesvorstand an. Er trat aus der Partei aus, weil er unzufrieden mit deren Bundespolitik war.

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Zwischenzeitlich war er in der FDP, für die er 2019 bei der Kommunalwahl kandidierte und für die er als Nachrücker in die Wildauer Stadtverordnetenversammlung einzog. Zur Bürgermeisterwahl tritt er als parteiloser Einzelbewerber an.

Keine polititischen Versprechen als Bügermeisterkandidat

Als wir auf seine Ziele zu sprechen kommen, sagt er unumwunden, dass er politische Versprechen nicht abgeben kann. In diesem Punkt, sagt er, unterscheidet er sich von den anderen Bürgermeisterkandidaten. „Sie legen einen ganzen Strauß von Ideen vor, die jeder unterschreiben kann, von denen ich aber sage: Das könnt ihr gar nicht beeinflussen.“

Als Bürgermeister habe er die Beschlüsse der Stadtverordneten umzusetzen. „Sie entscheiden, was gemacht wird,“, sagt er. Zwar könne er als Rathauschef eigene Vorschläge einbringen, doch „zu 95 Prozent“ führe er aus, was die Stadtpolitiker der Verwaltung aufgeben.

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„Ich bin Hauptverwaltungsbeamter, mein Thema ist das Rathaus“, sagt er. Personalführung, Arbeitsorganisation, Corona, Energiekrise – Martin Stock zählt eine lange Liste an Verwaltungsaufgaben auf. Die Kommunikation liegt ihm besonders am Herzen. So will er als Bürgermeister jeden Freitag per Video den Wildauern berichten, was sich in der Woche ereignet hat und woran die Verwaltung aktuell arbeitet. „Mit Chat-Funktion“, fügt er hinzu. Einwohner sollen direkt darauf reagieren können.

Stock will in Wildau die Dinge „ganz oder gar nicht“ machen

Bekannte hätten ihn gefragt, ob er sich die Bürgermeisterkandidatur wirklich antun wolle. Für Martin Stock stellt sich die Frage anders. In der ehrenamtlichen Kommunalpolitik wird ihm zu viel mit „heißer Nadel“ gestrickt, wie er sagt. Für Berufstätige seien die Aufgaben als Freizeitpolitiker nebenbei kaum noch zu bewältigen. Seinem eigenen Ansprurch, die Dinge „ganz oder gar nicht“ zu machen, werde er derzeit kaum gerecht. Daher wolle er das nun hauptamtlich machen.

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