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Bürgermeisterwahl in Wildau

MAZ-Wahlforum zur Bürgermeisterwahl in Wildau: Fünf Kandidaten auf einer Bühne

Wahlforum Bürgermeisterwahl Wildau

Wahlforum Bürgermeisterwahl Wildau

Wildau. Die Sonne durchflutet den Raum im Volkshaus in Wildau. Eine Zuschauerin wedelt sich mit einem Fächer Luft zu. Trotz der Hitze ist der Saal voll. Hier haben sich am Dienstagabend die fünf Bürgermeisterkandidaten vor der Wahl am 28. August beim MAZ-Wahlforum vorgestellt. Jeder einzelne von ihnen wollte die Wildauerinnen und Wildauer überzeugen, warum er den besten Bürgermeister abgeben würde. Dafür stellten sie sich den Fragen von MAZ-Lokalchef Carsten Schäfer, MAZ-Reporter Frank Pawlowski und vom Publikum.

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Die Bürgermeisterkandidaten in Wildau

Um Punkt 18 Uhr betraten die Kandidaten die Bühne: Axel Corte, Enno von Essen, Frank Nerlich, Martin Stock und László Ungvári. Was sie alle eint: die Parteilosigkeit. Abgesehen davon gehen die Kandidaten mit unterschiedlichen Ausrichtungen und Schwerpunkten ins Rennen. Von der Bebauung des Dahmeufers über die Erweiterung der Grundschule bis hin zu Grünflächen und bezahlbarem Wohnraum wurde kein Thema ausgespart. Trotzdem blieb die Diskussion sachlich und konstruktiv.

Das MAZ-Wahlforum vor der Bürgermeisterwahl in Wildau war gut besucht.

Das MAZ-Wahlforum vor der Bürgermeisterwahl in Wildau war gut besucht.

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Die eigentlichen Stars des Abends – das dürften die Kandidaten wohl neidlos zugeben – waren eine Sanduhr und ein Buzzer. Sie achteten unter Federführung von Carsten Schäfer auf eine gerechte Verteilung der Redezeit. Immer wieder tönte das Sirenengeräusch des Buzzers mit großer Autorität und zur Erheiterung aller durch den Raum. Nur zwei Minuten hatten die Bürgermeisteranwärter für ihre Vorstellung und eine Minute für die Beantwortung jeder Frage.

Axel Corte gegen steigende Mietpreise

Kandidat Axel Corte beim MAZ-Wahlforum in Wildau.

Kandidat Axel Corte beim MAZ-Wahlforum in Wildau.

Der 53-jährige Axel Corte, geboren in Halle/Saale, machte auf der Bühne klar: Er möchte sich als Bürgermeister vor allem auf die Erhaltung von bezahlbarem Wohnraum konzentrieren. „Ich will die steigenden Mietpreise verhindern.“ Dabei setzt er vor allem auf den städtischen Wohnungsbau. Die Preise von Wohnungen privater Investoren orientierten sich immer am Markt. Am Herzen liegt dem sachkundigen Einwohner für die Linke außerdem die Erhaltung und Pflege der Wildauer Grünflächen und die Verkehrssicherheit für Fußgänger – insbesondere Kinder und Jugendliche auf ihrem Schulweg. Hier würde auch die Planung eine zweite Schule helfen.

Enno von Essen wird von der SPD unterstützt

Kandidat Enno von Essen beim MAZ-Wahlforum in Wildau.

Kandidat Enno von Essen beim MAZ-Wahlforum in Wildau.

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Der sachkundige Einwohner in den beiden Ausschüssen Stadtentwicklung und Finanzen Enno von Essen betont: "Ich bin kein Populist und ich bin kein Krawallmacher." Seine Schwerpunkte in Wildau würde auch er auf die Erhaltung und Schaffung von bezahlbarem Wohnraum legen. Darüber hinaus möchte er sich für die Energiewende einsetzen und für die Infrastruktur, wozu die Verkehrsführung und die Grundschule gehören. Die SPD unterstützt den parteilosen Kandidaten. Was das genau bedeutet? "Ich bin nicht an das Parteiprogramm gebunden, aber es gibt große Übereinstimmungen insbesondere in der Sozialpolitik", erklärt der Immobilienverwalter.

Frank Nerlich: Zwei Schulen für Wildau

Kandidat Frank Nerlich beim MAZ-Wahlforum in Wildau.

Kandidat Frank Nerlich beim MAZ-Wahlforum in Wildau.

Der stellvertretende Fraktionschef der Bürger für Wildau (BfW) und der Grünen Frank Nerlich will wie Axel Corte eine zweite Schule. "Ich rufe jetzt schon nach zweiter Schule. Beim Bau der ersten müssen wir endlich zur Sache kommen", so Nerlich. Das ist sein wichtigstes politisches Ziel. Auch die Energieversorgung der Stadt und des Wildorado sowie die städtebauliche Planung ist dem Vorsitzenden des Bildungs- und Sozialausschusses ein Anliegen. "Wir müssen schauen, wo wir was bauen und nicht einfach bauen, wo Platz ist. Ob er lediglich als Ersatz für Fraktionschef Frank Vulpius antrete? "Von Ersatz kann keine Rede sein."

Nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Publikum äußerten die Gäste deutlich ihre Meinungen. Was einige mit Kopfschütteln und verschränkten Armen hinnahmen, goutierten andere mit Klatschen.

Martin Stock legt Schwerpunkt auf Wildauer Stadtverordnetenverdammlung

Kandidat Martin Stock beim MAZ-Wahlforum in Wildau.

Kandidat Martin Stock beim MAZ-Wahlforum in Wildau.

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Martin Stock heimste den ersten Beifall ein, als er die Bedeutung der Stadtverordnetenversammlung (SVV) unterstrich. "Was ich zu tun habe, entscheidet die SVV", sagte der 59-Jährige. "Mit mir gibt es keine Monarchie." Als kommunale Selbstverwaltung bildeten Bürgermeister und SVV eine Einheit. Als Bürgermeister habe er nur ein Ziel: seinen Job vernünftig zu machen. Dazu gehört für Martin Stock auch die Harmonie unter den Kandidaten und die Kommunikation in der Verwaltung. "Ich möchte die Kommunikation hier im Haus grundlegend verändern – nach innen und nach außen, so Martin Stock. "Das Rumgezicke geht mir auf die Nerven."

Kandidat László Ungvári betont langjährigen Einsatz für Wildau

Kandidat László Ungvári beim MAZ-Wahlforum in Wildau.

Kandidat László Ungvári beim MAZ-Wahlforum in Wildau.

"Ich bin mit der Stadt gewachsen und die Stadt ist mit mir gewachsen", betonte Kandidat László Ungvári. Viel habe der langjährige Präsident der Technischen Hochschule für Wildau getan. "Das ist keine Unbescheidenheit, sondern Fakt", so der 67-Jährige. Er könne mehr als 20 Jahre Erfahrung in Führungspositionen vorweisen, Auszeichnungen für jeden seiner Abschlüsse und ein großes Netzwerk in der Region. Ein Online-Magazin hatte László Ungvári zuletzt vorgeworfen, als Rektor einer deutsch-kasachischen Universität wegen angeblicher finanzieller Unregelmäßigkeit entlassen worden zu sein. Das stritt der Anwärter ab: "Ich habe korrupte Strukturen vorgefunden und bin gegen sie vorgegangen." Mit dem Gerichtsverfahren gegen seine Entlassung habe er seine Ehre wiederhergestellt.

Die Fragen der Wildauerinnen und Wildauer vor der Wahl

Auch nach mehr als zwei Stunden hörte das Publikum nicht auf, die Kandidaten mit ihren Fragen zu grillen. Die fehlende Schallschutzwand an der Autobahn, der Generationenaustausch zwischen Jung und Alt, fehlende Kitas, die Finanzierung des Wahlkampfes – all das und vieles mehr beschäftigte die Wahlberechtigten.

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Das Publikum wurde nicht müde, den Kandidaten beim MAZ-Wahlforum in Wildau Fragen zu stellen.

Das Publikum wurde nicht müde, den Kandidaten beim MAZ-Wahlforum in Wildau Fragen zu stellen.

Nach knapp drei Stunden endete das MAZ-Wahlforum. Während sich manche in ihrer Entscheidung bestätigt sehen, werden andere die Tage bis zur Wahl wohl noch brauchen, um sich festzulegen.

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