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Einzelhandel

Wildau: Rewe-Markt schließt wegen Umbau – so stellen sich die Kunden darauf ein

Eine Modernisierung für den Rewe-Markt in Wildau steht an.

Eine Modernisierung für den Rewe-Markt in Wildau steht an.

Wildau. Die vorübergehende Schließung des Rewe-Marktes in der Freiheitstraße steht kurz bevor. Diesen Samstag können die Kunden noch einmal einkaufen, dann wird der Markt wegen eines Umbaus für eine Weile geschlossen bleiben. Voraussichtlich am 29. September 2022 soll er wiedereröffnet werden, so steht es auf den großen Plakaten am Gebäude. Die MAZ hörte sich auf dem Parkplatz um, wie die Kunden sich darauf einstellen.

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Markt ist bei Senioren sehr beliebt

Der Markt ist besonders bei Senioren aus der Nachbarschaft beliebt, die kein Auto haben. Sie kommen zu Fuß aus den umliegenden Häusern, um ihren Einkauf zu erledigen. Erna Werkmeister kommt gerade aus dem Markt. In der einen Hand hält sie zwei Beutel, in der anderen einen Gehstock. Die 85-Jährige kommt regelmäßig her, immer zu Fuß. Sie will künftig zu Lidl gehen, der Markt ist ein paar Hundert Meter entfernt. „Man schleppt dann nicht so viel“, sagt sie.

Kathrin Frenzel schiebt ihren Einkaufswagen zum Auto. „Da ich mobil bin, fahre ich zu Rewe nach Zeuthen“, sagt sie. Auch den nahegelegenen Lidl-Markt in Wildau wird sie ansteuern. Sie glaubt, dass die Schließung für Ältere ein Problem werden kann, die alleine nicht woanders hinkommen.

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Krankenpflegerin fährt Patienten woanders hin

Gabriele Sobotta lädt gerade den Kofferraum mit dem Einkauf ein. Die Mitarbeiterin einer Hauskrankenpflege hat mit einer Patientin eingekauft, die vorne im Auto sitzt. „Wir fahren unsere Patienten woanders hin, für uns ist das kein Problem“, sagt sie.

Plakat am Rewe-Markt in Wildau informiert über den Umbau bis Ende September.

Plakat am Rewe-Markt in Wildau informiert über den Umbau bis Ende September.

Der Rewe-Markt wurde 2007 eröffnet, er soll renoviert und modernisiert werden. Eine Fleischtheke wird es aber nicht geben, wie es hieß. Viele Kunden hatten sich das gewünscht. Es soll aber eine fünfte Kasse geben, weil der beliebte Markt ist immer so gut besucht ist.

Genossenschaft bietet Bus-Shuttle nach Niederlehme an

Die Wohnungsgenossenschaft Wildau bietet ab kommenden Montag, dem 1. August, einen Shuttle-Service für Senioren zum Rewe-Markt in Niederlehme an. Ein Kleinbus fährt die Kunden zum Einkauf dorthin und bringt sie wieder zurück. Abfahrt und Ankunft ist auf dem Wildauer Rewe-Parkplatz. Der Kleinbus soll montags, dienstags und mittwochs fahren. Geplant ist jeweils eine Tour am Vormittag, Abfahrt um 9 Uhr, und am Nachmittag um 14 Uhr, sagte Vorstand Carsten Kröning. Das Angebot ist nicht nur für die Mieter der Genossenschaft gedacht.

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Bestellservice der Wiwo für Senioren

Auch die Wildauer Wohnungsbaugesellschaft Wiwo hat sich etwas einfallen lassen. Geschäftsführer Sven Schulze berichtet, dass es einige Anfragen von Mietern aus den drei Wohnhäusern mit seniorengerechten Wohnungen gab. In der Villa 34 im Hückelhovener Ring sowie in der Fichtestraße 105 und 113 sind Briefkästen am Empfang aufgestellt worden, in die Bewohner ihre Einkaufszettel werfen können. Die Wiwo ließ Vordrucke anfertigen, die einfach ausgefüllt werden können. Im Rewe-Markt in Niederlehme werden die Einkäufe zusammengestellt. SPD-Bürgermeisterkandidat Enno von Essen holt sie ab und bringt sie in die Fichtestraße 113, wo sie bezahlt und abgeholt werden können.

Er hatte die Idee dazu, die Wiwo unterstützt das. Sie wollte ein ähnliches Bestellsystem einrichten. Start ist ebenfalls in der kommenden Woche, zunächst an zwei Tagen. Die Bewohner sind über die Einzelheiten informiert worden.

Jetzt ist auch Nachbarschaftshilfe gefragt

Eine Frau am Rewe-Markt glaubt, dass vor allem Nachbarschaftshilfe gefragt sein wird. „Nur so wird es gehen, das ist das Effektivste“, sagt sie. Wer weiß, dass eine Omi nebenan wohnt, sollte für sie mit einkaufen – oder das zumindest anbieten. „Im Corona-Lockdown hat das auch geklappt.“ Kinder und Enkel seien jetzt ebenfalls gefordert.

Eine 82-jährige Kundin macht sich keine Sorgen. Sie ist mit dem Rollator auf dem Weg zum Rewe-Markt. „Das ist gar kein Problem“, sagt sie zur bevorstehenden Schließung. Sie wohnt in einem der Wiwo-Häuser mit dem Bestellservice und ist dankbar für die Möglichkeit. Sie wird das nutzen. Außerdem bekommt sie Unterstützung von den Enkeln, die auch sonst schon mal den Einkauf für sie erledigen.

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Das Beste aus der Schließung des Rewe-Marktes machen

In der Bushaltestelle vor dem Rewe-Markt sitzt Gerda Johow mit ihren vollen Einkaufstaschen und wartet auf den Bus. Sie sieht der Schließung gelassen entgegen. „Man muss immer das Beste daraus machen“, sagt die 82-Jährige. Sie hat kein Auto und nutzt deshalb viel den Bus. Sie will künftig zu Lidl und zu Kaufland ins A 10-Center fahren.

Die Bäckerei Wahl bleibt während des Umbaus im Rewe-Markt geöffnet, berichtet eine Verkäuferin. Die Bäckerei hat einen separaten Eingang, öffnet montags bis sonntags ab sieben Uhr.

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