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Falkensee

Annette Schneeweiß ist kreativ mit dem weißen Gold

Annette Schneeweiß auf der Terrasse vor ihrem Atelier, das auch eine Porzellan-Galerie beherbergt.

Annette Schneeweiß auf der Terrasse vor ihrem Atelier, das auch eine Porzellan-Galerie beherbergt.

Falkensee. Das Atelier von Annette Schneeweiß gehört zu ihrer Porzellan-Galerie in der Falkenseer Poststraße. Auf den wenigen Metern vom Gartentor zum Hauseingang sieht sich der Besucher von der kreativen Energie der Kunsttherapeutin umgeben. Da schauen weiße Affen- und Hundeköpfe aus einer dunkelgrünen Hecke. Eine Tasse hängt im Baum und dreht sich schimmernd im Wind. Anmutige Gartenstühlchen und Tische laden zum Verweilen ein.

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Im hinteren Teil der Galerie hat das Studio seinen Platz. An der Werkbank arbeitet Annette Schneeweiß vorm Fenster mit Blick ins Grüne. Sie gießt selbst Porzellan, natürlich am liebsten im Farbton Schneeweiß. Eine Gipsform entzieht der flüssigen Porzellanmasse die Feuchtigkeit.

Ist das Gefäß fest geworden und im Ofen gebrannt, wird es bemalt. Entweder mit dem Pinsel oder sehr fein mit einer Feder. Der Glasurbrand verbindet die Farbe mit dem Scherben, der Fachbegriff bezeichnet das intakte Werkstück.

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Auf dem großen Tisch im Studio steht ein Stapel Tuschkästen. Die Pigmente darin dienen ebenfalls zum Bemalen des Porzellans. Allerdings in einer Art Light-Version und ohne das umständliche zweimalige Brennen. „Das ist ideal für Kindergeburtstage. Das machen schon Sechsjährige sehr schön“, sagt die Kunsttherapeutin.

Einmal in der Woche kommt eine Gruppe Demenzkranker zum Malen. Auf weißen Tellern entstehen kleine Szenen mit Tieren oder Blumenstücke. Bei diesen Beschäftigungen entwickeln manche Senioren eine erstaunliche Begabung.

Immer wieder Vernissagen

Das Atelier von Annette Schneeweiß ist Teil der gleichnamigen Porzellan-Galerie.

Es ist zu finden in der Poststraße in Falkensee.

Bildende Künstler stellen in den Räumen an der Poststraße gern aus. Regelmäßig finden Vernissagen statt.

Die letzte war am 31. August. Die Meißner Porzellan-Designerin Silvia Klöde zeigt seitdem Figürliches unter dem Titel „Augenblick, verweile doch“.

„War das ein Sommer“ heißt es am 8. September ab 16 Uhr mit Heiner Hardt und Uwe Pfauder.

„Jetzt im Sommer arbeiten wir auch gern im Garten“, sagt Annette Schneeweiß. Unter einem Zwetschgenbaum stehen große Holztische. Zur Entspannung legen die Damen Mosaike aus einer riesigen Menge von Muscheln in allen Farben und Formen, alle selbst gesammelt von Annette Schneeweiß am Atlantik.

Und wenn jemand einen neuen Deckel für eine Kanne braucht, da kann die Porzellanfachfrau aushelfen, dann gießt sie mal so eben einen neuen. Voller Stolz zeigt sie die aktuellen Farben, hält eine Tasse aus dünnstem Material ans Licht. Im ersten Moment staunt man noch andächtig, dann möchte man am liebsten sofort anfangen, solche Gefäße herzustellen und mit eigenem Muster zu bemalen. Es gehört zu ihrem Talent, dass sich im Atelier jeder wie ein Künstler fühlen kann.

Brennöfen stehen im Keller, neben umfangreichen Regalen voller Wunderdinge, die man früher in den Kuriositäten-Kabinetten fürstlicher Schlösser gefunden hätte, etwa ein Glaskasten mit einer großen Sammlung exotischer Schmetterlinge.

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Stammkundinnen aus dem Havelland frönen hier ihrem Hobby, sie malen und klönen. „Für viele ist das die beste Erholung vom Alltag. Bei der Konzentration auf das Werkstück schaltet man automatisch einen Gang runter und kommt auf andere Gedanken!“ Auch gestandene Künstler wie Thomas van der Linde aus Falkensee mieten gern einen Atelierplatz in der gemütlichen Galerie.

Annette Schneeweiß experimentiert oft. Sie schwärmt von Bechern mit Reliefrand. Ihre Kreativität macht selbst vor richtigen Scherben nicht halt. Die entstehen in einer Porzellangalerie nebenbei, ganz ohne die sprichwörtlichen Elefanten.

Als begnadete Netzwerkerin bereichert sie den Falkenseer Veranstaltungskalender bereits zum dritten Mal mit einem Flohmarkt. „Jeder, der altes Porzellan oder Geschirr anbieten oder kaufen möchte, ist willkommen. Im Garten stehen überall Tische und los geht das Trödeln.“ Am Sonnabend, 1. September, war es wieder soweit.

Seit 2010 betreibt sie die Galerie im Nebenerwerb und ab 2016 in Vollzeit. „Gemalt und gezeichnet habe ich schon immer. Und Kunstpostkarten entworfen. Allerdings wurde ich nicht an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle zum Studium zugelassen. Und jetzt hat sich mein Wunsch nach Galerie und Atelier erfüllt.“

Der Weg dahin führte sie zunächst ins Bauhandwerk durch die duale Ausbildung in der DDR. Als studierte Lebensmitteltechnologin leitete sie die Großküche in der Falkenseer Ruppiner Straße. Von dort versorgte sie täglich 6000 Schüler und Kita-Kinder bis nach Potsdam.

In der einzigen Brandenburger Porzellan-Manufaktur Adam und Ziege in Stahnsdorf wurde Annette Schneeweiß zur Expertin für das weiße Gold, denn sie führte 18 Jahre die Geschäfte der Firma. Noch heute gerät die 57-Jährige ins Schwärmen über das feine Porzellan, versehen mit drolligen Fröschen oder witzigen Zeichnungen. All das und noch viel mehr ist in der Galerie zu haben.

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Bildende Künstler stellen in den Räumen an der Poststraße gern aus. Regelmäßig finden hier Vernissagen statt:

Von Judith Meisner

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