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Falkensee

Falkenseer Beiratsmitglied Andreas Gärtner: Kontaktfreudig und vielseitig engagiert

Andreas Gärtner engagiert sich im Beirat für die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in Falkensee.

Andreas Gärtner engagiert sich im Beirat für die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in Falkensee.

Falkensee. Im Juni ist es soweit: Der Beirat für die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen der Stadt Falkensee nominiert neue Mitglieder. Im Rahmen einer Serie haben die aktuell Beteiligten der MAZ erzählt, was für sie persönlich Teilhabe bedeutet und wofür sie sich einsetzen. Andreas Gärtner engagiert sich in mehreren Gremien und Vereinen und hat Dank seiner offenen Art Kontakt zu vielen Menschen in der Gartenstadt.

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Wegen Wohnungsmangel gezwungermaßen Umzug nach Nauen – inzwischen zurück in Falkensee

„Ich bin jetzt seit vier Jahren Mitglied des Teilhabebeirats und will mich auf jeden Fall wieder aufstellen lassen“, erzählt der 37-Jährige. Während seiner ersten Amtsperiode wurde Gärtner noch etwas ausgebremst: Zwei Jahre lang konnte er nur als stilles Mitglied mitwirken. Er fand in Falkensee keine Wohnung mehr und musste gezwungenermaßen nach Nauen umziehen. „Ich habe bis zu meinem 30. Lebensjahr in Falkensee gewohnt. Es war für mich nicht toll, dass ich sechs Jahre lang nach Nauen ziehen musste. Im Teilhabebeirat durfte ich zwar mitmachen, hatte aber kein Stimmrecht“, erzählt Gärtner.

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Inzwischen ist der Umzug zurück in die Heimatstadt geglückt und Gärtner will nun stärker in der Kommunalpolitik mitmischen. Aktuell besucht er verschiedene Ausschüsse als Zuschauer. Er möchte so herausfinden, welches Fachgebiet ihm am besten gefällt. Besonders die Debatten im Bildungs- und im Bauausschuss findet Gärtner interessant. Die meist hitzigen und rasanten Diskussionen zu verstehen, ist für ihn jedoch nicht immer leicht: „Ich angewiesen auf Leichte Sprache. Die Leute reden oft zu schnell und durcheinander. Es wäre gut, wenn sie langsamer und deutlicher reden würden.“

Gut verständliche Kommunikation ist unverzichtbar für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben

Gut verständliche Kommunikation ist unverzichtbar für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Doch Gärtner stößt auch in anderen Lebensbereichen regelmäßig auf Schwierigkeiten. Er fordert ein generelles Umdenken: „Ich möchte erreichen, dass Texte immer auch in Leichte Sprache übersetzt werden und Informationen verständlicher gemacht werden.“ Dabei geht es ihm beispielsweise um Texte von der Stadt, von Behörden, auf Websiten oder auch um Berichte von Arztpraxen.

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Für die Ausschüsse hat Gärtner inzwischen eine Lösung gefunden: „Ich habe eine Begleitung in Leichter Sprache. Sie wird von der Stadt bezahlt und unterstützt mich während den Sitzungen.“ In der nächsten Legislaturperiode möchte sich der 37-Jährige gerne für einen Ausschuss aufstellen lassen. „Wenn ich als Mitglied im Auschuss sitze, brauche ich auch eine Schreibhilfe. Ich kann während der Sitzung nicht mitschreiben. Aber es ist wichtig, dass ich mir danach Notizen mitnehmen kann“, überlegt der Falkenseer.

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Andreas Gärtner beteiligt sich auch aktiv an Einwohnerfragestunden

Schon etliche Male hat Gärtner bereits in der Einwohnerfragestunde Anliegen vorgetragen. „Das Buskonzept muss beispielsweise überarbeitet werden. Der Anschluss vom Bus auf die Bahn oder umgekehrt ist oft nicht gewährleistet“, weiß das Beiratsmitglied. Umso problematischer findet er es, dass die öffentliche Toilette am Bahnhof zu oft geschlossen ist. „Sie ist extrem dreckig, deswegen ist sie ab einer bestimmten Uhrzeit zu. Ich finde es okay, dass sie Nachts geschlossen ist, damit sie nicht beschädigt wird. Aber tagsüber und am Wochenende sollte sie offen sein. Ich denke dabei nicht nur an mich, sondern auch an Rollstuhlfahrer und ältere Leute oder Menschen, die gerade aus dem Zug steigen und warten müssen.“

Etwas bewegen und Debatten anstoßen motiviert Andreas Gärtner

Dass er in der Lokalpolitik etwas bewegen und Debatten anstoßen kann – das motiviert den 37-Jährigen: „Ich hatte in der Stadtverordnetenversammlung darauf hingewiesen, dass die Kreuzung von der Straße der Einheit und der Leipziger Straße problematisch ist. Da ist eine Werkstatt für Menschen mit Behinderungen in der Nähe und manchmal steht man zehn Minuten, bis man die Kreuzung überqueren kann. Der Bürgermeister hatte mir zugestimmt und soweit ich weiß, soll dort jetzt eine Ampel hinkommen“, erzählt Gärtner. Er spricht aus Erfahrung: Er arbeitete früher selbst in der Werkstatt.

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Doch Gärtner bekommt oft auch mit, was andere Menschen in Falkensee beschäftigt. Er hat zu vielen Leuten ein gutes Verhältnis – seien es Stadtverordnete, Mitarbeitende in Geschäften oder die Busfahrer: „Ich kenne viele Mitarbeiter bei den Bussen. Höflichkeit und Freundlichkeit sind mir wichtig. Wenn das gegeben ist, suche ich das Gespräch mit den Fahrern“, erzählt der Falkenseer.

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Zugleich Schiedsrichter und Kampfrichter in Sportvereinen

Neben der Kommunalpolitik setzt sich Gärtner auch im sozialen und sportlichen Bereich für seine Mitmenschen ein. „Ich bin Schiedsrichter bei mehreren Vereinen und bei einem Handballverein im Kampfgericht“, erzählt Gärtner. Er freut sich bereits auf das Känguru Camp vom Sportverein Falkensee-Finkenkrug im Sommer: „Da kommen unterschiedliche Altersgruppen zusammen und werden von ehrenamtlichen Trainern betreut. Ich wurde angefragt, als Sprecher dabei zu sein. Das heißt, ich werde die Leute begrüßen und Ansagen machen.“

Seit acht Jahren auch Sprecher im Beirat der Lebenshilfe

In der Rolle des Sprechers fühlt sich Gärtner zuhause und kann schon auf einiges an Erfahrung zurückblicken: „Seit 2014 bin ich Sprecher im Beirat der Lebenshilfe.“ Er wird seit acht Jahren über die Lebenshilfe betreut und ist sehr glücklich über die Unterstützung: „Sie sind immer für einen da, wenn man Probleme hat oder Hilfe braucht. Der Lebenshilfe habe ich auch zu verdanken, dass ich hier in Falkensee eine Wohngemeinschaft gefunden habe.“ Im Beirat unterstützt Gärtner selbst tatkräftig: „Wir treffen uns einmal im Monat und organisieren aktuell beispielsweise einen gemeinsamen Spieleabend.“

Von Leonie Mikulla

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