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Falkensee

So helfen Falkenseer Hilfsinitiativen Menschen aus der Ukraine

Im Musiksaalgebäude findet am Samstag ein von der Willkommensintiative organisierter Austausch statt.

Im Musiksaalgebäude findet am Samstag ein von der Willkommensintiative organisierter Austausch statt.

Falkensee. In Falkensee-Finkenkrug ist die erste geflüchtete Ukrainerin mit ihrem Kind angekommen, in den nächsten Tagen und Wochen werden Hunderte bis Tausende weitere Personen erwartet. Falkenseer Initiativen und soziale Einrichtungen wollen deswegen ihre Kräfte bündeln und gemeinsam Unterstützung leisten, die Hilfsmöglichkeiten sind vielfältig.

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Stadtgespräch beantwortet Fragen zur Aufnahme von Geflüchteten

"Wir laden am Samstag um 15 Uhr zu einem Stadtgespräch im Musiksaalgebäude ein, in dem wir Fragen beantworten möchten", erzählt Kathleen Kunath von der Willkommensinitiative (WiF). Die WiF entstand im Zuge der Flüchtlingskrise 2015 und hat seitdem wertvolle Erfahrungen sammeln können. "In dem Gespräch thematisieren wir die Aufnahme von Flüchtlingen – was ist in Planung vom Gesetzgeber, wie sieht eine Aufnahme ganz konkret aus. Wir sprechen auch darüber, was es mit einem macht, wenn man Türen öffnet und Menschen bei sich zuhause aufnimmt", so Kunath. Zu dem Gespräch sind sowohl Menschen eingeladen, die Erfahrungen mit der Aufnahme von Geflüchteten haben, als auch solche, die dazu nun bereit sind.

Hilfsgüterkonvoi startet Richtung Ukraine

Zeitgleich starten mehrere Falkenseer schon jetzt mit Hilfsgütern in Richtung Ukraine. „Ich bin am Mittwoch mit einem Hilfskonvoi nach Polen gefahren“, erzählt der Falkenseer Finn Kuhne. „Wir haben mit vier Autos Hilfsgüter abgegeben. Dafür wurde Medizin und medizinisches Material gesammelt sowie Kriegsausrüstung, warme Socken und Kleidung in großen Männergrößen. Diese Materialien sind das einzige, was gerade in die Ukraine kommt“, so Kuhne. In der Geschäftsstelle der SPD am Falkenseer Bahnhof werden zudem seit Mittwoch Hilfsgüter gesammelt: „Wer dabei unterstützten und Spenden abgeben oder beim sortieren helfen möchte, kann sich bei Günter Wallbaum melden.“ Kuhne rät dazu, sich vor selbstständigen Sammelaktionen zu informieren: „Viele Menschen machen sich auf den Weg an die ukrainisch-polnische Grenze. Wir haben aber gehört, dass es nicht ganz klar ist, wo die Hilfsgüter gelagert werden sollen. Man kann an die Grenze fahren und sich an Konvois beteiligen, aber man sollte vorher mit Kontakten vor Ort sprechen.“

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Doch Kuhne sieht noch eine andere Möglichkeit für Menschen aus dem Havelland, die helfen wollen: „Etliche Züge kommen auch nachts in Berlin an. Wenn jemand sich tatkräftig beteiligen will, kann er in der Nacht Fahrdienste zu Aufnahmezentren anbieten. Am Hauptbahnhof gibt es da schon ein Zelt, wo Unterstützer sich sammeln. Zudem kann man sich über Telegram-Gruppen wie beispielsweise Help Ukraine vernetzen.“

Bürgermeister befürwortet gezielte Sachspenden

Bürgermeister Heiko Müller (SPD) warnt vor übereifrigen Sachspenden: „Bei Sammelaktionen bezogen auf in Falkensee untergebrachte Flüchtlinge wird die Organisation über die Falkenseer Tafel erfolgen. Die Tafel verfügt über einen Lagerbestand an Kleidung, Möbeln, Fahrrädern, Spielzeug, Büchern und vielem mehr. 2015 hat gezeigt, dass allgemeine Sammelaktionen die Situation sogar eher erschweren. Da wird dann sehr viel abgegeben, was nicht benötigt wird. Deswegen haben wir verabredet, gezielte Sammelaufrufe auszulösen.“

Neben der Tafel verfügt auch der ASB über eine Kleiderkammer. „Auch der ASB prüft derzeit, was eventuell noch benötigt wird. Grundsätzlich gilt aber das gleiche – Sammelaktionen müssen auf den tatsächlichen Bedarf ausgerichtet werden. Der ASB würde auch wieder in Frage kommen, wenn es um die Unterbringung von allein reisenden Minderjährigen geht. Die Abstimmungen dazu laufen aber zwischen dem ASB und dem Landkreis“, so Müller.

Von Leonie Mikulla

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