Ketzin/Havel

Freie Fahrt für Motorboote rückt näher

Idylle an der Kanälen der Havel in Ketzin.

Idylle an der Kanälen der Havel in Ketzin.

Ketzin/Havel. Es besteht Hoffnung, dass noch vor Juli das Fahrverbot mit Motorbooten im Schleiloch, auf dem Ziegeleikanal, an der Schumacherstraße und am Pappelhain offiziell aufgehoben wird. Vorausgesetzt, das Brandenburger Infrastrukturministerium widmet die nichtschiffbaren Gewässer in schiffbare Landesgewässer 2. Ordnung um.

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Wie Bürgermeister Bernd Lück (FDP) jetzt bestätigte, hat das Infrastrukturministerium der Stadt Ketzin/Havel mitgeteilt, dass alle erforderlichen Unterlagen vollständig eingereicht wurden. Sie würden nun zuständigen Behörden wie der Unteren und Oberen Wasserbehörde, Naturschutzverbänden und anderen zur Stellungnahme zugeleitet.

Erste Proteste im Jahr 2016

2016 hatten die massiven Proteste der Motorbootsportler im Ketziner Ortsbereich Brückenkopf gegen das plötzlich verhängte Fahrverbot für Motorboote auf besagten Gewässern begonnen. Im Herbst war ein Kompromiss zwischen Landkreis, der Stadt und der Bürgerinitiative gegen das Fahrverbot (BI) zustande gekommen und Bedingungen für eine Umwidmung festzulegen.

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„Ich hoffe, dass das Problem bis zum Saisonbeginn Ende März geklärt sein wird“, gibt sich Lück optimistisch. Allerdings können die rund 100 betroffenen Motorbootsportler trotzdem noch nicht aufatmen. Es gibt ein weiteres Problem: die Zuständigkeit für die Unterhaltung der Gewässer, also um deren Pflege und Entwicklung. „Darüber reden wir seit Januar 2017 mit dem Landkreis“, sagt der Bürgermeister und nennt das Beispiel Verkehrssicherungspflicht. „Wer trägt die Kosten für die Beseitigung eines Baumes, der von einem Grundstück in das Gewässer fällt, dessen Eigentumsverhältnisse nicht klar sind.“ Diese Kosten könnten erheblich sein, meint Lück und vertritt die Meinung, dass dafür der Landkreis zuständig sei.

BI sieht den Landkreis in der Pflicht

er aber sieht Ketzin/Havel in der Pflicht. Thomas Witkowski, Sprecher der BI, reicht es nach mehr als einjähriger Diskussion. „Die Mitglieder der Bürgerinitiative sind fassungslos. Der Landkreis Havelland will sich aus finanziellen Gründen aus der Verantwortung stehlen und arbeitet damit gegen die Interessen der Bürger.“

Die Zuständigkeit der Gewässerunterhaltung sei klar geregelt. Für schiffbare Landesgewässer 2. Ordnung wäre das der Landkreis, so sei er vom Landesamt für Umwelt informiert worden, sagt Witkowski. Bürgermeister Lück bleibt gelassen: „Ist die Umwidmung erfolgt, wird das im Amtsblatt des Landes veröffentlicht. Damit ist dann auch geregelt, wer wofür zuständig ist und welche Voraussetzungen noch zu schaffen sind.“ Das betreffe sowohl die Aufgaben für den Landkreis als auch für die Stadt. So wären auch noch die Schilder für die verschiedenen im gemeinsamen Kompromiss vereinbarten Begrenzungen für die Geschwindigkeit, die Höhen der Boote und Durchfahrbegrenzungen vor Brücken aufzustellen.

Fachgutachten liegt vor

Mit der Umwidmung der oben genannten Gewässer wird dem Anliegen von rund 100 Motorbootsportlern entsprochen. Ende 2016 hatte Lück zugesagt, dass in einem zweiten Schritt auch Lösungen für die weiteren 200 betroffenen Bootseigner Am Deich, in Teilen der Kliemsiedlung und am Bruchweg und insgesamt für die zahlreichen Wassertouristen gesucht werden sollen. „Entsprechende finanzielle Mittel sind im diesjährigen Ketziner Haushalt eingestellt. Die ersten Untersuchungen laufen bereits“, bestätigt Bürgermeister Lück.

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Wie Thomas Witkowski anmerkt, liegt bereits ein „Fachgutachten Naturschutz zur Bewertung motorisierter Bootsnutzung Ketzin-Kliemsiedlung“ vor. Bei Einhaltung der beschlossenen Vorgaben stünden in den begutachteten Gewässern dem Befahren mit Motorbooten keine naturschutzfachlichen Belange entgegen, sagt er.

Von Wolfgang Balzer

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