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Görne

Ein Abend mit Cembalomusik und Gedichten

Corina Marti in der Kirche in Görne am Cembalo mit Tina Sonnenherz-Görne.

Corina Marti in der Kirche in Görne am Cembalo mit Tina Sonnenherz-Görne.

Görne. Auf ganz unterschiedliche Weise entdeckte Corina Marti die Reize des Havellandes. Die Künstlerin aus der Schweiz badete am Samstagnachmittag im Lochower See. „Es war herrlich erfrischend und die Zeit verging schnell“, erzählte sie am frühen Abend in Görne, wo sie rechtzeitig ankam, um ein Konzert in der Dorfkirche zu geben.

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Die Kirche habe Charme schwärmte sie auf einer Bank vor dem Gotteshaus, nachdem sie alle Vorbereitungen für ihren Auftritt erledigt hatte. Torsten Kluge machte Lust auf die Veranstaltung mit der Künstlerin: „Wir können uns auf ein sicherlich schönes Konzert freuen “, begrüßte das Vorstandsmitglied des Fördervereins Kirche und Dorf Görne die Besucher.

Corina Marti aus Basel ist diplomierte Expertin für frühe Musik auf Tasteninstrumenten. In Görne spielte sie auf einem nach ihren Forschungsergebnissen rekonstruierten mittelalterlichen Cembalo. Zu Gehör brachte sie Musik aus dem 13. bis 15 Jahrhundert. Kompositionen aus Italien, Polen, Deutschland und weiteren west, -mittel- und südeuropäischen Ländern gehörten zum einstündigen Repertoire.

Görne hört Musik vergessener Komponisten

Sie spielte auf dem mittelalterlichen Cembalo mit herrlichen Klang unter anderem „Fortuna ria“ von Francesco Landini und „Esclaphe“ von Gilles de Bincholis. Corina Mari unterhielt die Besucher zudem mit elf Musikbeiträgen, deren Komponisten nicht bekannt sind.

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„Descendit de Celis“ aus dem 13. Jahrhundert ist so ein Stück mit dem Corina Marti ihren Konzertabend eröffnete und etwas später nach dem Spiel weiterer anonymer Beiträge erklärte, wie sie für die Nachwelt erhalten wurden.

Überliefert sind sie im Buxheimer Orgelbuch aus den um 1460/1470 mit insgesamt 256 Orgelkompositionen und Bearbeitungen für Tasteninstrumente. Dessen Stücke sind mehrheitlich anonym, einige stammen aber auch von bedeutsamen Komponisten der Zeit.

Gedichte von Gräfin Adele Elise von Bredow-Görne

Die Musik wirkte schon in gewisser Weise exotisch auf die Besucher und wurde zudem von Tina Sonnenherz aus Friesack einfühlsam kontrastiert mit 14 Gedichten von Adele Elise von Bredow – Görne (1830 – 1885). Sie las Verse vom Aufgang des Mondlichts, Lotusblumen in voller Blütenpracht und Sonnenstrahlen.

Das ebenfalls vorgetragene Gedicht „Ein flüchtiger Traum“ war zugleich Titel für die Konzertstunde. Die Gräfin – eine geborene von Gansauge – war mit dem Grafen Otto Friedrich von Bredow-Görne verheiratet. Sie lebte in Görne, verbrachte aber auch wieder längere Zeit in Berlin, wo sie viele ihrer Gedichte schrieb. Eine Ausstellung am Außengiebel der Kirche informiert über das Leben und Wirken der Gräfin Adele Elise von Bredow-Görne.

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Die Besucher besichtigten nach dem Konzert die Ausstellung und ließen den Abend in gemütlicher Atmosphäre und mit guten Gesprächen ausklingen. Die Gastgeber berichteten von den Vorbereitungen ihrer nächsten Veranstaltung. Am 6. Oktober zeigt der Förderverein einen Film in der Kirche, der von drei Görner Schicksalen handelt.

Von Norbert Stein

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