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Friesack

Punk lebt – Frierock feierte 20. Geburtstag

Ein kleines, aber feines Festival huldigt der Rockmusik. Die drei Musiker von "A pony named Olga" brachten die Meute mit schnellen Gitarrenriffs zum Tanzen.

Ein kleines, aber feines Festival huldigt der Rockmusik. Die drei Musiker von "A pony named Olga" brachten die Meute mit schnellen Gitarrenriffs zum Tanzen.

Friesack. Mit seinen rund 500 Besuchern gehört Frierock ohne Frage zu den kleinen Festivals. Wer aber einmal dort war, wird bestätigen: Frierock mag zwar klein sein, aber es ist mindestens genauso laut und bunt wie die großen und kann dazu mit jeder Menge Gemütlichkeit und Kreativität punkten. Da machte auch die 20. Auflage keine Ausnahme.

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Allein für die kreative und liebevolle Dekoration des gesamten Areals hätte das Organisationsteam sich wieder einen Preis verdient. Volleyballball und Kicker-Tisch, eine selbst gebaute Wasserrutsche und gleich davor eine Speedating-Ecke, liebevoll gestaltete Stände, jede Menge Sofas, die zu einer Verschnaufpause einluden, eine kleine Galerie mit den Frierock-Plakaten der letzten Jahre, eine Graffiti-Ecke, ... – quasi ein richtiges Paradies für große Kinder.

Familiäre Atmosphäre in Friesack

„Ich mag diese großen Festivals mit den Menschenmassen nicht. Das hier ist genau das Richtige für mich“, betonte Simone aus Berlin, die sichtlich die familiäre Atmosphäre genoss. Für sie war es das erste

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. Ihr Freund Martin, der bereits zum vierten Mal frierockte, hatte sie mitgenommen.

Tanzende Massen vor der Bühne.

Tanzende Massen vor der Bühne.

„Es ist schön klein und schnuckelig. Ich kenne die Bands, die hier spielen zwar nicht. Aber bisher hatten die Veranstalter immer meinen Geschmack getroffen“, so der Berliner. Die beiden kamen mit dem Auto und hatten – wie die meisten Festivalbesucher ein Zelt dabei.

Während Simone und Martin aus Berlin entspannt in der Abendsonne saßen und das Treiben auf dem Platz beobachteten, verausgabten sich bereits die ersten Besucher in Tanzlaune vor der Bühne.

Entspannte Atmosphäre auf dem Areal der Freilichtbühne.

Entspannte Atmosphäre auf dem Areal der Freilichtbühne.

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Die Band Alcoholic Breakdance Massacre (ABM) aus Rathenow lieferte dazu rotzigen Punkrock. Andere starteten sportlich in das Festivalwochenende und lieferten sich auf dem Volleyballfeld zwischen Bühne und Campingareal ein Match. Auch an der Wasserrutsche Marke Eigenbau herrschte wieder reges Treiben.

Wie ein großes Ferienlager

Für gerade einmal 20 Euro wurden den Gästen 15 Livebands geboten und dazu eine Atmosphäre, wie es sie nur auf dem Frierock gibt. Lampenschirme aus Omas Stube tauchten den Platz in warmes Licht – Wohnzimmer-Feeling pur. Wem es dennoch in der Nacht fröstelte, der konnte sich in der Nähe des mobilen Steinofens wärmen, aus dem ein junges Team aus Kyritz eine frisch gebackene Pizza nach der anderen zog.

„Für die tolle Gestaltung des Platzes hat wieder unser Deko-Team gesorgt“, verriet Frierock-Urgestein Tobias Wollenberg. Auf die Frage, ob 20 Euro nicht zu günstig sind für ein solches Angebot, erklärte er: „Wir wollen keinen Kommerz. Wir wollen ein Festival, dass sich jeder leisten kann und auf dem jeder Spaße haben kann. Außerdem ist das ganze auch für uns als Team wie ein großes Ferienlager. Der Spaß steht im Vordergrund.“

Vor der Bühne viel Staub aufgewirbelt

Dieses Konzept kommt gut an. Neben zahlreichen eingefleischten Freirock Fans, die wieder aus dem ganzen Havelland nach Friesack strömten, gab es auch zahlreiche Neulinge.

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Die Wasserrutsche Marke Eigenbau fehlte auch in diesem Jahr nicht.

Die Wasserrutsche Marke Eigenbau fehlte auch in diesem Jahr nicht.

Kerstin aus Cottbus und Vera aus Oranienburg folgten der Empfehlung einer Freundin und waren sich schnell einig: „Hier kommen wir nächstes Jahr wieder her. Tolle Leute, gute Musik und eine gemütliche Atmosphäre.“

Und noch etwas ist typisch für das kleine Friesacker Festival: Die unbändige Tanzlust. Gäste und Organisatoren wirbelten gemeinsam zu Punkrock, Ska oder Hardcore mächtig Staub vor der Bühne auf. Sie feierten die Glampunkrocker von Eat Lipstick am Freitagabend genauso wie Maggies Farm aus Potsdam Samstagnacht.

Unter das bunt gemischte Publikum mischten sich sogar Jessi und Anguli aus den USA. „I love it! – Ich liebe es!“, verkündete Jessi, bevor er Freude strahlend im Getümmel verschwand. Die Chancen, dass in 20 Jahren das 40. Frierock Festival stattfindet, stehen gut. Die Frierocker haben für Nachwuchs gesorgt, der schon jetzt mit dicken Ohrenschützern begeistert mitfeierte.

Von Christin Schmidt

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