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Feriendomizil Tegeland liegt brach

Geisterstadt in Wassernähe

An ausgelassene Kinderferien ist hier aktuell nicht zu denken.

Ferchesar.Der Inhaber des Geländes, ein Investor aus den Niederlanden, hat seit dem Erwerb im Jahr 2008 nichts unternommen, um das Grundstück zu beleben.

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Im Spätsommer 2007 hatte der damalige Inhaber des Geländes Insolvenz angemeldet. Im Rahmen einer Zwangsversteigerung fiel das Areal an die De Bleeker Groep, einen Unternehmensverbund aus dem niederländischen Hengelo. Anfangs hätten die Geschäftsführer den Eindruck vermittelt, dem Gelände wieder Leben einhauchen zu wollen, erinnert sich Angela Ulonska, die seit 2007 eine Datsche auf dem Gelände besitzt. Aber getan habe sich nichts. Die Verwahrlosung nehme immer krassere Formen an.

Tatsächlich macht das einstige Erholungsgebiet einen heruntergekommenen Eindruck. An den hölzernen Hütten wurden Fenster und Türen herausgebrochen, im Inneren türmen sich altes Mobiliar und Unrat meterhoch, die Dächer der steinernen Baracken sind eingebrochen, die freien Flächen werden von Sträuchern und Büschen überwuchert. Das Ferienschiff am Seeufer, das allerdings nicht von der holländischen Gruppe erworben wurde, droht auseinander zu fallen – Zutritt strengstens verboten.

Im Amt Nennhausen ist man nicht glücklich über diese Entwicklung. „Der Zustand des Geländes ist unbefriedigend“, sagt Bauamtsleiterin Erika Scheifler. Man habe sich nach dem Eigentümerwechsel eine Belebung erhofft. Die sei leider ausgeblieben. Aber da weder Amt noch Gemeinde Eigentümer des Grundstücks seien, hielten sich die Einflussmöglichkeiten in Grenzen. „Als Amt können wir zwischen dem Eigentümer und den Behörden vermitteln“, sagt Scheifler. Aber das gehe nur, wenn der Investor gewillt sei, etwas zu unternehmen. Man könne schließlich niemanden zwingen, zu investieren.

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Beliebter Erholungsort

Das Ferienlager Tegeland war bis zur Wende ein beliebter Erholungsort. Vor allem Betriebe schickten Kinder ihrer Beschäftigten in die Idylle am See. Das Gummiwerk Schönebeck etwa ließ eigene Bungalows bauen und vertäute ein Ferienschiff am Seeufer. Nach der Wende erwarb ein Privatmann das Areal und nutzte es zeitweise als Kinder-Ferienlager. 2007 meldete dieser Insolvenz an. Das Areal wurde zwangsversteigert und gehört heute einer holländischen Firmengruppe.

Ende 2011 sah es für kurze Zeit so aus, als würde doch noch Bewegung in die Geisterstadt kommen. Das Amt Nennhausen und die Gemeinde Stechow-Ferchesar wollten den Eigentümer mit einem Beschluss zur Bauleitplanung zu einer behutsamen touristischen Nutzung ermuntern. Doch den erforderlichen Bebauungsplan legte die niederländische Firmengruppe bislang nicht vor.

Nicht nur für Amt und Gemeinde, auch für Angela Ulonska ist dieser Stillstand unerfreulich. Ihre in die Jahre gekommene Ferienhütte und das Gelände ringsum hätten sie und ihr Mann längst aufgehübscht – aber ohne die Sicherheit, wie es mit dem Gelände, auf dem die Datsche steht, weitergeht, wollen sie nicht investieren. „Wir brauchen einen langfristigen Pachtvertrag“, sagt Angela Ulonska. „Sonst heißt es irgendwann, das Gelände ist verkauft, räumt eure Hütte weg“.

Ben Schwering, Chef der „De Bleeker Groep“, hält sich mit Aussagen zur Zukunft des Areals zurück. „Wir haben das Grundstück damals erworben, um etwas draus zu machen“, sagt er im MAZ-Gespräch. Aber die bürokratischen Hürden seien hoch, und aus der Ferne sei es noch einmal so schwer, Dinge in Gang zu bringen. „Aber wird werden demnächst Gespräche mit Verantwortlichen führen“, sagt Schwering. Mit wem gesprochen wird und mit welchem Ziel, das wollte er freilich nicht verraten.

Von Markus Kniebeler

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