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Tragödie bei Nauen

Jäger gibt Todesschuss aus Versehen ab

Die Polizei hat die Unglücksstelle auch am Donnerstag noch untersucht

Die Polizei hat die Unglücksstelle auch am Donnerstag noch untersucht

Nauen. Im Nauener Ortsteil Tietzow hat sich am Mittwochabend ein wahres Drama abgespielt. In der Nähe einer Pilzzuchtanlage hatte es sich gegen 20 Uhr ein Pärchen in einem Feld auf einer Decke und mit einem Getränk gemütlich gemacht. Gegen 20 Uhr schoss ein Jäger von einem Hochsitz aus auf den Mann und die Frau. Offenbar handelte es sich dabei um eine tragische Verwechslung, die für den Mann tödlich endete. Die Frau wurde durch den Schuss verletzt und musste in der Nacht notoperiert werden.

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Laut Polizei und Staatsanwalt sagte der 30-jährige Jäger in einer ersten Vernehmung, dass er ein Rascheln im Feld gehört und geglaubt habe, dass es Wild sei. Daraufhin habe er angelegt und einen Schuss abgegeben. Als der Mann von seinem Hochsitz kletterte um sehen, was er erlegt hatte, bemerkte er den tödlichen Irrtum. Daraufhin rief er sofort einen Rettungswagen. Gegen den Jäger wird nun wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.

Jäger und Opfer stammen aus dem Havelland

Die Sanitäter versuchten noch, den angeschossenen Mann wiederzubeleben. Es gelang ihnen nicht. Der Mann starb an der Unfallstelle. Er soll 31 Jahre alt sein. Seine 23-jährige Freundin wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo sie am Abend notoperiert wurde. Sie konnte bislang noch nicht vernommen werden. Der Jäger und das Todesopfer stammen aus dem Havelland. Zur Herkunft der Frau machte die Staatsanwaltschaft bisher keine Angaben.

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Der Jäger ist 30 Jahre alt und wohnt im Havelland. Er fuhr mit einem Auto mit Havelländer Kennzeichen an den Tatort. Der Wagen ist von der Polizei sichergestellt worden.

Jagdverband drückt sein Bedauern aus

Nach MAZ-Informationen stammt der Jagdpächter des Felds aus dem Havelland. Er ist aber nicht der Täter. Er kann das Feld an Jäger verpachten, die dort dann das Jagdrecht ausüben. In einer Mitteilung hat der Landesjagdverband Brandenburg den Betroffenen sein tiefstes Mitgefühl ausgesprochen. „Wir sind geschockt und tief betroffen“, sagte Wolfgang Bethe, Präsident des Jagdverbandes. „Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen, denen wir unser tief empfundenes Mitgefühl ausdrücken. Der jungen Frau wünschen wir von Herzen gute Genesung.“

In Tietzow herrschte am Donnerstag nach der Tat tiefe Betroffenheit. Viele Anwohner zeigten sich geschockt. Weil das Feld etwas außerhalb vom Ort liegt, haben viele Anwohner erst am Morgen von dem Unglück erfahren.

Jäger aus Mahlenzien für tödliche Schüsse verurteilt

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Das Unglück vom Mittwochabend ist nicht der erste tödliche Jagdunfall im Land Brandenburg. Vor zwei Jahren hat ein Mann beim illegalen Jagen in Mahlenzien, einem Ortsteil von Brandenburg an der Havel, aus Versehen seinen besten Freund erschossen. Der Mann kam vor Gericht, erst jetzt ist der Fall abgeschlossen.
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Jagdunfälle

  • Jäger erschießt Radfahrer: Bei der Wildschweinjagd feuert ein Jäger in Südfrankreich im Oktober 2008 versehentlich auf einen Radfahrer. Der 24-Jährige stirbt sofort.
  • Jäger erschießt seinen Freund: Ein 74-jähriger Brandenburger erschießt im August 2013 aus Versehen seinen Freund - beim gemeinsamen Wildern im Pirschbezirk Mahlenziehn, einem Ortsteil von Brandenburg.
  • Jäger erschießt Jäger: In einem Maisfeld nahe Würzburg erschießt ein 74-Jähriger seinen 44-jährigen Jagdpartner. Die Polizei geht von einem «tragischen Unglücksfall» aus. Beide waren im August 2014 auf der Jagd nach Wildschweinen.
  • Jäger erschießt sich selbst: Im Januar 2015 stirbt ein Jäger im Allgäu durch eine Kugel aus seiner eigenen Waffe. Der 50-Jährige stieg von seinem Hochsitz herab, dabei löste sich der Schuss.
  • Querschläger im Kinderzimmer: Großes Glück haben im Januar 2015 Vater, Mutter und ihre siebenmonatige Tochter in Rheinland-Pfalz. Der Irrläufer eines Jägers schlägt durch ein Fenster, prallt von der Zimmerwand ab und landet im Kinderbett. Alle bleiben unverletzt.

Von MAZonline

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