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Rathenow

Erfolgsnachrichten aus Gambia

Elke Dartsch hat für die Havelländer ein Lächeln aus Gambia mitgebracht.

Elke Dartsch hat für die Havelländer ein Lächeln aus Gambia mitgebracht.

Rathenow. Wo vor einem Jahr noch kleine, zarte Bäume auf trockenem Boden standen, gedeihen heute kräftige Orangenbäume, die erste Früchte tragen. Ringsum wachsen Kohl, Salat und anderes Gemüse.

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Ein neuer Geräteschuppen bietet Platz für Saatgut und Gerätschaften. Auch ein Schulungsraum und ein Gastraum für auswertige Arbeiter gehören inzwischen zu dem großen Gemeinschaftsgarten in dem Dorf Kitty in Gambia.

„Entstanden ist all das und vieles mehr auch Dank Ihrer Hilfe“, erklärte Elke Dartsch am Dienstagabend rund 40 interessierten Gästen im Restaurant „Zum Alten Hafen“.

Sie waren gekommen, um von der Göttlinerin zu erfahren, wie es den Menschen in Gambia geht und wie es um die verschiedenen Hilfsprojekte steht, die der Verein „Hand in Hand“ auch mit Unterstützung aus dem Havelland realisiert.

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Anfang April kehrte Elke Dartsch tief beeindruckt und um einiges entschleunigt von ihrer zweiten Reise aus Gambia zurück. Die dabei entstandenen Bilder präsentierte sie nun zusammen mit berührenden, heiteren aber auch besorgniserregenden Geschichten in einem sehr persönlichen Vortrag.

Möbel made in Gambia statt Import aus Europa

Dem lauschten auch Kerstin Gebhardt, die Vorsitzende von "Hand in Hand", und Vereinsmitglied Kerstin Tenschert aufmerksam. Die beiden waren mit der Göttlinerin, weiteren Vereinsmitgliedern und zwei Studenten nach Gambia geflogen und kamen nun extra aus Bitterfeld und Leipzig nach Rathenow.

„Hand in Hand unterstützt in erster Linie Agrar-Projekte, die den Menschen in Gambia helfen, sich eine eigene Existenz aufzubauen“, so Elke Dartsch. Wie gut das funktioniert, zeigte sie unter anderem am Beispiel des Schulgartens in Rumba. Dort können aus dem Verkauf der Ernte inzwischen die Lehrkräfte bezahlt werden.

Zudem sitzen viele der knapp 200 Schüler heute an Schreibtischen, die die Helfer aus Deutschland in Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort anschaffen konnten. Die Möbel sind natürlich made in Gambia. Denn statt Gebrauchtes aus Europa zu importieren, achtet der Verein darauf, die gambische Wirtschaft zu unterstützen.

Mit Hilfe von „Hand in Hand“ werden nun noch zwei neue Unterrichtsräume gebaut, denn die Einrichtung platzt aus allen Nähten. „Immer mehr Eltern schicken ihre Kinder aufgrund der positiven Entwicklung in die Schule“, freute sich Elke Dartsch.

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Elke Dartsch kam der Bitte der Stinknormalen Superhelden nach und hat Kinder und Jugendliche in Gambia zum Müll sammeln begeistert. Weil es dort keine Müllentsorgung gibt, wissen die Menschen nicht, wohin mit den Abfällen. Elke Dartsch will das Thema im Blick behalten.

Elke Dartsch kam der Bitte der Stinknormalen Superhelden nach und hat Kinder und Jugendliche in Gambia zum Müll sammeln begeistert. Weil es dort keine Müllentsorgung gibt, wissen die Menschen nicht, wohin mit den Abfällen. Elke Dartsch will das Thema im Blick behalten.

Mut machten den Gästen im Alten Hafen die verschiedenen Vorher-Nachher-Fotos aus den mittlerweile sieben Dörfern, die der Verein unterstützt. „So sah das Zimmer, in dem ein Arzt die Menschen in Kitty kostenlos behandelt 2017 aus: ein kleiner Tisch und nicht mal eine Hand voll Medikamente. Und so sieht es dort heute aus: Neue Regale gefüllt mit Verbandsmaterial und Medikamenten“, erklärte Elke Dartsch stolz.

Diese und viele andere Nachrichten sorgten am Dienstagabend für positive Stimmung. „Es gibt aber auch einiges, das mir große Sorgen bereitet“, gestand Elke Dartsch und zeigte ein aktuelles Bild von jenem Strand, an dem sie vor sechs Wochen selbst lag.

„Der Strand ist jetzt übersät mit toten Fischen, weil die Abwässer der neuen Fischmehlfabrik, die chinesische Investoren hier errichtet haben, ins Meer und ins Grundwasser geleitet werden“, berichtete die sichtlich betroffene Göttlinerin.

Die Hilfsprojekte der Havelländer für Gambia

Seit 2015 unterstützt der Verein „Hand in Hand“ die Menschen in Gambia.

Seit 2016 beteiligen sich Dank Elke Dartsch auch viele Havelländer an verschiedenen Hilfsprojekten.

Zunächst spendeten sie Geld für rund 180 Orangenbäume, die im Frühjahr 2017 im Gemeinschaftsgarten in Kitty gepflanzt wurden.

Unter dem Motto „1000 Tropfen sind ein Brunnen“ spendeten Havelländer letzten Herbst 1000 Euro für den Bau eines Brunnens, der nun in Betrieb ist.

Nun nahm Elke Dartsch wieder Bälle, Schuhe, Verbandsmaterial, Kreide, Hefte, Stifte, Luftballons und mehr mit.

„Den Fischern, den jungen Männern, die hier gerade ein Restaurant und eine Bar eröffnet haben und vielen anderen wurde damit die Lebensgrundlage und jegliche Perspektive entzogen“, machte Elke Dartsch deutlich.

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Den Mut lässt sie sich dennoch nicht nehmen: „Die Menschen in Gambia begehren langsam gegen das Vorgehen der Chinesen auf. Sie haben erkannt, dass diese Art von Investitionen dem Land schaden.“

Trotz der negativen Nachrichten und anderer kleiner Hürden, die dafür sorgen, dass die Helfer vor Ort immer wieder vor neuen Herausforderungen stehen, überwiegt das Positive.

Das machte Elke Dartsch in mehr als zwei Stunden Vortag deutlich. Auch die zweite Reise nach Gambia habe ihr gezeigt, Hilfe zur Selbsthilfe ist möglich. Deshalb wird sie weiterhin „Hand in Hand“ unterstützen und die Havelländer dabei um Hilfe bitten.

Ideen für neue Projekte hat sie natürlich schon. „Die Augenklinik braucht dringend medizinische Geräte und Sehhilfen. Wir sind die Stadt der Optik, da muss doch was möglich sein“, ist sich Elke Dartsch sicher.

Von Christin Schmidt

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