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Rathenow

Geflüchtete Frauen sprechen Klartext

Vereinsgründerin Fatuma Musa Afrah bot dem Bürgermeister Ronald Seeger somalische Spezialitäten an.

Vereinsgründerin Fatuma Musa Afrah bot dem Bürgermeister Ronald Seeger somalische Spezialitäten an.

Rathenow.Die havelländische Kreisstadt braucht dringend mehr Kitaplätze – das ist eine von vielen Botschaften, die rund 80 Frauen am Freitag im Saal der Musikschule am Schwedendamm zusammentrugen.

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Hier fand die erste Konferenz für geflüchtete Frauen im Havelland statt, die zugleich Auftaktveranstaltung der Frauenwoche im Westhavelland war.

Dazu eingeladen hatte Fatuma Musa Afrah mit ihrem Verein United Action. Seit einem Jahr organisiert die gebürtige Somalierin im Westhavelland Projekte für geflüchtete Frauen.

Der Verein United Action bringt Organisationen und geflüchtete Frauen zusammen, um über Probleme und mögliche Lösungen zu sprechen.

Der Verein United Action bringt Organisationen und geflüchtete Frauen zusammen, um über Probleme und mögliche Lösungen zu sprechen.

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Nun organisierte sie mit zahlreichen Helfern ihre erste Konferenz. „Es gibt hier so viele Menschen, die in verschiedenen Bereichen aktiv sind und sich engagieren. Wir wollen mit dieser Konferenz die unterschiedlichen Akteure und Organisationen zusammenbringen, um gemeinsam mit den Frauen an Lösungen zu arbeiten“, so Fatuma Musa Afrah

Neben zahlreichen Frauen aus Ländern wie Afghanistan, Syrien, Eritrea und Somalia waren unter anderem das Jobcenter, die Stadt Rathenow, das Gesundheitsamt des Landkreises, die Arbeiterwohlfahrt, das IQ Netzwerk, Pro Familia und der Paritätische Wohlfahrtsverband vertreten.

Um allen Teilnehmerinnen die Möglichkeit zu geben, sich zu äußern und ihre Probleme vorzutragen, hatten die Organisatorinnen Workshops in vier Sprachen angeboten.

In kleinen Gruppen tauschten sich die Teilnehmerinnen aus und brachten Probleme offen zur Sprache.

In kleinen Gruppen tauschten sich die Teilnehmerinnen aus und brachten Probleme offen zur Sprache.

Zudem hatten die Vertreter der Organisationen die Möglichkeit, sich den Teilnehmerinnen vorzustellen, aber auch miteinander ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen. Nach intensiven Gesprächen und Diskussionen folgte eine erste Auswertung, bei der die drängendsten Probleme auf den Tisch kamen.

Neben dem großen Wunsch nach Kitaplätzen, der in allen Gruppen ganz oben auf der Liste stand, kam auch das Wohnungsproblem mehrfach zur Sprache. Außerdem wünschen sich viele Frauen, dass der öffentliche Nahverkehr ausgebaut wird.

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Einige sprachen von Erfahrungen mit Diskriminierung. Sie berichteten von Busfahrern, die sie stehen lassen und Hausärzten, die keine Flüchtlinge behandeln. Dazu gab es den Wunsch, mehr über die eigenen Rechte zu erfahren.

Indre Bogdan vom Paritätischen Bildungswerk eröffnete die Veranstaltung.

Indre Bogdan vom Paritätischen Bildungswerk eröffnete die Veranstaltung.

„Wir wünschen uns Sportkurse, bei denen wir unser Kopftuch nicht ablegen müssen oder die Möglichkeit, in geschützten Räumen ohne Kopftuch gemeinsam Sport zu treiben“, erklärte eine Teilnehmerin.

Berichtet wurde auch von positiven Erfahrungen. „Für viele von uns ist Rathenow ein Zuhause geworden, wir fühlen uns gut aufgenommen, trotz der Probleme“, machte eine Frau deutlich.

Am Ende des Tages gab es jede Menge Ideen und Ansätze, die nun in die Tat umgesetzt werden müssen. „Reden ist gut, aber das allein hilft nicht. Wir müssen gemeinsam Aktionen machen!“, forderte Fatuma Musa Afrah.

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Sie ermutigte die Frauen, selbst aktiv zu werden: „Wartet nicht auf Antworten. Ihr müsst selbst wollen, selbst denken, selbst organisieren.“

Finanziert wurde die Veranstaltung von der Robert Bosch Stiftung. Die Partnerschaft für Demokratie Westhavelland und Nauen half bei der Organisation. Im November soll es einen zweiten Teil geben. Dann können erste Ergebnisse präsentiert werden.

Von Christin Schmidt

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