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Lesung

So ist das Leben in Kirgisistan

Zur Lesung mit Markus Huth kamen auch Gäste, die in Kirgisistan geboren wurden, so wie Larissa aus Talas (l.).

Zur Lesung mit Markus Huth kamen auch Gäste, die in Kirgisistan geboren wurden, so wie Larissa aus Talas (l.).

Rathenow.Rathenows Literaturfreunde strömten am Dienstagabend in Scharen ins Stadtzentrum. Ihr Ziel: Die Buchhandlung Tieke. Der Autor Markus Huth hatte sich angekündigt und mit der Vorstellung seines Debütwerks „Ohne Plan durch Kirgisistan“ offenbar den Nerv des hiesigen Publikums getroffen. „Wir hatten so viele Reservierungsanfragen, dass wir leider einigen absagen mussten“, gestand Buchhändlerin Susan Schwarzlose.

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Mit einer so großen Resonanz hatte auch der Autor nicht gerechnet. Zu seinen ersten beiden Lesungen in Berlin und Pasewalk kamen jeweils rund 40 Gäste, in Rathenow waren es mehr als doppelt so viele. „Ich bin schockiert“, erklärte der 36-Jährige mit einem Lächeln, das eine leichte Anspannung verriet.

Markus Huth, Journalist, Autor, Fotograf und Weltenbummler, eröffnete mit der Vorstellung seines außergewöhnlichen Reiseroman in diesem Jahr die beliebte Reihe Literaturgespräche Premnitz/Rathenow.

Leben mit einer Nomadenfamilie

„In dem Buch sind zwei Reise zusammengefasst, die erste 2013, die zweite 2016. Ein Freund fragte mich damals, ob ich mit ihm durch Kirgisistan touren würde. Ich sagte sofort zu, dabei wusste ich nicht einmal, wo dieses Land liegt. Ich steckte gerade in einer Lebenskrise und wäre auch zum Mond geflogen“, so Huth.

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Wenige Wochen später saß er im Sattel eines Pferdes, auf dem er sich mit seinen 1,86 Meter wie ein Riese vorkam. Mit seinem Kumpel Franz brach er zu einem dreitägigen Ritt zum Bergsee Songköl auf, um das Leben einer Nomadenfamilie kennenzulernen. Dabei ist anzumerken, dass weder Huth noch sein Reisebegleiter bis dato auf einem Pferd gesessen hatte.

Während der sympathische Gast die zum Teil witzigen, zum Teil träumerischen Abschnitte aus dem Kapitel „Locker im Sattel“ vorlas, schaute sein Publikum auf die Leinwand. Dort waren sattgrüne Berge und Täler, funkelnde Seen, lachende Kinder, Wildpferde und Jurten mitten im Nirgendwo zu sehen.

Markus Huth will nächstes Jahr wieder nach Rathenow kommen

Die Aufnahmen, die Markus Huth während seiner Reise durch die Vorzeigedemokratie Zentralasiens gemacht hatte, lösten bei so manchem Zuhörer Fernweh weckten. Beim Publikum kam die Mischung aus Lesung und Bilderschau gut an. Alle lauschten aufmerksam, lachten mal herzhaft oder staunten hörbar. Und ganz nebenbei lernten sie auch noch einiges über Kirgisistan.

Das Nationalgetränk ist gegorene Stutenmilch, der Nationalsport Buzkaschi – ein Reitspiel, bei dem es darum geht, eine geköpfte Ziege in einen Kessel zu versenken, und wenn junge Frauen von jungen Männern verschleppt werden, ist das keine Entführung, sondern ein Brautraub und ist noch immer Tradition in dem Land.

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Das all das, was Huth berichtete, tatsächlich der Wahrheit entspricht, bestätigten am Ende drei Gäste, die im kirgisischen Talas geboren wurden. Ebenfalls im Publikum saß die sichtlich stolze Mutter des Autors, Marina Huth. Einen weiten Anfahrtsweg hatte sie nicht. Die Eltern des vielgereisten Markus Huth leben in Nennhausen. Sein Vater Stefan Huth führt dort seit 2013 das Pfarramt.

Wenn alles klappt und im nächsten Jahr sein neues Buch erscheint, kommt Markus Huth, der zurzeit auf den Kanaren lebt, wieder nach Rathenow. Das hat er zum Abschluss Susan Schwarzlose zugesagt.

Von Christin Schmidt

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