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Lausitz Science Park

Memorandum für Lausitzer Wissenschaftspark unterzeichnet

Blick über den Campus an der BTU - Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg.

Blick über den Campus an der BTU - Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg.

Cottbus. Hybridantriebe statt Kohle, Gesundheit statt Bagger, Künstliche Intelligenz statt Halden – auf diesen Nenner könnte man die Pläne zum Lausitz Science Park (LSP) in Cottbus auf dem ehemaligen Flughafengelände im Nordwesten der Stadt bringen. "Es ist ein Tag, der einen wichtigen Meilenstein für die Entwicklung der gesamten Region darstellt", sagte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Montag anlässlich der Unterzeichnung eines sogenannten "Memorandum of Understanding".

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25 Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft bekundeten mit ihrer Unterschrift unter das Dokument, dass sie nun in die konkrete Planung eines Wissenschaftsparks in der Nähe des Campus der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg einsteigen würden. Als Vorbild gilt der inzwischen weltbekannte Berliner Wissenschaftspark Adlershof, auf dem nicht nur geforscht wird, sondern von dem auch innovative Produkte ausgehen.

Klimaneutrales Fliegen und Mikroelektronik

Der LSP versteht sich als Teil des Strukturwandels nach dem Kohleausstieg. Der Bund hat bislang 300 Millionen Euro für das ambitionierte Projekt zugesagt. Indirekt sind durch das "Center for Hybrid Systems Cottbus" (Chesco), das unter anderem klimaneutrale Flugzeugantriebe entwickeln will, schon jetzt 230 Millionen Euro des Landes in den Wissenschaftspark geflossen. Auch das Chesco und seine Partner sollen einen Sitz im LSP haben. Federführend für die Entwicklung des Wissenschafts- und Technologiestandorts ist die BTU. Diese will den LSP laut Präsidentin Gesine Grande zu einem der "Top 3 Wissenschafts- und Wirtschaftsparks in ganz Europa" machen.

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Unterzeichnet haben nicht nur die Oberbürgermeister von Cottbus und Senftenberg, Holger Kelch (CDU) und Andreas Friedrich (SPD), sondern unter anderem auch Gerhard Kahmen, der Geschäftsführer des Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik (IHP) in Frankfurt (Oder), Andreas Peter, Leiter der Standorte Ost des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums (DLR), Dirk Geisinger, Geschäftsführer von Rolls-Royce Deutschland, Adam Kaczmarek, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für das Land Berlin sowie das Energieunternehmen LEAG.

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Die Unterzeichner sind schon mehr oder minder an konkreten Projekten beteiligt oder wollen solche unterstützen. Laut BTU-Präsidentin Grande gelten schon zehn Vorhaben als sicher. Unter anderem sollen auf einer rund 420 Hektar großen Fläche eine Einrichtung namens „Innovationscampus Elektronik und Mikrosensorik Cottbus“ – kurz: iCampus – entstehen. An diesem iCampus wäre unter anderem das Frankfurter Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik beteiligt. Der Campus soll mit Unternehmen neue Produkte in der Mikrosensorik und der Digitalisierung hervorbringen.

Das Projekt „T-Cell“ wiederum will eine dezentrale Energieversorgung unter anderem mit regenerativ erzeugtem Wasserstoff aufbauen. Ansiedeln auf dem Gelände will sich auch die Initiative „Land-Innovation-Lausitz“. Zu dem Projekt gehören unter anderem das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) in Müncheberg (Märkisch-Oderland), aber auch das Fraunhofer Institut für Angewandte Polymerforschung (IAP) in Potsdam. Die Initiative will die Lausitz zur Modellregion für eine bessere Landnutzung machen. Dabei geht es um klimaangepassten Anbau von Nutzpflanzen, um Biomaterialien und den Schutz der Böden.

Laut BTU-Präsidentin Grande gebe es jetzt schon sehr viele an dem Projekt interessierte Unternehmen. Man müsse schon jetzt eine Auswahl treffen, ob die Firmen auch ins Profil passten. Insgesamt soll es in dem geplanten Science Park um die Energiewende, Gesundheits- und Lebenswissenschaft, Künstliche Intelligenz und Sensorik sowie um die Transformation industrieller Prozesse weltweit gehen. Auf dem Wissenschaftspark soll es sowohl Forschung wie auch Entwicklung geben. Erhofft wird auch die Gründung innovativer Start-ups.

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Nukleus für die wirtschaftliche Entwicklung

Brandenburgs Ministerpräsident Woidke sieht den LSP als das dritte Standbein der Transformation in der Lausitz neben dem Instandhaltungswerk der Deutschen Bahn und der geplanten Innovationszentrum Universitätsmedizin in Cottbus (IUC). Mit dem Memorandum of Understanding sicherten die Unterzeichner eine neue wirtschaftliche Entwicklung und Anreize für die gesamte Region. Der Wissenschaftspark bilde einen Nukleus mit sehr anwendungsorientierten Wissenschaften, insbesondere im Bereich klimaneutraler Mobilität, und könne daher in Zukunft Ausstrahlung in ganz Deutschland haben.

Ab 2025 rechnet man mit dem Bau der ersten neuen Gebäude auf dem LSP-Gelände. Laut dem Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch sind entsprechende Bebauungspläne schon auf dem Weg. Woidke regte für schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren ein Beschleunigungsgesetz an, wie es das 1991 nach der Wende durch den Bund für die schnelle Entwicklung des ostdeutschen Verkehrsnetzes gegeben habe.

Langfristig rechnet man auf dem Science Park mit 10000 neuen, zum Teil hochqualifizierten Arbeitsplätzen. BTU-Präsidentin Gesine Grande rechnete vor, dass ein voll entwickelter Science Park mehr als eine Milliarde Euro Umsatz im Jahr und damit Steuereinnahmen von bis zu 225 Millionen Euro generieren könne.

Von Rüdiger Braun

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