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Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei

Nach Gift-Unfall: A10 auch Mittwoch gesperrt

Der Gefahrguttransporter hat beide Mittelleitplanken durchbrochen.

Der Gefahrguttransporter hat beide Mittelleitplanken durchbrochen.

Potsdam. So einen großen Einsatz habe er seit Jahrzehnten nicht erlebt, sagte ein Beteiligter am späten Dienstagabend: Der schwere Lkw-Unfall Dienstagmittag auf der A10 am Dreieck Nuthetal entpuppt sich als Gift-Unfall und wird zum Alptraum für die Einsatzkräfte. Zunächst war wohl von einem "normalen" Lkw-Unfall ausgegangen, doch dann stellte sich die Fracht des Lkw als gefährlich heraus.

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Autobahn bis mindestens Mittwochnachmittag gesperrt

Die Autobahn bleibt mindestens noch bis Mittwochnachmittag gesperrt, sagte ein Sprecher der Autobahnwache Michendorf am späten Dienstagabend der MAZ. Der Grund: Bei dem verunglückten Lkw handelt es sich um einen Gefahrguttransporter, aus dem bei dem Unfall giftige Substanzen austraten. Diese müssten erst gebunden werden, bevor der Lkw geborgen werden kann. Die Bergung des Lkw kann also frühestens am Mittwoch erfolgen, so lange muss die Autobahn in beide Richtungen gesperrt bleiben.

Einsatzkräfte verletzt?

Ob Einsatzkräfte verletzt wurden, konnte der Sprecher noch nicht sagen. Die rund 150 Einsatzkräfte würden derzeit (Stand 22.30 Uhr) medizinisch behandelt. Ein Augenzeuge berichtete, dass an der Unfallstelle große beheizte Zelte aufgestellt wurden, um die Feuerwehrleute zu untersuchen. Sie mussten sich bis auf die Unterwäsche ausziehen, da die Kleidung vermutlich kontaminiert sei, so der Augenzeuge. Es seien Notärzte und viele Krankenwagen vor Ort.

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A10 seit Dienstag 13 Uhr dicht

Der schwere Verkehrsunfall auf der A10 auf dem südlichen Berliner Ring ereignete sich etwa einen Kilometer östlich des Dreiecks Nuthetal in Richtung Ludwigsfelde. Die Autobahn ist in beide Richtungen seit dem frühen Dienstagnachmittag komplett gesperrt. Stau bis in den Abend war die Folge, gegen 15 Uhr staute sich der Verkehr in beide Richtungen jeweils rund sieben Kilometer.

Zunächst hatte es geheißen, die A10 könne gegen 18 Uhr wieder freigegeben werden. Doch gegen 17 Uhr war absehbar: Die A10 muss wesentlich länger gesperrt bleiben, da der Lkw wegen der giftigen Substanzen nicht so schnell geborgen werden kann.

Stau auch auf sämtlichen Ausweichstrecken

Es kam auf sämtlichen Ausweichstrecken zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen. Der Verkehr wurde weiträumig von der Autobahn abgeleitet.

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In Fahrtrichtung Frankfurt/Oder wurde der Verkehr über das Autobahndreieck Nuthetal und die Abfahrt Potsdam-Drewitz und von dort über die Landstraßen 79 und 795 zur Anschlussstelle Ludwigsfelde West geführt.

In Richtung Leipzig wurde der Verkehr an der Anschlussstelle Ludwigsfelde Ost über die B101 und die L40 zur Anschlussstelle Babelsberg auf die A115 und von dort wieder auf die A10 geführt.

Lkw kippt und fängt Feuer

Wie die Polizei am Nachmittag mitteilte, kam der polnische Scania-Sattelzug mit Auflieger gegen 12.42 Uhr auf Höhe des Autobahnkilometers 85,8 aus bisher ungeklärter Ursache nach links von der Fahrbahn ab, durchbrach die Mittelleitplanke und kam in den Gegenverkehr. Dabei stürzte der Sattelzug um. Aus dem Fahrzeugtank auslaufender Kraftstoff entzündete sich und setzte den Sattelzug in Brand, der innerhalb kürzester Zeit in voller Ausdehnung brannte.

Im Gegenverkehr mussten ein Pkw VW aus dem Landkreis Potsdam-Mittelmark und ein rumänischer Sattelzug dem Unfallfahrzeug ausweichen. Der VW-Caddy kam dabei von der Autobahn ab und fuhr in den Straßengraben. Zwischen dem umgestürzten polnischen Sattelzug und dem rumänischen Lkw auf der Gegenfahrbahn kam es zu einem Zusammenstoß.

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Der 34-jährige Fahrer des Scania, der aus Polen stammt, wurde bei dem Unfall verletzt. Rettungskräfte brachten ihn ins Krankenhaus, das er gegen 17 Uhr wieder verlassen konnte. Die anderen beiden Kraftfahrer blieben laut Polizei unverletzt.

Stau auf der A10 nach dem Lkw-Unfall

Stau auf der A10 nach dem Lkw-Unfall.

Großaufgebot der Feuerwehr

Ein Großaufgebot an Einsatzkräften von Polizei und Feuerwehr kam vor Ort und löschte den Brand. Allein die Feuerwehr war mit rund 150 Einsatzkräften angerückt, die Wehren aus Michendorf, Beelitz, Stahnsdorf, Kleinmachnow, Ludwigsfelde und andere waren mit mindestens 25 Fahrzeugen beteiligt.

Lkw mit ätzender Ladung – Gefahrstoffeinheit vor Ort

Der Unfall-Lkw hatte mehrere Gebinde mit insgesamt 2600 kg verschiedener ätzender Flüssigkeiten geladen, von denen ein Teil ausgelaufen ist. Unter anderem befand sich ein Stoffgemisch mit der UN-Nummer 3264 auf dem Lkw. Es handelt sich dabei um ein ätzendes, saures, anorganisches, flüssiges Stoffgemisch.

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Laut Angaben der Feuerwehr vom Nachmittag bestand zu keiner Zeit eine Gefahr für zivile Personen in der Umgebung. Trotzdem wurde aus Sicherheitsgründen ein Sperrkreis von 100 Metern um die Unfallstelle errichtet. Am Abend dann wurde der Sperrkreis erweitert und die ganze Nacht über aufrecht erhalten.

Die Gefahrstoffeinheit des Landkreises Potsdam-Mittelmark untersuchte am Abend, ob das Ladegut mit den Ladepapieren übereinstimmt und wie die Flüssigkeitsreste geborgen werden können.

Fehlende Rettungsgasse

Nach Auskunft eines Augenzeugen hatte es die Feuerwehr zunächst schwer, zum Unfallort zu gelangen, da es nicht durchgehend eine Rettungsgasse gab.

Von MAZonline

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