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Kampf gegen Krebs

Nick (13): „Viele konnten nicht fassen, dass ich wieder da bin“

„Nichts überstürzen“: Der 13-jährige Nick (m) wird von seiner Familie tatkräftig bei der Genesung unterstützt.

„Nichts überstürzen“: Der 13-jährige Nick (m) wird von seiner Familie tatkräftig bei der Genesung unterstützt.

Hohen Neuendorf. Was für ein großartiger Moment für den 13-jährigen Nick: Am vergangenen Dienstag war der Junge aus Hohen Neuendorf zum ersten Mal nach seiner schweren Leukämie-Erkrankung und der erfolgreichen Transplantation wieder in die Schule gegangen. „Es war sehr aufregend. Wir hatten Chemie und haben etwas mit dem Gasbrenner gemacht“, erzählt Nick im exklusiven MAZ-Gespräch. „Einige fragten mich, wie lange ich bleibe und ob ich morgen wiederkomme. Andere konnten es nicht fassen, dass ich wieder da bin.“ Überglücklich sei er, dass er wieder bei seinen Klassenkameraden ist. „Es ist eigentlich so wie immer. Nur die Sitzordnung hat sich verändert.“

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Überwältigende Typisierungsaktion

Dieser Optimismus tut gut. Denn hinter dem Achtklässler der Regine-Hildebrandt-Gesamtschule Birkenwerder liegen harte Monate. Am 5. Dezember 2017 hatte die Familie die schlimme Nachricht erhalten. Leukämie – eine besonders schwere Form. „Akute Myeloische Leukämie, M5. Nick braucht unbedingt einen Stammzellenspender, weil seine Krankheit ein hohes Rückfallrisiko hat“, klärte Vater Nino auf. Ein Spender musste her. Am 17. Februar gab es eine Typisierungsaktion in der Waldgrundschule Hohen Neuendorf. Diese übertraf alle Erwartungen. 1737 neue Registrierungen für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) standen am Ende auf der Liste. „Das ist wirklich unglaublich, ich bin überwältigt“, erklärte damals Mutter Stefanie.

Endlich ist die Leidenszeit vorbei

Ein Spender wurde gefunden. Und Nick kämpfte vom ersten Tag an. Der Heilungsprozess verlief gut. „Es hieß immer, dass wir danach 200 Tage überstehen müssen“, sagt die Mama. Nick durfte nur mit Mundschutz raus. Besuche von Freunden waren die Ausnahme. „Wir mussten vorsichtig sein“, so Nick. Am 25. Oktober 2018 war die Leidenszeit vorbei. „Wir waren gleich essen. Beim Italiener.“ Für den kleinen Kämpfer gab es Nudeln mit Champignonsoße.

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Kumpels warten auf Nicks Rückkehr

Auch die Freunde dürfen inzwischen wieder zum Konsole-Zocken vorbeikommen. „Fifa“ und „Fortnite“ sind in diesen Wochen der Renner. „Ich freue mich sehr, alle wiederzusehen“, sagt Nick, der beim SV Blau-Weiß Hohen Neuendorf zu den größten Fußball-Talenten gehört. Nick will zurück auf den Platz. „Ein Freund von mir hat sich den Arm gebrochen. Nächste Woche wird er operiert und es werden ihm die Drähte rausgenommen. Wir haben uns geschworen, dass wir gemeinsam zurückkommen.“

Nick gibt in der Schule Gas

Nick und seine tapferen Eltern gehen die Sache ruhig an. „Nichts überstürzen“, sagt Mutter Stefanie (38). „Nick gibt in der Schule Gas, um den versäumten Stoff aufzuholen. Dank der Schulleitung war es möglich, dass Nick in seiner alten Klasse bleibt. Dafür sind wir dankbar. Ob das funktioniert, werden wir sehen.“ Die ersten Tage haben dem Dribbelkünstler schon mal gefallen. „In der ersten Woche war ich verkürzt da. Das war nicht so anstrengend. Seit Montag gehe ich Vollzeit. Ich merke schon, dass ich das nicht mehr gewohnt bin.“ Auf die Frage, wie lange er denn nun bleibe, hat der ehrgeizige Nick nur eine Antwort: Für immer!

Lesen Sie dazu auch:

MAZ vom 27. Mai 2018: „Gute Nachrichten von Nick

MAZ vom 26. Februar 2018: „Über 1700 neue Registrierrungen für Nick

MAZ vom 19. Februar 2018: „Welle der Hilfsbereitschaft für kranken Nick

MAZ-Artikel vom 30. Januar 2018: „Sportfamilie rückt für den kleinen Nick eng zusammen

MAZ-Artikel vom 28. Januar 2018: „Freund Vincent bittet: Lasst euch typisieren

MAZ-Artikel vom 24. Januar 2018: „Krebskranker Nick braucht einen Stammzellspender

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Von Sebastian Morgner

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