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Bergfelde

Postdienstleistungen kommen für Fahrradhändler nicht in Frage

Bürgermeister Stefen Apelt und Torsten Antonius (l.) von der Firma Highend-e-Mobility bei dem Unternehmerbesuch.

Bürgermeister Stefen Apelt und Torsten Antonius (l.) von der Firma Highend-e-Mobility bei dem Unternehmerbesuch.

Bergfelde.„Es geht mittlerweile wieder. Ich bin begeistert“, sagt Bürgermeister Steffen Apelt, als er schwungvoll in die Pedale tritt. Nach einer Knie-Operation hatten ihn Krankenhauskeime lahm gelegt. Nachdem er vor einiger Zeit seine Krücken beiseite legen konnte, könne nun auch das Radfahren wieder auf die Aktivitätenliste gesetzt werden, freut er sich.

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Auf diese Weise barg der jüngste Unternehmensbesuch des Verwaltungschefs im Rahmen der neuen Reihe zum Kennenlernen der lokalen Wirtschaft zusätzlich einen persönlichen Erkenntnisgewinn. Denn sein Ziel war am Dienstagnachmittag das Bergfelder Unternehmen H-e-M Highend-e-Mobility (radnachmass.de). Die Firma bietet Produkte und Dienstleistungen rund um das passgenaue (Elektro-)Fahrrad. Mitarbeiter Torsten Antonius, der das Geschäft künftig in Eigenregie weiterführen möchte, stellte das Angebotsspektrum vor. Im Mittelpunkt steht eine genaue Vermessung, um die optimale Sitzposition zu ermitteln. Sogar die Druckpunkte auf dem Sattel können gemessen und mit Hilfe eines Computers dargestellt werden, um einen maximalen und vor allem gesunden Sitzkomfort zu erreichen, erläutert der 52-Jährige Oranienburger, der auch Tourenleiter beim ADFC ist. Besonders Personen mit körperlichen Einschränkungen könnten von den Fahrrädern mit Elektroantrieb profitieren. Am Angebot seien in dem Bergfelder Geschäft an der Birkenwerder Straße 8 auch Nachrüstsätze für herkömmliche Fahrräder.

Bürgermeister Apelt erkundigte sich bei dem angehenden Geschäftsinhaber, inwieweit das Unternehmen Aufgaben der im Dezember geschlossenen Bergfelder Postfiliale übernehmen könnte. Er habe zunächst mit dieser Möglichkeit geliebäugelt, sagt Antonius. Doch nach reiflicher Überlegung und Gesprächen mit Postpartnern nehme er Abstand von diesem Zusatzangebot: „Das würde meine Flexibilität zu sehr einschränken.“ Er könnte seinen Hol- und Bringedienst nicht realisieren und müsste im Zweifelsfall jemanden einstellen. Der benachbarte IT-Shop biete immerhin DHL-Dienstleistungen an.

Beim Postagenturnehmerverband Deutschland fällt das Urteil auf MAZ-Nachfrage vernichtend aus: „Nur ein Nichtkaufmann übernimmt noch eine Postpartnerfiliale, gibt diese aber zwangsweise wieder auf, sobald sein Steuerberater nach circa einem bis 1,5 Jahren ihn eines besseren belehrt“, sagt Vorsitzender Udo Böer. Mit Einführung der aktuellen Verträge seien die Provisionen stark gekürzt worden, insbesondere für Finanzdienstleistungen (Postbank) und bei den Postfächern. Dadurch müsse je nach Lage, Größe und Kundenfrequenz mit Einbußen von bis zu 30 Prozent gerechnet werden, so Böer. Sein Fazit: „Der Betrieb einer Postpartnerfiliale deckt die Ausgaben für Personal- und Sachkosten gerade. Ein Gewinn ist kaum zu erzielen. Dabei ist der Betrieb sehr aufwendig und behindert das übrige Geschäft.“

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Von Helge Treichel

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