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Oranienburg

Mittendrin im Läufer-Meer

Mehr als 44 000 Läufer nahmen am Berlin-Marathon 2018 teil und sorgten für einen neuen Rekord.

Mehr als 44 000 Läufer nahmen am Berlin-Marathon 2018 teil und sorgten für einen neuen Rekord.

Berlin/Oberhavel. Mit mehr als 44 000 Teilnehmern einen neuen Rekord aufgestellt, über eine Millionen Menschen an der Laufstrecke und ein Fabel-Weltrekord von Eliud Kipchoge aus Kenia – die diesjährige Auflage des seit 1974 ausgetragenen Berlin-Marathons sprengte alles bisher Dagewesene. Unter den zigtausenden Läufern fanden sich auch viele Sportbegeisterte aus dem Landkreis Oberhavel.

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Egal, ob aus dem Süden oder Norden des Landkreises, viele Läufer nutzten die kurze Anfahrtstrecke nach Berlin, um am Marathon teilzunehmen. „Es ist natürlich viel bequemer und näher dran als New York oder London“, erklärte auch der Hennigsdorfer Stahl-Athlet Mike Tilgner, der mit seiner zehnten Teilnahme am Berliner Marathon in den Jubilee-Club aufgenommen wird und fortan eine feste Startnummer bekommt. Mit einer Zeit von 2:51:30 h belegte Tilgner am Ende Platz 798.

Etwas schneller unterwegs war da Rene Latzke von der LG Oberhavel. Zwei Tage nach seinem 42. Geburtstag lief der Berliner seinen insgesamt neunten Marathon – den siebten in Berlin – und durfte sich nach 42,195 Kilometern über eine neue persönliche Bestzeit freuen. Mit 2:45:24 h kam Latzke als 495. über die Ziellinie. Dabei ging der als Hauswart tätige 42-Jährige nicht mit dem Ziel einer persönlichen Bestzeit an den Start. „Man kann bei einem Marathon keine Rekorde planen. Ich wollte erstmal gut durchkommen und mich gut auf der Strecke fühlen.“ Umso näher die Ziellinie kam, je mehr spürte Latzke doch den Drang nach einem neuen persönlichen Rekord. „Wenn du dem Zielbereich näher kommst, schaust du schon auf die Uhr und kannst dann einschätzen, ob was geht. Die äußeren Bedingungen und die Strecke waren einfach wieder top und mich freut die neue Bestzeit.“

Der neue Weltrekordhalter aus Kenia lief knappe 45 Minuten schneller als Latzke, dennoch freue man sich als Hobbyläufer auch über die neue Weltbestmarke: „Absolut. Als wir das gehört haben, haben wir uns für ihn sehr gefreut. Da ist man nicht neidisch, man erkennt diese fabelhafte Zeit einfach an und freut sich darüber. Zudem bekommt er ja auch noch ein kleines Taschengeld obendrauf.“

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Beeindruckend war für den 42-Jährigen auch die Stimmung am Streckenrand. „Das ist jedes Jahr einfach phänomenal, wenn Hunderttausende am Streckenrand stehen und jeden Einzelnen anfeuern.“ Nun ist für Rene Latzke erstmal Regeneration angesagt, die nächsten zwei Wochen wird das Pensum runtergeschraubt.

Für den Oranienburger Rene Kloberdanz steht erstmal Körperpflege im Vordergrund. „Ich bin am Sonntag zum 14. Mal einen Marathon gelaufen, aber ich musste mich dieses Jahr extrem quälen. So ab Kilometer 25 wurde es sehr schwer und ich musste mit mir und meinem Körper kämpfen.“ Mit 4:44:14 h lief Kloberdanz als 21 739. über die Ziellinie und war dennoch einfach nur stolz. „Es hat wieder einmal super viel Spaß gemacht, die Stimmung war einfach nur gigantisch. Alleine dafür lohnt es sich immer wieder. Mein Körper hatte noch die Anstrengungen vom Mauerweglauf über die 160 Kilometer vor einigen Wochen nicht ganz verkraftet.“

Gordon Krüger aus Oranienburg war überwältigt von der Stimmung rund um das Brandenburger Tor. „Normalerweise bin ich eher ein Läufer, der immer mit Musik läuft und sich so ablenkt. Aber beim Marathon in Berlin lasse ich bewusst die Ohrstöpsel draußen, um alles richtig intensiv mitzubekommen. Die Stimmung ist unfassbar genial!“

Besonders freuten sich alle ins Ziel gekommenen Läufer und Läuferinnen über die Urkunden und Medaillen, die ihnen überreicht wurden. Vor allem für den 45-jährigen Rene Kloberdanz eine Medaille mit ganz besonderem Stellenwert: „Auf den Medaillen ist auf der Rückseite immer das Konterfei vom Vorjahressieger drauf. Und auch 2017 hatte Eliud Kipchoge gewonnen. Das ist schon genial, jetzt eine Medaille mit seinem Gesicht drauf zu erhalten – an dem Tag, an dem er einen neuen Fabel-Weltrekord läuft. Das ist schon eine große Ehre für mich und macht mich noch ein wenig mehr stolz.“

Von Knut Hagedorn

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