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Schildow

Braucht Schildow wirklich zwei Bahnhöfe?

Der Bahnhof und das Umfeld in Schildow sollen mit Anschluss an die Heidekrautbahn umgestaltet bzw. neu gebaut  werden.

Der Bahnhof und das Umfeld in Schildow sollen mit Anschluss an die Heidekrautbahn umgestaltet bzw. neu gebaut werden.

Schildow. Heiß diskutiert wurde am Montag beim Info-Abend zur Reaktivierung der Heidekrautbahn: Eingeladen hatte die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) als Planer. Sie wollte nicht nur mit den Anwohnern diskutieren, sondern sie auch mittels umfangreicher Power-Point-Präsentation von den vielen Vorteilen überzeugen. Denn die Nahverkehrslinie soll in Zukunft über ihre alte Stammstrecke hinaus zwischen Berlin-Wilhelmsruh und Basdorf (Barnim) wiederbelebt werden. Die Länder Berlin und Brandenburg hatten im Januar die Planungsvereinbarung mit der Niederbarnimer Eisenbahn-Aktiengesellschaft abgeschlossen.

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Eine Powerpoint-Präsentation soll Bürger informieren und überzeugen

Ein Argument nach dem anderen für einen Ausbau flimmerte bei der Info-Veranstaltung über die Leinwand. Durch die bessere Anbindung nach Berlin verkürzen sich die Fahrzeiten und auch weniger umgestiegen müsse werden. Gestiegene Pendlerströme, eine ansteigende Belastung des Straßenverkehrs sowie morgendlicher und abendlicher Stau mache die Reaktivierung notwendig. Auch neue Bahnsteige, je 140 Meter lang, müssten gebaut werden wie in Wilhelmsruh, PankowPark, am Wilhelmsruher Damm, in Blankenfelde, Mühlenbeck und Schönwalde West. In Schildow sollen die blau-weißen Züge gleich an zwei neuen Bahnhöfen halten.

Gleich zwei neue Bahnhöfe sind in Schildow angedacht

Ein Punkt, den viele Schildower nicht nachvollziehen können. „Warum braucht eine Gemeinde mit 6500 Einwohnern zwei Haltepunkte?“, fragt ein Mann. Antwort: „Das ist eine dringende Empfehlung vom Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg, um die Bahn attraktiver zu machen.“ Ein anderer Anwohner: „Das kommt mir sehr aufgezwungen vor.“ „Nicht nur der Bahnhof“, ruft eine Frau.

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Gutachten sollen die Lärmbelastung ermitteln

„Wie laut wird es für uns Bürger werden, die an der Strecke wohnen? Sind Schallschutzmaßhamen geplant? Wird es Erschütterungen geben“, fragt ein besorgter Mann. Antwort: „Wir sind erst in der Planungsvorphase. Jetzt müssen Gutachten zu Lärm, Schallschutz- und Erschütterungen erstellt werden. Dann wird entschieden.“ Durch die Erneuerung der Gleise würden Geräusche aber generell gemindert.

Ein anderer Anwohner will wissen, ob die Heidekrautbahn Pfeifsignale abgeben wird. Antwort: „Nein. Im Zug der Reaktivierung werden Bahnübergänge technisch gesichert.“ „Kommen Kosten auf die Gemeinde zu“, fragte ein Frau. Antwort: „An neuen Geh- und Radwegen ist die Gemeinde beteiligt – auch an den Bahnhofsübergängen.“ So sollen die fünf Bahnübergänge erneuert, die „wilde“ Überquerung am Kiessee gesichert werden. Wie, das soll in Abstimmung mit der Gemeinde geregelt werden.

Gemeinde gibt sich kämpferisch, will Verbesserungen durchsetzen

Die Planer weiter: Maximal ein bis zwei Minuten sollen Wartende vor geschlossener Schranke verweilen müssen. Ein Umstand, den viele Schildower skeptisch sehen. Sie halten eher vier bis fünf Minuten für realistisch. Streckenweise soll die Heidekrautbahn im 30-Minuten-Takt fahren, immer rund 80 Kilometer pro Stunde schnell. Schildows Bürgermeister Filippo Smaldino-Stattaus (SPD) gibt sich kämpferisch: „Ich werde anregen, schnell einen Ausschuss Heidekraut zu bilden. Wir haben uns schon mehrmals durchsetzen können wie beim Erhalten der Zehnrutenwegbrücke oder der Errichtung von Schallschutzwänden im Rahmen des Autobahnausbaus.“

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Wann und wo die nächsten Info-Veranstaltungen starten:

www.heidekrautbahn.de

Von Jeannette Hix

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