Oranienburg

Ein Märchenfrühstück nur für Frauen

Margit Böttcher, Marion Wölfer und Salka Rosa Gebhardt (v.l.) entführten in das Reich der Märchen.

Margit Böttcher, Marion Wölfer und Salka Rosa Gebhardt (v.l.) entführten in das Reich der Märchen.

Oranienburg. Auf die Frage, welche Märchenfigur sie gerne wäre, muss Margitta Orlamünder aus Nieder Neuendorf nicht lange überlegen: „Eine Prinzessin, die nur zum Nutzen des Vaters verheiratet wird: Nein. Auch nicht eine Bauerstochter. Ich wäre gern Frau Holle, die hat ihren eigenen Haushalt, ist großzügig und gerecht.“

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 Frauentagsfrühstück

Frauentagsfrühstück

Auch wenn die drei Märchenerzählerinnen von „DreiklangMärchen“, Marion Wölfer, Salka Rosa Gebhardt und Margit Böttcher, den alten Grimmschen Text zwar nicht im Programm hatten, so standen auch bei ihnen starke, gewitzte und kluge Frauen im Fokus. Frauen eben, die sich in den Geschichten aus aller Welt die Butter nicht vom Brot nehmen lassen. Am Sonnabend fand in der „Kaffeetante“ im Oranienburger Oranienwerk ein Frauenfrühstück mit Märchenerzählung statt. Anlässlich der 29. Brandenburgischen Frauenwoche natürlich einmal nur mit Frauenmärchen.

 Frauentagsfrühstück mit Märchenerzählungen bei der "Kaffeetante" im Oranienwerk

Frauentagsfrühstück mit Märchenerzählungen bei der "Kaffeetante" im Oranienwerk

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Es gab Erzählungen aus Afrika, aus Russland, dem Orient und aus Indien. Aber auch das humorvolle Gedicht von Wilhelm Busch über zwei ungleiche Schwestern brachte Marion Wölfer aus Velten den rund 40 Frauen zu Gehör. „Frauen sind empfänglicher für Märchen“, hat sie beobachtet. „Männer tun sie oft als Weiberkram ab.“ Dabei seien Märchenerzähler im Orient oft Männer. „Dort gilt das als eine hohe Kunst und ist hoch angesehen.“

Ein einladendes Frühstück

Ein einladendes Frühstück.

Bilder in den Köpfen zu generieren, das wollen die Frauen mit ihren Märchen, die sie stets frei erzählen So beschreibt ein indisches Märchen die Erschaffung der Frau mit folgenden Worten: Sie bekam die Runde des Mondes, die Schmiegsamkeit der Schlingpflanzen, die Geschwätzigkeit der Elster, die Treue der Wildente, die kalten Füße des Pinguins und die Geduld des Esels. Eigenschaften, von denen wohl jeder eine mit einer Frau in Verbindung bringt. Doch der Mann? Der war mit der weiblichen Schöpfung überfordert. Gab sie zurück, um sie dann doch zu vermissen. Die Moral von der Geschichte: Der Mann kann weder mit noch ohne Frau. „Die Botschaft muss jeder selber finden“, so Wölfer, die auf der Suche nach Märchen aus Velten ist.

Von Ulrike Gawande

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