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Oranienburg

Einzelhändler in Oranienburg: Alles steht und fällt mit den Parkplätzen

Running Man-Chef Steve Hinze.

Running Man-Chef Steve Hinze.

Oranienburg. Wie gelingt es die Oranienburger Innenstadt attraktiver zu gestalten und demnach auch die Kaufkraft zu erhöhen? Dieses Thema ist momentan aktueller denn je, da immer mehr Geschäfte leer stehen und selbst traditionelle Geschäfte aufgeben und den Standort verlassen.

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Immer mehr Geschäfte machen dicht in der Bernauer Straße.

Immer mehr Geschäfte machen dicht in der Bernauer Straße.

Die MAZ hat bei den Geschäftsleuten in der Bernauer Straße nachgefragt und dabei kristallisiert sich ganz klar heraus – es fehlt an ausreichenden Parkmöglichkeiten. „Man kann es ja keinem Kunden übel nehmen, wenn er nicht bei uns einkauft, wenn er vorher keinen Parkplatz findet“, schätzt zum Beispiel Frank Ritter vom HS Hausgerätehandel ein.

Für die Geschäftsleute gibt es dabei mehrere Modelle. Zum einen bräuchte man ein funktionierendes Parkleitsystem, um den Kunden genau zu zeigen, wo man parken kann. Zum anderen würde man sich auch wünschen, dass die Parkzeit auf gekennzeichneten Flächen verlängert wird. „Wenn man nur eine halbe Stunde parken kann, wird der Kunde sofort unter Druck gesetzt“, so Frank Ritter.

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Kerstin Lambeck vom Modegeschäft Jolie 31

Kerstin Lambeck vom Modegeschäft Jolie 31

Zudem wünschen sich die Geschäftsleute mehr Attraktivität, was verbunden ist mit einer größeren Vielfalt an Ladengeschäften. Vor allem aber stört die meisten Gewerbetreibenden der große Leerstand. „Das ist natürlich nicht einladend, wenn die Hälfte der Geschäfte leer steht“, bemerkt unter anderem Maria Windisch von der Ladengalerie Kolorit. In einem sind sich die Geschäftsleute der Bernauer Straße aber fast ausnahmslos einig. Eine Verkehrsberuhigung der Bernauer Straße würde keine Besserung bringen, eher die Situation noch verschlechtern.

Maik Gutenschwager vom Herrenmode-Geschäft.Herrenmode

Maik Gutenschwager vom Herrenmode-Geschäft.Herrenmode

„Es muss auf jeden Fall etwas passieren, sonst gehen hier in ein paar Jahren komplett die Lichter aus“, so Kerstin Lambeck vom Modegeschäft „Jolie 31“. Dabei sieht auch die aus Nassenheide stammende Kerstin Lambeck eine Entwicklung der Bernauer Straße abhängig von einer besseren Parkplatzsituation und einer größeren Bandbreite an Geschäften.

„Ein schönes Kaffee auf dem Boulevard wäre doch toll. Hier war mal ein Eiscafé, das war super. Leider ist dies auch schon eine Weile her“, so Kerstin Lambeck weiter. Desinteresse herrscht auf jeden Fall nicht bei den Händlern, alle wollen etwas verändern.

Das sehen einige Geschäftstreibende als Problemfelder an:

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Thomas Menzel, Küchen Menzel:"Generell bin ich nicht so unzufrieden mit der Bernauer Straße. Aber natürlich gibt es immer Luft nach oben. Wichtig ist, die Stadt offen zu lassen, eine Verkehrsberuhigung macht wenig Sinn. Was wir brauchen sind mehr Parkplätze. Warum kann man die Parktaschen nicht längs bauen statt quer? Das würde mehr Platz für parkende Autos bringen."

Maik Gutenschwager, Herrenmode: "Die fehlende Attraktivität in der Innenstadt ist ja nicht neu, das geht seit fast 15 Jahren so. Es muss sich einfach etwas verändern, die Innenstadt muss einfach lebendiger werden. Ich würde mehr Feste und Aktionen auf der Bernauer Straße gut finden. Zudem würden schon ein paar mehr Bänke einladen zum Verweilen."

Kerstin Lambeck, Jolie 31: „Die Stadt müsste einfach farbenfroher werden. Ich würde mir mehr Parkplätze mit geringeren Gebühren und mehr Cafés wünschen, etwas das auch Mal zum Verweilen einlädt. Außerdem fände ich es toll, wenn die Geschäfte ihre Öffnungszeiten untereinander abstimmen würden. Den Einzelhändlern wird es nicht unbedingt leicht gemacht.“

Steve Hinze, Running Man:„Ich denke nicht, dass sich große Investoren und Ketten in Oranienburg ansiedeln werden. Es gibt Touristen die in unser Geschäft kommen und fragen, wo denn die Innenstadt ist. Toll fände ich ein Parkleitsystem für die Innenstadt und einen Fahrradverleih, vor allem für Touristen, am Bahnhof. Längere Öffnungszeiten werden leider von den Oranienburgern nicht gut angenommen.“

Maria Windisch, Ladengalerie Kolorit: "Es fehlt ein schlüssiges Parkkonzept. Gerade wenn man den Parkplatz in der Liebigstraße sieht, dort sind ja kaum noch freie Plätze für Kunden, sondern fast nur noch Anwohner."

Frank Ritter, HS-Hausgerätehandel:"Das Hauptproblem sind ganz klar die fehlenden Parkplätze. Dazu kommt natürlich momentan der stetige Verkehrsstau. Natürlich ist aber auch der Leerstand in der Bernauer Straße nicht gerade einladend."

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Gabriele Berger, GB Wäsche:"Ich schließe im Dezember nach über 20 Jahren. Wir verzeichnen immer weniger Kunden."

Liane Brocki, Servicekraft Milchbar:"Ich empfinde das Stadtgebiet als ungepflegt und wenig einladend. Mehr Parkplätze wären toll."

Olaf Neupert, Marktdirektor der Mittelbrandenburgischen Sparkasse: "Wir selbst haben zwar als Sparkasse eine gute Parkplatzsituation, generell ist dies aber ein Problem in der Bernauer Straße. Ein funktionierendes Parkleitsystem muss definitiv her. Zudem finde ich aber auch, muss eine Wohlfühlatmosphäre geschaffen werden, um die Verweildauer der Gäste deutlich zu verlängern."

Von Knut Hagedorn

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