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Oberhavel

Oberhavel zeigt Flagge für Vielfalt und Toleranz

Landrat Ludger Weskamp hisst die Regenbogenfahne vorm Oranienburger Landratsamt. An seiner Seite: Gleichstellungsbeauftragte Birgit Lipsky.

Landrat Ludger Weskamp hisst die Regenbogenfahne vorm Oranienburger Landratsamt. An seiner Seite: Gleichstellungsbeauftragte Birgit Lipsky.

Oranienburg. Anlässlich des Internationalen Tages gegen Homophobie, Transphobie und Biphobie am Sonntag, 17. Mai, haben der Landkreis Oberhavel und die Stadt Oranienburg am Freitagmorgen jeweils eine Regenbogenflagge gehisst. Über das gesamte Wochenende wehen die Fahnen vor dem Hauptgebäude der Kreisverwaltung und dem Schloss in Oranienburg als sichtbares Zeichen für Vielfalt und Toleranz. Der Landkreis hat die Flagge zum zweiten Mal gehisst. Mit dabei war neben Landrat Ludger Weskamp (SPD) die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Oberhavel, Birgit Lipsky. Die Stadt Oranienburg beteiligt sich zum ersten Mal am Aktionstag. Vizebürgermeister und Stadtentwicklungsdezernent Frank Oltersdorf (SPD) hisste die Fahne in Vertretung des Bürgermeisters gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt, Christiane Bonk, sowie noch einmal Birgit Lipsky.

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Gleichstellungsbeauftragte Christiane Bonk, Vizebürgermeister Frank Oltersdorf und Kreis-Gleichstellungsbeauftragte Birgit Lipsky hissen die Regenbogenfahne vor dem Schloss.

Gleichstellungsbeauftragte Christiane Bonk, Vizebürgermeister Frank Oltersdorf und Kreis-Gleichstellungsbeauftragte Birgit Lipsky hissen die Regenbogenfahne vor dem Schloss.

Wegen der geltenden Bestimmungen konnten die Fahnen nicht im Beisein Vieler gehisst werden. „Das ist natürlich sehr schade“, bedauerte Weskamp. Er betonte: „Trotzdem ist es uns wichtig, ein Signal zu setzen und zu zeigen, dass wir in Oberhavel für Toleranz und Vielfalt einstehen.“ Denn trotz aller Fortschritte ist die breite gesellschaftliche Akzeptanz gegenüber Homosexuellen in Deutschland noch keineswegs selbstverständlich. In einigen Ländern werden Homosexuelle nach wie vor verfolgt, inhaftiert oder sogar hingerichtet. „Wir setzen deshalb heute ein aktives Signal für Solidarität und Beistand mit homosexuellen, bi- und transsexuellen Menschen.“

„Auch als Stadt Oranienburg wollen wir mit der Beteiligung am Aktionstag ein sichtbares Zeichen für die Vielfalt der Lebensweisen und ihre gesellschaftliche Akzeptanz setzen“, sagte Frank Oltersdorf. Oranienburg ist bereits auf einem guten Weg, Familienformen neu zu denken und zu erleben: Einmal im Monat treffen sich Regenbogenfamilien im Oranienburger Eltern-Kind-Treff zum Austausch. In der Corona-Zeit sei dies nun allerdings schwieriger. Die Regenbogenflagge gelte dabei als Zeichen von Toleranz, und Akzeptanz, der Vielfalt von Lebensweisen sowie der Hoffnung und des Mutes, so Oltersdorf.

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Am 17. Mai 1990 beschloss die Generalversammlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) längst Überfälliges: Homosexualität von der Liste psychischer Krankheiten zu streichen. Der 17. Mai wurde daraufhin zum Internationalen Tag gegen Homophobie ausgerufen. Weltweit machen rund um den 17. Mai zahlreiche Organisationen mit Aktionen und Veranstaltungen auf Homophobie, Diskriminierung und Gewalt aufmerksam. Die Regenbogenflagge gilt dabei als Zeichen der Toleranz und Akzeptanz, der Vielfalt von Lebensformen, der Hoffnung, des Mutes und der Sehnsucht.

17. Mai, Tag gegen Homophobie

17. Mai, Tag gegen Homophobie

„Auch wenn sich in den letzten Jahren schon viel getan hat: Noch immer hören wir auch in Oberhavel von Beschimpfungen und Anfeindungen gegen queere Lebensformen. Das ist keine Bagatelle. Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung ist auf das Schärfste zu verurteilen. Denn jeder Mensch hat das Recht, selbst zu bestimmen, wie er leben mag", sagt Oberhavels Gleichstellungsbeauftragte Birgit Lipsky. „Deshalb ist es wichtig, weiter Aufklärungsarbeit zu leisten", betont Oranienburgs Gleichstellungsbeauftragte Christiane Bonk. „Egal ob in der Schule oder in der breiten Öffentlichkeit: Das ist eine Aufgabe, die uns alle angeht.“

Mit dem Hissen der Regenbogenfahne an der Stadthalle schließt sich auch Hohen Neuendorf dem Internationalen Tag gegen Homophobie an. An der angemeldeten Versammlung der Stadt beteiligten sich auch Vertreterinnen und Vertreter der Fraktionen von SPD, CDU, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke der Stadtverordnetenversammlung sowie die Gleichstellungsbeauftragte Ramona Lopitz.

Regenbogenfahne vor der Stadthalle gehisst (v.l.): Raimund Weiland (CDU), Tristan Hoffmann (B90/Grüne), Sabine Fussan (SPD) und Alexander Tönnies (SPD).

Regenbogenfahne vor der Stadthalle gehisst (v.l.): Raimund Weiland (CDU), Tristan Hoffmann (B90/Grüne), Sabine Fussan (SPD) und Alexander Tönnies (SPD).

„Es ist heute auf den Tag 30 Jahre her, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Homosexualität von der Liste der psychischen Erkrankungen strich“, bemerkte der Beigeordnete Alexander Tönnies, während er die Flagge nach oben zog. „Von einer lauten Minderheit geht leider noch immer Hass und Gewalt gegen Menschen aus, die sie für anders halten. Für die Mehrheit ergibt sich daraus die Aufgabe, diese Aggressionen nicht durch Schweigen zu tolerieren und somit mittelbar zu rechtfertigen.“

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Sabine Fussan (SPD), die selbst mit einer Frau verheiratet ist, berichtete von einer homophoben Beleidigung in ihrer jüngeren Vergangenheit. Demnach verweigerte ein Handwerker ihrer Frau die Dienstleistung, weil er mit Lesben nicht zusammenarbeiten wolle. Fussan gab damit illustrierend zu bedenken, dass vergleichbare Fälle stets und ständig überall auf der Welt stattfinden.

Raimund Weiland (CDU) wunderte sich darüber, dass sich die vollständige Akzeptanz unterschiedlicher Lebensentwürfe noch immer nicht durchgesetzt habe. „Auch Spitzenpolitiker leben ihre sexuelle Orientierung offen. Sie sind Vorbilder und prägen insofern entscheidend unsere Gesellschaft. Und zwar im positivsten Sinn.“

„Trotz der Corona-Krise darf der Einsatz für Minderheitenrechte nicht ins Hintertreffen geraten“, forderte Tristan Hoffmann (B90/Grüne). „Die Solidarität mit Menschen der LGBTQ-Gemeinschaft kann nicht mal eben für einige Monate abgestellt werden. Wir müssen sie weiterleben.“

Die Regenbogenfahne stehe für diese kontinuierliche Solidarität.

Von Helge Treichel

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