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Velten

Spender für krebskranke Emma (1) gefunden

Emma bekommt das Knochenmark am 19. Juni per Transplantation.

Emma bekommt das Knochenmark am 19. Juni per Transplantation.

Velten. "Wir konnten es kaum glauben", sagt Björn Druckrey. Am vergangenen Donnerstag, beim Besuch in der Tagesklinik, hat der Veltener erfahren, dass für seine kleine Tochter Emma (18 Monate alt) ein Stammzellspender gefunden wurde. Das kleine Mädchen leidet an einer besonders seltenen Form von Blutkrebs, der T-ALL-Leukämie, und musste seit November schon sechs Chemotherapien in der Berliner Charité über sich ergehen lassen.

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Wer der Spender ist, darüber weiß die Veltener Familie nichts, er soll anonym bleiben. „Wir wissen nur, dass es ein Mann aus Deutschland ist“, sagt Björn Druckrey. Er empfinde tiefe Dankbarkeit gegenüber dem Unbekannten, der wahrscheinlich das Leben seiner Tochter retten wird. „Wenn alles gut läuft, wollen wir irgendwann Kontakt zu dem Mann suchen“, sagt Druckrey.

Emma wird kein Immunsystem mehr haben

Derzeit wird seine kleine Tochter auf die letzte Chemotherapie vorbereitet, denn schon am kommenden Mittwoch, 19. Juni, gegen Abend soll die Transplantation in der Berliner Charité stattfinden. Diese finale Chemotherapie werde die härteste von allen, denn das noch vorhandene kranke Knochenmark müsse komplett beseitigt werden. „Emma wird danach kein Immunsystem mehr haben“, erklärt Antonia Lukas von der DKMS – ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei.

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Die Transplantation selbst sei dann recht unspektakulär. Etwa eine Stunde lang bekommt Emma die Spenderzellen aus einem Beutel mit Blut. „Der wird an einen Infusionsständer gehängt, die Stammzellen kommen über ihre Venen in den Körper“, erklärt Antonia Lukas. Danach passiere erstmal sieben bis zehn Tage lang gar nichts. „Emma wird ein bisschen schwach sein, bevor der Körper anfängt zu reagieren.“ Doch bis das Mädchen wieder nach Hause kann, kann es mehrere Wochen bis Monate dauern, erklärt die Expertin von der DKMS.

In einem Jahr wieder in die Kita

Das größte Problem nach der Transplantation sei, dass das Immunsystem nicht mehr vorhanden sei und sich neu entwickeln müsse. „Jede kleine Infektion, jeder Schnupfen kann schlimme Auswirkungen haben“, so Antonia Lukas. In den ersten Wochen sei das Mädchen in einem etwa zehn Quadratmeter großen Zimmer im Krankenhaus isoliert, die Eltern dürften nur mit Mundschutz und Handschuhen zu Emma hinein. Und wenn das Mädchen irgendwann nach Hause darf, müssten auch dort Vorkehrungen getroffen werden. „Teppiche, Zimmerpflanzen oder Haustiere müssen raus – alles, was Keime enthalten kann.“

Auch mit Besuchern zuhause sehe es erstmal schlecht aus, immerhin wird das Immunsystem des Mädchens auch in einigen Monaten noch schwach sein. Erst in etwa einem Jahr, sagt Antonia Lukas, werde Emma wieder in die Kita gehen können. Es werden dann regelmäßig Nachuntersuchungen folgen, erst in zwei Jahren gilt Emma dann als geheilt. „Dann wird sie hoffentlich ein ganz gesundes Mädchen sein, das sich nie an diese schwere Zeit erinnern mag“, sagt Antonia Lukas.

1154 Menschen ließen sich in Velten registrieren

Die kleine Emma hatte Glück, denn nicht jeder Erkrankte findet einen Spender: Für jeden zehnten Leukämiepatienten in Deutschland findet sich kein genetischer Zwilling, dessen Knochenmark so identisch ist, dass es nicht abgestoßen wird. Insgesamt gibt es weltweit rund 9,2 Millionen registrierte potenzielle Spender, in Deutschland sind es 6,1 Millionen.

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Um Emma zu helfen, hatte eine Gruppe um die Veltener Mutter Franziska Wischniewski im Mai unter dem Motto "Emma sucht Helden!" eine Typisierungsaktion in der Veltener Ofenstadt-Halle auf die Beine gestellt, 1154 Menschen kamen, es wurden außerdem an diesem Tag auch knapp 18 300 Euro an Spenden für die Typisierung selbst gesammelt. Auch in Augsburg organisierte Emmas Onkel Björn Vogel eine ähnliche Aktion. Laut der DKMS hat sich der Spender aber bei keiner der beiden Aktionen typisieren lassen, er muss als schon vorher in der Spenderdatei gewesen sein. Sein Knochenmark wird der Mann in der kommenden Woche spenden, es ist dann maximal 72 Stunden brauchbar.

Die Familie muss jetzt zusammenstehen

Emmas Vater Björn Druckrey stellt sich auf harte Monate ein. Gerade gehe es dem Mädchen ganz gut, das werde nach der Transplantation anders sein. Die ganze Familie müsse zusammenhalten und stark sein. Doch das Wichtigste ist: Emma hat eine große Chance, gesund zu werden. „Gemeinsam“, sagt ihr Vater, „schaffen wir das!“

Von Marco Paetzel

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