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Bergfelde

Wie gedenkt man richtig?

Der Naturschutzturm war zu DDR-Zeiten ein Grenzturm zwischen Hohen Neuendorf und West-Berlin

Der Naturschutzturm war zu DDR-Zeiten ein Grenzturm zwischen Hohen Neuendorf und West-Berlin

Bergfelde. 302 Grenztürme gab es bis zum Mauerfall an der ehemaligen Grenze zwischen Brandenburg und West-Berlin. Einer von ihnen, die ehemalige Führungsstelle Bergfelde, ist der heutige Naturschutzturm in Bergfelde, Nur einer von vier Türmen, die bis heute am Originalstandort erhalten geblieben sind, und von der deutschen Trennung zeugen, die seit mittlerweile über 28 Jahren Geschichte ist.

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Aktionstag der SDW am 10. März

Ein Umstand, der dazu führt, dass viele Besucher des Naturschutzturms, darunter Schulklassen und Touristen, die auf dem Radfernweg Berlin-Kopenhagen unterwegs sind, diese Zeit nicht mehr selber miterlebt haben und sich die damaligen Verhältnisse auch nicht vorstellen können. Dem will die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) als Eigentümer des Naturschutzturmes nun entgegenwirken und anlässlich des Umweltaktionstages der SDW am 10. März eine 20 Meter breite Schneise auf dem ehemaligen und mittlerweile dicht zugewachsenen Grenzstreifen schlagen, um die Dimensionen der einstigen Grenze sichtbar zu machen.

„Die Mauer erfühlbar machen.“

„Wir wollen dem Wald seine Harmlosigkeit nehmen“, erklärt Dirk Hartung, Vorsitzender des SDW-Regionalverbandes Oberhavel. „Wir wollen zeigen, wie es einmal war, Geschichte zum Anfassen schaffen und die Mauer erfühlbar machen. Dafür müssen Bäume weichen.“ Ein Plan, der im Einklang mit der Stiftung Deutscher Mauergedenkstätten sei, so Hartung.

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Marian Przybilla, Mitgründer des Naturschutzturmes, ist fassungslos

Ein Ansinnen, das jedoch bei Marian Przybilla, der zusammen mit Helga Garduhn 1990 den Naturschutzturm gegründet hat, auf großes Unverständnis stößt. Haben doch beide damals mit Jugendgruppen, aus denen sich die erste Brandenburger Gruppe der Deutschen Waldjugend (DWJ) entwickelte, rund 80 000 Bäume auf dem ehemaligen Grenzstreifen gepflanzt, um das Grauen der Teilung zu überwinden. „Wir haben alles getan, damit der Grenzstreifen zuwächst. Ich war dabei, als die Bäume gepflanzt wurden. Wir brauchen kein Mauerdenkmal an dieser Stelle“, äußert auch Stephan Schwarzbold, Vorsitzender des Vereins DWJ-Naturschutzturm sein Unverständnis für die Pläne der SDW.

„Nun muss zusammenwachsen, was zusammengehört.“

Schon Willy Brandt habe im November 1989 vor dem Brandenburger Tor gesagt: „Nun muss zusammenwachsen, was zusammengehört“. Dieses Ziel des Zusammenwachsens des unterbrochenen Waldes wurde auch für die ehemalige Grenze im nördlichen Berliner Bereich festgelegt, weiß Przybilla. Es handele sich bei den Plänen der SDW daher um „grenzwertige DDR-Nostalgie“, so Przybilla, der für seine Verdienste das Bundesverdienstkreuz erhalten hat. Vor 1,5 Jahren hat er jedoch seine Anteile des Naturschutzturmes an die SDW-Berlin überschrieben.

Von Ulrike Gawande

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