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Oranienburg

Fünf gebrochene Rippen und eine gequetschte Lunge

Nach vier Verhandlungstagen wurde ein Urteil gesprochen. (Symbolbild).

Nach vier Verhandlungstagen wurde ein Urteil gesprochen. (Symbolbild).

Zehdenick/ Oranienburg. Nach einem siebenstündigen Verhandlungsmarathon am Amtsgericht Oranienburg – verhandelt wurde jedoch vom Schöffengericht Zehdenick –, ging am Montag der Prozess gegen vier Zehdenicker Männer, die wegen gemeinschaftlich begangener schwerer Körperverletzung angeklagt waren, mit einem Urteil zu Ende.

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Verursacher bekommt ein Jahr und drei Monate aufgebrummt

Der Verursacher der Schlägerei, Thomas K., erhielt dabei eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten, die Mitangeklagten Zandy W., Tobias D. und Uwe Z. kamen mit zehn bis 12 Monaten noch glimpflich davon, denn der Staatsanwalt hatte für das Quartett bis zu einem Jahr und sieben Monate verlangt. Er berücksichtigte dabei wohlwollend, dass die Angeklagten inzwischen glaubwürdig Besserung gegenüber ihren bisherigen unrühmlichen Karrieren beteuerten. Alle sind erheblich einschlägig vorbestraft. Berufliche Weiterbildung, Suchttherapie, feste familiäre Beziehungen, Verantwortung für ihre Kinder sprachen aber für die durchweg über Dreißigjährigen. Unisono bekundeten sie in ihrem letzten Wort, dass sie nie mehr auf einer Anklagebank sitzen wollen. Für alle wurden die Strafen zur Bewährung ausgesetzt. Sie bekommen einen Bewährungshelfer und müssen jeweils 120 gemeinnützige Arbeitstunden leisten, heißt es im Urteil.

Verteidiger hatten Freisprüche verlangt

Mit Ausnahme des Verteidigers von Thomas K. hatten dessen Kollegen für ihre Mandanten in ihren Plädoyers sogar Freisprüche verlangt. Die Verteidiger waren der Meinung, dass trotz der vier Prozesstage das Gericht ihren Angeklagten nicht zweifelsfrei eine Schuld nachweisen konnte. Die geschädigten Christine L. und Steve B. hätten sehr widersprüchliche Aussagen vor Gericht getätigt. Die Zeugin Christine L. sei absolut unglaubwürdig, so die Ansicht der Anwälte.

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Der Tathergang vom 16. November 2016

Zum Tathergang: Ausgang des Geschehens am Abend des 16. November 2016 war ein Nachbarschaftsstreit. Das Paar Christine L. und Steve B. wohnen mit ihren Kindern im selben Mietshaus unter der Wohnung des angeklagten Thomas K. in Zehdenick. Zwischen ihnen herrscht ein gespanntes Verhältnis. An dem Tatabend kam es wegen Lärmbelästigung durch Thomas K. zu einer verbalen Auseinandersetzung vor der Wohnungstür des Paares. Thomas K. war stark angetrunken. Er gab zu, in der Zeit eine Flasche Klaren und bis zu zehn Bier als tägliches Quantum konsumiert zu haben. Danach hatten ihn die Mitangeklagten auf der Straße mit einer blutigen Nase angetroffen. Ihnen erzählte er, dass Steve B. seinen Hausschlüssel habe. Daraufhin gingen sie zu viert zum Haus in der Friedrich-Engels-Straße, um den Schlüssel für ihren Kumpel herauszufordern.

Schwere Verletzungen bei Steve B.

Nach Aussage der Zeugin Christine L. habe sie nach dem Klingeln die Haustür geöffnet und sofort von Zandy W. eine Kopfnuss erhalten. Die anderen wären an ihr vorbeigehastet und hätten ihren Lebensgefährten brutal zusammen geschlagen und getreten. Thomas K. behauptet jedoch, dass nur er geschlagen hätte. Dagegen sprechen allerdings die schweren Verletzungen von Steve B.. Fünf gebrochene Rippen, eine gequetschte Lunge, ein gebrochener Lendenwirbel und eine Kopfwunde, die genäht werden musste sowie viele Hämatome am ganzen Körper. „Steve B. wäre fast gestorben“, sagte der Vorsitzende des Zehdenicker Schöffengerichtes in seiner Urteilsbegründung und weiter: „Sie haben alle schon mal ihre Hände nicht unter Kontrolle gehabt“.

Von Helmut Schneider

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