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Pfalzheim

Temnitzquelle im Landkreis Ostprignitz-Ruppin soll wieder sprudeln

Das Ehepaar Dicks vom Verein Temnitzquelle Pfalzheim

Das Ehepaar Dicks vom Verein Temnitzquelle Pfalzheim

Pfalzheim. Für Wanderer und Naturfreunde, die sich auf die Suche nach der Quelle der Temnitz zwischen Pfalzheim und dem Forsthaus Dünamünde begeben, ist es kaum noch möglich, diese im grünen Dschungel zu entdecken.

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Ältere Bewohner der Region erinnern sich noch daran, dass der Pfarrer zur Taufe von Neugeborenen Wasser aus der Quelle der Temnitz holte. „Als Kinder haben wir hier gespielt. Da sprudelte das Wasser aus dem Erdreich hervor, so wie wir es von der Kochquelle im Kunstertal kennen“, sagt Jürgen Dicks, Vorsitzender des Vereins Temnitzquelle.

Temnitz-Anrainer wollen sanften Naturtourismus in ihrer Region

"Wir sind sehr daran interessiert, die Quelle wieder zu renaturieren, um den Erholungswert unserer Landschaft zu steigern. Wir wollen hier keinen Massentourismus, sondern einen sanften Naturtourismus. Natur haben wir schließlich genug", sagt er.

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Das bestätigt der Amtsdirektor des Amtes Temnitz, Thomas Kresse: „Naturschutz und Landschaftspflege hat sich das Amt Temnitz schon seit einigen Jahren zur Aufgabe gemacht.“ Die Renaturierung von Feldsöllen, neu gepflanzte Hecken sowie der neugestaltete Wanderweg rund um den Katerbower See sind nur einige Beispiele.

Der Verein "Temnitzquelle Pfalzheim" wurde 2019 ins Leben gerufen. Die Wiederbelebung der Quelle ist schon lange ein Traum der Pfalzheimer. Mittlerweile hat der Verein 20 Mitglieder. Sie engagieren sich beim Planen und Durchführen des alljährlich stattfindenden Heidefestes und wollen demnächst auch den Wanderweg vom Pfalzheimer Parkplatz bis zum Forsthaus Dünamünde für Wanderfreunde wieder attraktiver gestalten.

Neuer Anlauf im Amt Temnitz für den Naturschutzpreis

Die Renaturierung der Temnitzquelle liegt auch dem Amtsdirektor am Herzen. „Mit diesem Projekt haben wir uns um den Brandenburger Naturschutzpreis 2022 beworben“, sagt er. „Leider hat es in diesem Jahr nicht geklappt.“

Seit 1998 zeichnet die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg nachhaltige Leistungen im praktischen Naturschutz, der Landnutzung und der Umweltbildung mit dem Landesnaturschutzpreis aus. Mit der Auszeichnung ist ein Preisgeld in Höhe von 4000 Euro verbunden.

Geld, das die Temnitz-Anrainer für die Renaturierung gut gebrauchen könnten. Mittlerweile ist zwar auch der regional produzierte Eierlikör namens "Trutenschluck" auf dem Markt – von dem je verkaufte Flasche 50 Cent für das Projekt gespendet werden – doch dieses Geld wird kaum ausreichen.

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Kein Geld aber ein Lob vom Minister

„Die Renaturierung der Quelle ist für uns ein besonderer Schwerpunkt, schließlich ist die Temnitz auch Namensgeber für unsere Gemeinden. „Wir werden uns auf alle Fälle im nächsten Jahr wieder bewerben“, sagt Thomas Kresse. „Dazu hat uns auch Umweltminister Axel Vogel ermutigt.“

In seinem Brief an den Amtsdirektor würdigt er ausdrücklich den Einsatz des Amtes Temnitz für die umfangreichen Naturschutzmaßnahmen sowie die Zusammenarbeit der Menschen vor Ort und ihren Einsatz für den Erhalt und die Förderung der biologischen Vielfalt. Mehrere Rinnsale bahnen sich ihren Weg durch das hohe Wiesengras hin zur Temnitz, die knapp 40 Kilometer zurücklegt, bis sie in den Rhinkanal mündet.

Viel Gräben, wenig Wasser rund um die Temnitz

Die Gräben stammen teilweise aus DDR-Zeit – aber auch vor 200 Jahren wurden in dem Quellgebiet bereits Handstichgräben zur Entwässerung angelegt. Um die Wasserstände zu heben, müssten die Flächen wieder vernässt und die Gräben funktionsuntüchtig gemacht werden.

Aus der Wiese ragt bereits ein weißes Rohr hervor. Dort wird nun kontinuierlich der Grundwasserstand gemessen. "Wir haben in diesem Bereich zwei Probleme", sagt Michael Zauft von der Stiftung Naturschutzfonds. "Das eine ist der Klimawandel, das andere die Kyritz Ruppiner Heide." Wasser wird immer knapper und mit der zunehmenden Vegetation in der Heide wird weniger Grundwasser gebildet, das in die Temnitz abfließt.

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