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Walsleben

Schutz für das Obere Temnitztal

Die Temnitz – hier zwischen Katerbow und Walsleben – ist ein seltener Lebensraum für bedrohte Tierarten.

Die Temnitz – hier zwischen Katerbow und Walsleben – ist ein seltener Lebensraum für bedrohte Tierarten.

Walsleben/Wildberg. Bis vor wenigen Jahrzehnten galt die Kleine Flussmuschel als eine der häufigsten Fließwassermuscheln. Inzwischen jedoch ist das Weichtier in vielen Regionen ausgestorben. Im sauberen Wasser der Temnitz lassen sich allerdings noch Exemplare der Kleinen Flussmuschel beobachten. Auch der seltene Bitterling, der seltene Rapfen und der vom Aussterben bedrohte Schlammpeitzger leben dort.

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Wie aber lässt sich der Lebensraum dieser Tiere dauerhaft schützen? Das beraten die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg, Anrainer, Landnutzer, Interessierte und Ortskundige im Rahmen der Managementplanung für das Natura-2000-Gebiet „Oberes Temnitztal Ergänzung“. Bis Ende 2020 soll ein Plan aufgestellt sein, der festschreibt, wie sich Anrainer am Naturschutz beteiligen können.

Inforunden in Wildberg und Walsleben

Ende Mai wird es in Wildberg und Walsleben erste Inforunden geben, bei denen sich Eigentümer, Nutzer und Naturinteressierte in den Planungsprozess einbringen und Informationen über das Gebiet austauschen können. Alle Bewirtschaftungs- und Schutzmaßnahmen, so das Ziel des Naturschutzfonds, sollen gemeinsam mit den Anrainern erarbeitet werden.

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„Wir stehen noch ganz am Anfang des Prozesses“, heißt es beim Naturschutzfonds in Potsdam. Die Stiftung koordiniert die Arbeiten und hat ein Büro mit dem Aufstellen des Managementplans beauftragt. In den kommenden Monaten soll das Areal zunächst kartiert und die Vorkommen der einzelnen Arten aufgelistet werden.

Ein Band von 35 Kilometern Länge

Das Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Gebiet „Oberes Temnitztal Ergänzung“ erstreckt sich als 35 Kilometer langes Band südlich von Rägelin bis zur Mündung der Temnitz in den Rhinkanal. Die Temnitz ist an vielen Stellen begradigt – kurz vor ihrer Mündung in den Rhinkanal im havelländischen Zootzen mäandert sie wieder.

Die Temnitz ist nicht nur ein seltener Lebensraum für gefährdete Arten wie die Kleine Flussmuschel. Nach Angaben des Naturschutzfonds leben dort auch Fischotter und Große Mausohren. Ende Mai können sich Interessierte zunächst über das Gebiet informieren. In der dreijährigen Planungszeit des Managementplans wird der Naturschutzfonds weitere Inforunden und Exkursionen anbieten.

46 Natura-2000-Gebiete in Ostprignitz-Ruppin

Natura-2000-Gebiete sollen die biologische Vielfalt in der Europäischen Union erhalten. Sie verknüpfen sich zum größten Schutzgebiet der Welt. Sie setzen sich aus Vogelschutzgebieten und den FFH-Gebieten zusammen. In Brandenburg sind derzeit mehr als 600 Natura-2000-Gebiete ausgewiesen – sie erstrecken sich über ein Viertel der Landesfläche. In Ostprignitz-Ruppin sind 46 Natura-2000-Gebiete gelistet.

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Der Naturschutzfonds Brandenburg koordiniert im Landkreis auch die Managementplanung für die Gebiete Bärenbusch, Mühlenteich, Oberheide, Postluch Ganz und das Südufer Ruppiner See. Auftaktgespräche zum Schutz des Südufers Ruppiner See, des bei Kyritz gelegenen Postluch Ganz und des bei Wusterhausen gelegenen Bärenbusch hatten bereits im März in Karwe und Neuruppin stattgefunden.

Der Naturschutzfonds Brandenburger lädt am Donnerstag, 24. Mai, im Walslebener Dorfgemeinschaftshaus und am Montag, 28. Mai, im Wildberger Dorfgemeinschaftshaus zu Auftaktinfoveranstaltungen für die „Managementplanung im FFH-Gebiet Oberes Temnitztal Ergänzung“. Die zweistündigen Veranstaltungen beginnen jeweils um 18 Uhr. Um Anmeldungen wird unter frank.berhorn@naturschutzfonds.de gebeten.

Von Frauke Herweg

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