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Ostprignitz-Ruppin

Die Biotonne auf Probe

Die vier Filter im Deckel werden mit warmem Wasser aktiviert und sollen laut Hersteller zwei Jahre halten.

Die vier Filter im Deckel werden mit warmem Wasser aktiviert und sollen laut Hersteller zwei Jahre halten.

Neuruppin. Knapp 300 Haushalte im Landkreis können die Biotonne ein Jahr lang nutzen und zahlen dafür lediglich eine Leerungsgebühr von 1,57 Euro pro tatsächlicher Leerung. Mit diesem Modellversuch erhofft sich der Landkreis, dass noch mehr Haushalte in Neuruppin, Kyritz und Wittstock die Biotonne bestellen, um darin Essenreste, Gartenabfälle, Schnittblumen und Rasenschnitt zu entsorgen.

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Erst neun Kilo je Einwohner

Ziel ist, dass bis Dezember 2020 die Landesvorgabe erreicht wird. Demnach sollen je Einwohner und Jahr 70 Kilo Bioabfälle zusammen kommen, davon mindestens 30 Kilo über die Biotonne. Davon ist der Landkreis noch weit entfernt: Die Sammelquote beim Bioabfall liegt derzeit bei lediglich neun Kilo je Einwohner – auch wenn sich die Zahl der braunen Biobehälter kontinuierlich erhöht hat. 2016 waren es noch 2700 Biotonnen, bis Ende Mai bereits 3200.

Bei dieser Zahl seien auch bereits die rund 100 Biotonnen abgezogen, die die Abfallwirtschaftsunion (Awu) wieder eingezogen habe, weil die Behälter ein Jahr lang nicht genutzt wurden, betonte Landrat Ralf Reinhardt (SPD) am Mittwoch in Neuruppin.

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Vom Landkreis ausgewählt

Die Probenutzer der Biotonne, 161 in Kyritz, 104 in Wittstock sowie 23 in Neuruppin, waren zuvor vom Landkreis ausgewählt, angeschrieben und über den Modellversuch mit einem Schreiben informiert worden. Demnach können die Probetonnen, die jeweils ein Volumen von 60 Litern fassen, seit Anfang des Monats und bis August 2019 genutzt werden.

„Nach dem einen Jahr werden die Teilnehmer befragt, ob sie die Biotonne weiter nutzen wollen oder ob sie sogar den 120-Liter-Behälter für das Entsorgen ihres Bioabfalls haben möchten“, sagte Louise Havemann von der Abfallbehörde.

Mit Filter und Gummilippe

Die Biotonne kann alle 14 Tage geleert werden. Das Besondere an dem Behälter sind die Gummilippe am Deckel, der für einen dichten Verschluss sorgt, sowie der Filter, der sich im Deckel befindet. Diese Konstruktion sorgt dafür, dass sich weder starke Gerüche bilden noch dass Fliegen angelockt werden. Denn das Biofiltermaterial ist mit speziellen Mikroorganismen geimpft, die für ein besonderes Mikroklima in der Biotonne sorgen. Dazu müssen die Mikroorganismen allerdings zunächst durch lauwarmes Wasser aktiviert werden, sagte Havemann.

Eigentlich ist das lauwarme Wasser nur vor dem erstmaligen Gebrauch der Biotonne notwendig. Die monatelange Trockenheit habe jedoch gezeigt, dass viele Biofilter zu trocken gewesen seien, so Havemann. Das Amt empfehle deshalb, den Filter, der alle zwei Jahre gewechselt wird, erneut zu befeuchten, damit sich das für das Zersetzen der Bioabfälle notwendige Klima bilden könne.

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Die Einwohner in Ostprignitz-Ruppin können seit Januar 2016 Biotonnen nutzen. Diese gab es zunächst lediglich als 120-Liter-Behälter, seit April 2017 ist aber auch die 60-Liter-Tonne im Angebot. Geleert werden die Tonnen alle 14 Tage.

Von Andreas Vogel

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