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Karwe

Gutspark wieder zum Leben erwecken

Der Vereinsvorsitzende Krafft von dem Knesebeck zeigt, wie der Gutspark einmal aussehen soll.

Der Vereinsvorsitzende Krafft von dem Knesebeck zeigt, wie der Gutspark einmal aussehen soll.

Karwe. Wie der Karwer Gutspark aussah, bevor sich die Natur alles wieder geholt hat, das hat Krafft von dem Knesebeck jeden Tag vor Augen. Er hat in seinem Haus ein Aquarell von 1930 mit einer Hunderte Jahre alten Eiche mit einem abgebrochenen Ast. Genauso steht der Baum noch heute im Uferbereich. Der allerdings ist zugewuchert. So wie viele andere Stellen der etwa 15 Hektar großen Anlage. Doch das wird sich in der kommenden Zeit ändern. Dafür sorgt der Parkverein, der sich im Februar dieses Jahres gegründet hat und mittlerweile fast 50 Mitglieder zählt.

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Parkanlage seit Jahrzehnten vernachlässigt

Vereinsvorsitzender ist Krafft von dem Knesebeck, dessen Vorfahren in Karwe mehr als 200 Jahre ansässig waren. Ihr Wohnsitz, ein barockes Herrenhaus, wurde 1983 abgerissen. Was blieb, ist unter anderem die Gartenanlage, über die bereits Theodor Fontane schrieb. Die oder der Gartenbaumeister sind nicht bekannt. „Zumindest hatte Lenné die Finger darin“, sagt der Vereinschef. Dafür spreche die Konzeption des Parks, der die Handschrift des berühmten Landschaftsarchitekten zeige, wie beispielsweise planmäßig angelegte Sichtachsen. Davon ist heute nichts mehr zu sehen. Seit 1930 wurde nichts mehr im Park getan, so von dem Knesebeck.

Der Parkverein will den Zustand von früher wiederherstellen. Die Idee, sich des denkmalgeschützten Parks anzunehmen, besteht seit Jahren, wie von dem Knesebeck sagt. Vor etwa zehn Jahren haben sich bereits Studenten intensiv mit der Gartenanlage beschäftigt, recherchiert, kartiert und ein denkmalpflegerisches Ziel erstellt. Doch die Umsetzung ruhte. Bis jetzt.

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Freiwillige Helfer schreiten zur Tat

Morgen treffen sich freiwillige Helfer, die unter fachkundiger Anleitung Sturmschäden beseitigen, Aufwuchs entfernen und Wege freilegen wollen. Doch nicht nur körperlicher Einsatz ist gefragt. Zur Verwirklichung seiner Pläne benötigt der Verein auch Geld. 40 000 Euro muss er aus eigener Kraft aufbringen, um 120 000 Euro Fördermittel aus dem Leader-Programm erhalten zu können. Die benötigte Summe zu sammeln, ist dem Verein in Rekordzeit gelungen, sagt von dem Knesebeck stolz. Wer 1000 Euro und mehr gespendet hat oder noch spendet, wird auf einer Messingtafel am Parkeingang verewigt werden.

Inszeniert wie eine Theatervorstellung

Der Verein hat sich viel vorgenommen. Was, das erklärt von dem Knesebeck sehr anschaulich bei einem Rundgang durch den Park. „Der ursprüngliche Planer hat den Park wie eine Theaterinszenierung angelegt. Er wollte dem Besucher immer etwas Neues bieten.“ Inzwischen zugewachsene Sichtachsen gaben den Blick auf den See frei. Sie sollen wieder geöffnet werden.

Zwischen einer Ansammlung von Hainbuchen und Eschen blühen im Frühjahr Buschwindröschen. Das sollen sie demnächst ohne den ganzen Unterwuchs, der sich auf der Freifläche breit gemacht hat. Von den einstigen Wegen existiert nur der nach Seehof noch. Die anderen einstmals vorhandenen Wege sollen wieder hergestellt werden. „Es sind verschlungene Wege, die immer neue Blicke eröffnen“, sagt von dem Knesebeck. An markanten Stellen sollen Parkbänke aufgestellt werden.

Neuanpflanzung von 100 Kirschbäumen geplant

Auf einer kleinen Anhöhe über dem See befindet sich der so genannte Kirschberg. „Der Park war kein Feudalpark. Er musste auch Nutzen bringen“, erklärt von dem Knesebeck. Deshalb wuchsen dort früher Kirschbäume, deren Früchte in Neuruppin verkauft wurden. 100 Kirschbäume sollen neu gepflanzt werden. Dafür sucht der Verein noch Baumpaten.

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Wie inszeniert wirken Gruppen von Bäumen wie Pappeln, Eichen, Kastanien, Linden und Ahorn, die aber derzeit nicht sofort auffallen, weil sie von Wildwuchs umgeben sind. Der soll beseitigt, die Baumgruppen sollen wieder frei gestellt werden. Ziel des Vereins ist es, den Besuchern die Parkanlage zum Fontanejahr 2019 zu präsentieren – so wie er zu Fontanes Zeiten aussah.

Von Dagmar Simons

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