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Sieversdorf

Fortschritte am Ernhaus

Annerose Knaak dankte im Namen des Vereins „Leben im Ernhaus“ allen Kursteilnehmern für ihren Einsatz an dem historischen Gebäude.

Annerose Knaak dankte im Namen des Vereins „Leben im Ernhaus“ allen Kursteilnehmern für ihren Einsatz an dem historischen Gebäude.

Sieversdorf. In Sieversdorf gab es am Freitag was zu feiern und bestimmt zwei Dutzend Sieversdorfer ließen sich das nicht entgehen. Die ganze vergangene Woche lang hatten zehn junge Leute innerhalb eines Lehmbau-Kurses am alten Ernhaus eingangs der Dorfstraße ein Stück zur Restaurierung des etwa 300 Jahre alten Gebäudes beigetragen. Am Freitagnachmittag stellten sie die Ergebnisse ihrer Arbeit öffentlich vor.

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Gelernt, gebaut und dokumentiert

Die angehenden Baufachleute vom Zimmerer bis zum Architekten hatten sich ganz grundlegend mit dem historischen Handwerk befasst. Sie testeten verschiedene Mischungen aus Lehm, Stroh, Dung und Sand auf ihre Eignung, versuchten sich an der Ausfachung mit Lehmstaken und Lehmziegeln, dokumentierten frühere Farbgebungen. „Wir haben gelernt, wie wir mit den alten Methoden, Fachwerk und Lehmbauten reparieren können“, fasste Teilnehmerin Jasmin Schoon zusammen.

Der Kurs war Teil des Angebots der „Wangeliner Workcamps“, eines Verein aus der Müritz-Region, der sich unter anderem dem ökologischen Bauen widmet. „Sieversdorf passte gut zu unserem aktuellem Thema ,Dem Original auf der Spur – Ökologische Restaurierung eines alten Hauses’“, sagte Referentin Eva-Maria Mikutta.

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Dorf und Dorfgeschichte als Erlebnis

Der Spaß kam bei all dem offenbar nicht zu kurz. Die jungen Leute übernachteten im Dorfgemeinschaftshaus und wurden von den Dorfbewohnern versorgt. „Ihr seid eine tolle Truppe“, konstatierte Annerose Knaak vom Sieversdorfer Verein „Leben im Ernhaus“, der sich seit zehn Jahren um den Erhalt des fast verfallenen Bauernhauses bemüht. „Es hat Spaß gemacht, euch zuzusehen“, erklärte Annerose Knaak. Sie habe es bei der Gelegenheit auch einmal selbst mit dem Lehmbau versucht: „Man sollte gar nicht glauben, wie schwierig das doch ist.“

Fertig ist das alte Bauernhaus nach dem einwöchigen Arbeitseinsatz natürlich noch lange nicht. Der Sieversdorfer Verein setzt sich seit seiner Gründung 2008 für die Restaurierung ein. Trotz der Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Jugendbauhütte Potsdam kommt man nur in kleinen Schritten voran.

Oberstes Ziel: Bewahren

Aber es soll weitergehen, wie Vereinsmitglied Bodo Knaak versichert. „Momentan werden in Potsdam die Giebel montiert aus altem und neuem Holz“, berichtet er. Zerlegt sollen sie dann nach Sieversdorf transportiert und eingebaut werden. „Ich denke, das wird noch acht Wochen dauern.“ Vordringlichstes Ziel sei es, die Außenhülle mit Fassade und Dach wieder herzustellen – so weit es mit Spenden und Fördermitteln eben möglich ist. Es gehe erst einmal darum, das Gebäude an sich als typisches Beispiel der Sieversdorfer Siedlungsgeschichte für die Nachwelt zu bewahren. Die spätere Nutzung des Hauses ist derzeit noch offen.

Von Alexander Beckmann

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