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Neuruppin

Im Namen der Birne

"Im Namen der Birne" – so das Motto der quietschbunten Fontane-Prozession

"Im Namen der Birne" – so das Motto der quietschbunten Fontane-Prozession

Neuruppin. Alles Birne oder was? Die Frage steht im Raum. Um die Antwort waren die Organisatoren der quietschvergnügten Fontaneprozession nicht verlegen. Gemeinsam verlasen Uta Bartsch, Peter Böthig, Frank Matthus und Otto Wynen das „Fontastische Manifest“, in dem sich alles um die saftige Frucht dreht. Mottotauglich hat sie Theodor Fontane gemacht – in seinem wohl berühmtesten Gedicht „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“.

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Um den großen Dichter nämlich drehte sich die Prozession, die sich am Sonnabend quer durch die Fontanestadt zog – vom Museum bis zur Pfarrkirche.

Bunte Figuren aus dem Fundus des Netzebander Theatersommers hüpften und tanzten zur Musik der „Sax-Puppets“ über die Straßen und flankierten einen überlebensgroßen Fontane, den Maskenbildnerin Jana Fahrbach eigens für das Fontanefest 2018 geschaffen hatte. Ein Appetithäppchen und Vorspiel für Fontane.200 im nächsten Jahr soll das Fest sein, verrieten die Veranstalter.

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Die Idee, den 199. Geburtstag zu feiern, fand nicht nur Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde charmant, der dem Papp-Fontane sogar die Hand schütteln durfte. „Ab heute bin ich nicht mehr Bürgermeister sondern Birnenmeister“, scherzt er und dankt der „BBMW-Truppe“ – dem Organisationsquartett.

Auch wenn die Prozession durch die aktuellen Baustellen in der Stadt ziemliche Umwege hätte nehmen müssen. „Wenn Fontane das gewusst hätte – er hätte noch ganz andere Wanderungen machen können“, scherzt Golde und gibt einen kurzen Ausblick auf das große Jubiläum 2019. „Wir wollen – gerade den jungen Leuten – nicht nur Effi Briest und Grete Minde nahebringen“, wirbt er. Fontane sei viel mehr als das.

Der Papp-Fontane defilierte auch an seinem Geburtshaus vorbei

Etliche Neuruppiner und Gäste haben den farbenfrohen Zug quer durch die Stadt begleitet – angeführt von einer goldenen Gestalt, die wie bei einer Prozession üblich, eine Reliquie trägt.

In diesem Fall kein Kreuz, sondern eine Birne – schließlich wird der große Theo verehrt. „Wir wollen die rituelle Verehrung einer Prozession ein bisschen auf die Schippe nehmen“, verrät Frank Matthus, der gemeinsam mit Jana Fahrbach und etlichen Freiwilligen die Prozession stemmte – die Idee dazu hatte Otto Wynen.

So geriet auch das „Fontastische Manifest“ zu einer augenzwinkernden Angelegenheit, bei der augenscheinlich nicht nur die Verfasser viel Spaß hatten. Auch die Zuhörer vor der Kulturkirche zeigten sich amüsiert. „Es brechen fontastische Zeiten an“, versprechen die vier Fontane-Jünger.

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Warum erst jetzt? „Weil wir alle verblendet waren: von falschen Göttern, Politikern und Automarken“, ist zu erfahren. Alles könnte so paradiesisch sein, wenn Eva einst nach der Birne statt des Apfels gegriffen hätte. Wenn jeder nur die Fontane-Werke lese statt der vernebelnden Nachrichten aus aller Welt. Am Anfang war das Wort? Mitnichten. Am Anfang war die Birne. Gefolgt vom Birnenkompott.

An der Kulturkirche gabs das „Fontastische Manifest“

„Es ist erfrischend und schön, wie Uta, Otto, Peter und ich uns bei der Organisation die Bälle zuspielen konnten“, schwärmt Frank Matthus. „Das ganze Fest ist aus einem kreativen Geist geboren.“ Immerhin arbeitet das Quartett schon jahrelang in Sachen Fontanefestspiele zusammen.

Auch wenn das diesjährige zugunsten des kommenden großen Jubiläums ein wenig kleiner ausfällt. Etwa das Reiseliteraturfestival „Neben der Spur“, das sich sonst über mehrere Tage zieht. In diesem Jahr sind vier Autoren am Start, erklärt Otto Wynen.

Was dagegen nicht fehlen darf, ist das Fontane-Lyrik-Projekt, das im Anschluss in der Kulturkirche stattfindet. Bis dahin aber haben die Besucher noch Zeit, sich die prächtigen Prozessionsfiguren anzuschauen. Alles Banane? Alles Birne!

Von Regine Buddeke

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