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Evangelische Schule

Künstlerin Annett Glöckner öffnet den „Baukasten der Natur“ in Neuruppin

„Uns ist ganz viel dazu eingefallen“: Adele (l.) und Emilia arbeiten im Atelier der Evangelischen Schule mit Fundstücken aus der Natur.

„Uns ist ganz viel dazu eingefallen“: Adele (l.) und Emilia arbeiten im Atelier der Evangelischen Schule mit Fundstücken aus der Natur.

Neuruppin. Das Grau des Klebebands? So hässlich, so langweilig. Für ihr Gebilde aus zarten Ästen haben Emilia und Adele das graue Band grün übermalt. Auch die Äste leuchten knallig-bunt. Orange. Gelb. Lila.

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Noch bis Ende Dezember erforschen Viert- und Fünftklässler der Evangelischen Schule mit der Neuruppiner Künstlerin Annett Glöckner den "Baukasten der Natur". Im Atelier unter dem Dach entsteht eine Installation aus Fundstücken, die die Schüler sammeln und zu Kunstwerken weiterverarbeiten. Eine Projektidee, die Glöckner, die selbst gerne mit Gefundenem aus der Natur arbeitet, auch schon anderswo umgesetzt hat. An der Neuruppiner Karl-Liebknecht-Schule etwa. Oder in der Betriebskita des Universitätsklinikums Ruppin-Brandenburg.

Aus einer Kastanienschale entsteht ein giftig-grünes Stacheltier.

Aus einer Kastanienschale entsteht ein giftig-grünes Stacheltier.

Kastanienschalen, Äste, Blätter, Hortensienblüten. „Wir haben ganz viele Dinge gefunden“, sagt Adele. „Und uns ist ganz viel dazu eingefallen.“ Im Atelier entstehen filigrane Astkonstruktionen und bald ein buntblättriger Baum. Auf dem Boden breiten sich zudem Blumen aus Plastikmüll aus. Auch Verpackungen, sagt Glöckner, seien Fundstücke in der Natur: „Man kann nicht sagen, dass sie in den Baukasten der Natur gehören – aber man findet sie dort.“

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Annett Glöckner versteht ihr Projekt auch als kleine Schule der Wahrnehmung. „Es geht darum, auch das vermeintlich Unbedeutende wahrzunehmen“, sagt sie. „Dingen Beachtung zu schenken, die ansonsten nicht beachtet werden.“ Im besten Fall erwächst daraus auch Wertschätzung für Natur. „Was man liebt, wird man schützen.“

Was die Natur uns gibt: Annett Glöckner war mit ihrem „Baukasten der Natur“ schon an verschiedenen Orten in Ostprignitz-Ruppin zu Gast.

Was die Natur uns gibt: Annett Glöckner war mit ihrem „Baukasten der Natur“ schon an verschiedenen Orten in Ostprignitz-Ruppin zu Gast.

In ihrem „Baukasten der Natur“ macht Annett Glöckner keine Vorgaben. Die Schüler sollen eigene Ideen und Formen entwickeln. Die Künstlerin berät, unterstützt und schafft im Atelier Strukturen, die das Arbeiten leichter machen. „Ich helfe nur beim Bauen“, sagt sie. Aus ihrem Atelier bringt Glöckner eigene Arbeiten mit. Sie können ein Vorbild sein – müssen aber nicht.

Schon länger beschäftigt sich Glöckner mit Bäumen. Zuletzt arbeitete sie mit ihren Samen – den langen Schoten der Akazien etwa. "Sie sehen aus wie ein Lächeln", findet sie. Auch die Viertklässler finden Formen von Samen anregend. Aus dem geflügelten Ahorn-Samen wird ein hellblauer Vogel.

Stipendium in Neuruppin

Seit September ist die 58-Jährige Stipendiatin an der Evangelischen Schule. Alle zwei Wochen öffnet sie mit Viert- und Fünftklässlern sowie Kindern und Jugendlichen, die sich dafür interessieren, den "Baukasten der Natur". Das Programm "Max – Artists in Residence an Schulen in Brandenburg" macht ihr Engagement möglich.

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Neuanfang im Neuruppiner Stadtpark

Glöckners "Baukasten der Natur" soll auch im "Dein Park"-Projekt seine Spuren hinterlassen. Ganz unterschiedliche Initiativen versuchen, den lange vernachlässigten Neuruppiner Stadtpark aufzuwerten. So sind etwa schon – eine Initiative der Evangelischen Schule – neue Laufstrecken ausgeschildert worden. Glöckner möchte helfen, den Park mit den Mitteln der Kunst zu erschließen.

Im Schulgarten: Künstlerin Annett Glöckner erforscht mit Jugendlichen den „Baukasten der Natur“.

Im Schulgarten: Künstlerin Annett Glöckner erforscht mit Jugendlichen den „Baukasten der Natur“.

Mit Schülern der Neuruppiner Karl-Liebknecht-Schule unternahm sie bereits eine Exkursion in den Stadtpark. Weitere Projekte im Park sollen folgen. „Ich möchte mit den Schülern an Schönheit arbeiten.“

Annett Glöckner ist ausgebildete Bleisetzerin und Meisterschülerin der Hochschule der Künste Berlin. In der Region hat Glöckner, die auch mit Text-Performances auftritt, zahlreiche Arbeiten für den öffentlichen Raum geschaffen. Die Fliesenwand "Du bist schlau in der Natur" soll etwa an die Laga in Wittstock erinnern. Ebenso die mit Schülern gestaltete Fliesenwand "Wir feiern die Natur."

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