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Neuruppin

Lebenslänglich für Mord in Alt Ruppin

Der Angeklagte im Gerichtssaal des Landgerichtes Neuruppin.

Der Angeklagte im Gerichtssaal des Landgerichtes Neuruppin.

Neuruppin.Lebenslänglich. So lautete das Urteil am Dienstag im Prozess gegen den 40-jährigen Friedrich-Wilhelm K. vor dem Landgericht Neuruppin. K. wurde von der 1. Großen Strafkammer wegen Mordes und sexueller Nötigung und überdies wegen Computerbetruges und Verstoßes gegen das Waffengesetz verurteilt.

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Friedrich-Wilhelm K. (40). soll im vorigen August seine Vermieterin Jutta K (61) nach einem gemeinsamen Grillabend brutal vergewaltigt und umgebracht haben. Er sagt, ein Streit sei aus dem Ruder gelaufen. Das Gericht sagt , es war Mord. Und zwar Mord zur Befriedigung des Geschlechtstriebes.

Staatsanwalt hatte lebenslänglich gefordert

Der Staatsanwalt hatte bereits eine lebenslange Freiheitsstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung gefordert. Auch für Ankläger Torsten Sauermann war es ganz klar Mord – und zudem besonders brutal.

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Der Angeklagte soll Jutta K. vor der Tötung massiv verletzt und mit einem Spanngurt an einen Pfosten gefesselt und ihr noch eine schwere Gliederkette um den Hals gelegt haben.

Prozess gegen Friedrich-Wilhelm K. im Mordprozess Jutta K. aus Alt Ruppin am Landgericht Neuruppin.

Prozess gegen Friedrich-Wilhelm K. im Mordprozess Jutta K. aus Alt Ruppin am Landgericht Neuruppin.

Der Verteidiger sagt nun, dass er seinem Mandaten glaubt. Dieser hatte bereits zum Prozessauftakt die Tötung eingeräumt.

Später hatte er gesagt, es habe an jenem Abend einvernehmlichen Sex gegeben, wie schon zuvor. Anschließend habe er gehen wollen, sie habe das aber nicht gewollt und ihn unter Druck gesetzt, indem sie ihm seine kriminelle Vergangenheit vorhielt.

Angeklagter ist in Rage geraten

Dadurch, so der Angeklagte, sei er so in Rage geraten, dass er mit Fäusten auf sie losging. Sie habe die Besinnung verloren und geröchelt, da habe er erst erkannt, was er angerichtet hat. Um Zeit für die Flucht zu gewinnen, habe er sie mit dem Spanngurt und der Kette gefesselt.

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Der Verteidiger hatte deshalb auf schwere Körperverletzung und Totschlag plädiert und eine Gesamtstrafe von 12 Jahren für Friedrich-Wilhelm K. gefordert. Verteidiger Schöneburg sagte, es habe hier keinen direkten Tötungsvorsatz gegeben. Der Angeklagte habe aber den Tod der 61-Jährigen billigend in Kauf genommen.

Sexuelle Gewaltfantasien ausgelebt

Das Gericht aber befand, die Fesselungen seien eher auf sexuellen Fetisch zurückzuführen. Eine andere Erklärung für das Arrangement sah die Kammer nicht. Friedrich-Wilhelm K. habe seinen sexuellen Gewaltfantasien freien Lauf gelassen.

Von Dagmar Simons

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