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Stadtentwicklung

Neue Pläne fürs Predigerwitwenhaus

Karl Friedrich Schinkel verbrachte einige Kinderjahre im Predigerwitwenhaus an der Fischbänkenstraße.

Karl Friedrich Schinkel verbrachte einige Kinderjahre im Predigerwitwenhaus an der Fischbänkenstraße.

Neuruppin. Eins der wichtigsten historischen Gebäude Neuruppins bekommt zum Jahreswechsel einen neuen Eigentümer. Das Predigerwitwenhaus an der Fischbänkenstraße geht in den Besitz der Neuruppiner Wohnungsbaugesellschaft (NWG) über. Das Unternehmen zahlt dafür 610 000 Euro an die Stadt Neuruppin.

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Der NWG-Geschäftsführer Robert Liefke hatte bei der Stadt den Kauf des Hauses samt Nebengebäude und Grundstück beantragt. Der städtischen Wohnungsgesellschaft gehören ohnehin bereits die Nachbargrundstücke. Robert Liefke hofft das gesamte Areal zwischen Fischbänken-, Friedrich-Engels-Post- und Siechenstraße so in den kommenden Jahren schneller und effektiver weiterentwickeln zu können. Benannt ist dieser Teil der Altstadt nach dem Klappgraben, der dort mitten hindurchfließt, großteils unterirdisch.

„Wir haben uns verständigt, dass das gesamte Areal einheitlich beplant wird“, sagt Robert Liefke. „Die Verantwortung dafür liegt bei der Stadt.“ Die müsse sagen, wie das Areal im Herzen der Altstadt künftig genutzt werden soll. Dass ein weiteres Stück des Klappgrabens geöffnet werden soll, ist schon beschlossene Sache – nicht aber was rundherum passiert.

Verbindung zu Schinkel und Fontane

Das einstige Predigerwitwenhaus ist gleich aus mehreren Gründen für die Stadt von Bedeutung. Dort verbrachte der spätere preußische Baumeister Karl Friedrich Schinkel einen Teil seiner Kindheit. Schinkel lebte mit seiner Familie von 1787 bis 1794 in dem Gebäude. Gut 50 Jahre später zog dort Theodor Fontanes Mutter Emilie ein. Sie lebte in dem Haus von 1849 bis zu ihrem Tod im Jahre 1869.

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Das Predigerwitwenhaus gehört zu den wenigen Gebäuden, die den großen Stadtbrand 1787 überstanden haben. Gegründet wurde das stattliche Fachwerkhaus am Neuen Markt 1735 nach einem Entwurf des Stadtphysikus Bernhard Feldmann als Wohnhaus für Witwen und Waisen gestorbener Prediger. Ursprünglich gab es im Erd- und im Obergeschoss je vier Wohnungen. Im 19. Jahrhundert wurde das Gebäude jedoch umgebaut als der Unternehmer Paul Wachs das Haus kaufte und auf dem Hof eine Seifenfabrik einrichtet.

Neue Ideen werden gesucht

Ende der 1990er Jahr ließ die Stadt Neuruppin das Gebäude umfassend sanieren. Heute beherbergt es neben einigen Wohnungen unter anderem die Geschäftsstellen des Landestourismusverbandes und der Karl-Friedrich-Schinkel-Gesellschaft sowie das Büro der Firma DSK. Sie begleitet die Stadtsanierung in Neuruppin.

Große Veränderungen plant die NWG mit der Übernahme des Gebäudes nicht, zumindest nicht sofort. Perspektivisch sollen Hof und Nebengebäude besser genutzt werden. Die Stadt Neuruppin soll dafür einen Rahmen ausarbeiten, den die NWG dann auf ihren Flächen mit konkreten Ideen füllen will. 50 000 Euro hat die NWG 2019 für ihre Planungen vorgesehen.

Von Reyk Grunow

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