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Wohnprojekt der Diakonie OPR

Neuruppin: MAZ-Aktion Sterntaler unterstützt Wohnprojekt für frühere Obdachlose

Neuruppin. Seine frühere Wohnung hatte er verloren. „Wegen Mietschulden“, sagt der hagere Mann, der seinen Namen lieber nicht nennen möchte. Sein größter Wunsch jetzt: wieder eine eigene Wohnung finden. „Zwei-Raum-Wohnung im Erdgeschoss.“

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Er hat große Hoffnung, dass es klappen könnte. Seit einigen Wochen lebt er in einem Wohnprojekt der Diakonie in Neuruppin, das Obdachlose auf ein selbstständiges Leben in eigener Wohnung vorbereiten soll. Gemeinsam mit seiner Betreuerin versucht er, alte Probleme hinter sich zu lassen.

Neuruppiner Wohnprojekte für Obdachlose: Sozialarbeiterin Birgit Boerger und Diakonie-Geschäftsführer Tobias Kindt.

Neuruppiner Wohnprojekte für Obdachlose: Sozialarbeiterin Birgit Boerger und Diakonie-Geschäftsführer Tobias Kindt.

Seit Anfang September geht das Diakonische Werk Ostprignitz-Ruppin bei der Betreuung obdachloser Menschen neue Wege. Drei Angebote soll es geben: teilstationäres Wohnen in einem Übergangshaus in der Bahnhofstraße, reines Obdach in der Gerhart-Hauptmann-Straße und ein ambulanter Dienst, der Menschen vor dem Verlust ihrer eigenen Wohnung bewahren soll.

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„Es läuft gut“, sagt Sozialarbeiterin Birgit Boerger. Viele Bewohner der ehemaligen – inzwischen aufgegebenen – Obdachlosenunterkunft K6 hätten sich in den neuen Räumen in der Bahnhofstraße deutlich erholt. „Sie schätzen es“, sagt Boerger. „Es ist eine richtig angenehme Atmosphäre.“

Neue Form der Gemeinschaft in Neuruppin

Immer wieder mittwochs kommen die Bewohner zu einem gemeinsamen Essen zusammen. Einer der Bewohner – ein ambitionierter Hobbykoch – bereitet für alle, die dabei sein wollen, ein Essen zu. Eisbein. Gulasch mit Nudeln. Es ist eine Form der Gemeinschaft, die es so früher nicht gab.

Enge, nur wenige Duschen und Toiletten sowie der marode Zustand des alten Hauses hatten im K6 die Stimmung gedrückt und immer wieder zu Konflikten geführt. „Hier ist es jetzt viel ruhiger“, sagt Boerger.

Nachmittagsrunde: Jedes Wohnprojekt hat eine Gemeinschaftsküche. Dort steht auch der gemeinsame Fernseher.

Nachmittagsrunde: Jedes Wohnprojekt hat eine Gemeinschaftsküche. Dort steht auch der gemeinsame Fernseher.

Alle 22 Plätze des Trainingswohnens in den Bahnhofstraße sind inzwischen belegt. Auf drei Etagen eines Mietshauses kann die Diakonie Plätze anbieten. „Jedes Wohnprojekt ist wie eine eigene Familie“, sagt Boerger.

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MAZ-Aktion Sterntaler Neuruppin 2021

Die MAZ-Aktion Sterntaler Neuruppin gibt es schon seit 16 Jahren. Immer zur Weihnachtszeit sammelt die MAZ-Lokalredaktion Spenden für Bedürftige im Raum Neuruppin.

In diesem Jahr sammeln wir für vier folgende Projekte: 1.Weihnachts-Präsentkörbe für die Familien der Neuruppiner Tafel.2.Ein Kinderspielzimmer für die Kinder im Übergangswohnheim für Geflüchtete.3. Einen neuen Küchenherd für das Mehrgenerationenhaus Krümelkiste in Neuruppin.4. Nachttische für die WG früherer Obdachloser im begleiteten Wohnen der Diakonie.

Partner der Hilfsaktion ist das Diakonische Werk Ostprignitz-Ruppin, das auch das Spendenkonto führt. Spenden können Sie, liebe Leser, auf das Konto der Diakonie bei der Sparkasse Ostprignitz-Ruppin, IBAN DE66 1605 0202 1001 0086 14. Stichwort: Sterntaler Neuruppin

Wer eine Spendenbescheinigung benötigt, schreibt bitte die vollständige Adresse auf den Überweisungsbeleg.

Boerger und ihre Kolleginnen können inzwischen erste Erfolge vermelden. Einem Bewohner gelang der Auszug, ein zweiter könnte demnächst in eine eigene Wohnung ziehen. Und ein anderer Bewohner entschied sich nach Jahren der Sucht eine Therapie zu wagen.

Deutlich mehr Mitarbeiter bei der Diakonie in Neuruppin

Um in der Betreuung Obdachloser wirklich neue Wege gehen zu können, hatte die Diakonie die Zahl der Mitarbeiter deutlich aufgestockt. Vier Sozialarbeiter, zwei Sozialbetreuer und eine Verwaltungsfachangestellte gehören inzwischen zum Team – im früheren K6 hatte es nur drei Mitarbeiterinnen gegeben.

„Wir erleben hier das Gefühl, uns ganz anders kümmern zu können“, sagt Boerger. Im Januar wird sie eine weitere Kollegin begrüßen dürfen. Der hohe Personalschlüssel soll sicherstellen, dass Menschen in besonders schweren Lebenssituationen intensive Hilfe bekommen. Denn wer in den Wohnprojekten Zuflucht sucht, hat in der Regel mit mehreren Problemen zu kämpfen – Sucht, Schulden, psychische Erkrankung, Gewalterfahrungen, Arbeitslosigkeit. „Sie erzählen Geschichten, die andere nur im Tatort erleben“, sagt Boerger.

Diakonisches Werk hilft auch nach dem Auszug

Anders als das K6, das für viele Gäste zu einer Dauerwohnstätte geworden war, nehmen die Wohnprojekte in der Bahnhofstraße Hilfesuchende für eine begrenzte Zeit auf. Wer dort wohnt, darf bis zu zwei Jahre bleiben – dann sollte eine Lösung gefunden worden sein. Doch ist niemand nach Ablauf der Zeit auf sich gestellt. „Wir übernehmen auch eine Nachbetreuung“, sagt Boerger.

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Das Team um Boerger will auch Menschen beraten, die vom Verlust ihrer Wohnung bedroht sind. Inzwischen hat sich das neue Trainingswohnangebot so weit herumgesprochen, dass die ersten, die um ihre Wohnung fürchten, um Hilfe baten. „Der Bedarf ist groß“, sagt Boerger.

Nachttische für Neuruppiner Wohnprojekte

Sterntaler möchte die Wohnprojekte in der Neuruppiner Bahnhofstraße unterstützen. Zwar hat jeder Bewohner einen eigenen abschließbaren Schrank. Doch fehlt es an Nachttischen, auf denen die Bewohner Handys, Medikamente oder andere persönliche Besitztümer ablegen könnten. Eine Spende von Sterntaler soll helfen, Nachttische zu beschaffen – und die Schlafplätze noch ein wenig wohnlicher zu machen.

Von Frauke Herweg

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