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Diskussionsrunde

Wölfe in Brandenburg: Forum fordert Obergrenze

Neumühle, Diskussion über Wölfe in Brandenburg mit Gregor Beyer (r.) vom Forum Natur Brandenburg. Mit dabei ist auch CDU-Mann Sven Deter (m.) aus Wulkow.

Neumühle, Diskussion über Wölfe in Brandenburg mit Gregor Beyer (r.) vom Forum Natur Brandenburg. Mit dabei ist auch CDU-Mann Sven Deter (m.) aus Wulkow.

Alt Ruppin. In Brandenburg sollte es eine Obergrenze für Wölfe geben. Das hat am Dienstagabend Gregor Beyer (50), der Geschäftsführer des Forums Natur Brandenburg, bei einer Diskussionsrunde im Kornspeicher Neumühle bei Neuruppin gefordert, zu der die Kreis-FDP Land- und Forstwirte sowie Interessierte eingeladen hatte.

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Beyer vermied es jedoch, sich auf eine Zahl festzulegen. Dazu müsste sich schon die Politik aufraffen und sich dazu mit der Jägerschaft abstimmen, so Beyer. Denn die Jäger sollen dafür sorgen, dass die zu vereinbarende Obergrenze an Wölfen in einer Region auch eingehalten werde. Ein Problem dabei: Wölfe halten sich an keine Grenzen – ihre Reviere können sich über mehrere Bundesländer erstrecken. Derzeit gelten Wölfe in Deutschland als streng geschützte Art und dürfen deshalb nur in Ausnahmefällen getötet werden.

Wie viele Wölfe derzeit im Ruppiner Land leben, ist unklar

Wie viele Wölfe derzeit im Ruppiner Land leben, ist unklar.

Laut Beyer, der bis 2010 Mitarbeiter des Naturschutzbundes Deutschlands (Nabu) war und auch zwei Studien an der Fachhochschule in Eberswalde erarbeitet hat, leben in Deutschland derzeit etwa 1000 Wölfe. Damit handele es sich um eine selbst tragende Population – soll heißen: Wölfe müssten nicht unter einen besonderen Schutz gestellt werden, da ihr Bestand im Schnitt um jährlich mehr als 30 Prozent zunehme.

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„Wo Wölfe leben, wird es trotz Zäunen und Hütehunden immer Schäden geben“, sagte Beyer. Deshalb sei es notwendig, dass Landwirte, die durch Wölfe Weidetiere wie Schafe, Rinder oder Pferde verloren haben, auch möglichst schnell und unkompliziert einen finanziellen Ausgleich erhielten. Ansonsten bestünde die Gefahr, dass es überhaupt keine Akzeptanz für Wölfe in Brandenburg gebe. „Ohne Akzeptanz wird niemand den Wolf retten können“, so Beyer.

Vom Kalb blieb nichts übrig

„Es gibt keine wolfssicheren Zäune“, sagte Jens Schreinicke. Der Landwirt aus Michendorf ist Vorsitzender des Kreisbauernverbandes in Potsdam-Mittelmark und zugleich ehrenamtlichen Wolfsbeauftragter des Landesbauernverbandes. Schreinicke hat Mitte März ein Kalb verloren – vermutlich durch einen Wolf. Aber weil von dem Kalb auf der Weide nichts übrig geblieben sei, habe auch nicht nachgewiesen werden können, dass das Tier von einem Wolf gerissen wurde, so der Landwirt, der deshalb auch keine Entschädigung erhalten hat.

In Brandenburg und in Deutschland lebten längst mehr Wölfe, als verträglich seien, befand Sven Deter. Der Kreisbauernchef in Ostprignitz-Ruppin sprach sich ebenso wie der Forstmann, Landwirt und Jäger Enno Rosenthal aus dem Amt Temnitz dafür aus, Wölfe regelmäßig zu jagen. Dafür wollen sich auch die Liberalen einsetzen, wenn sie Anfang September in den Landtag gewählt werden, sagte Gabriele Schare-Ruf, die den FDP-Kreisverband leitet.

Zwei Rudel leben in der Region

Wie viele Wölfe derzeit in Ostprignitz-Ruppin leben, ist unklar. Laut Robert Franck, dem Wolfsbeauftragten des Kreisjagdverbandes, sind zwei Rudel bekannt, eines lebt in der Kyritz-Ruppiner Heide, das andere bei Krangen.

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Die Zahl der Tiere dürfte sich jedoch erhöhen. Denn im April/Mai bringen die Wölfinnen in einem extra angelegten Bau die Jungen zur Welt. Für Wolfsbeachter sei deshalb erst im Juni oder Juli erkennbar, wie viele Junge geboren wurden und wie viele das Rudel inzwischen verlassen haben, um ein eigenes zu bilden, so Franck.

Anfang März hatte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) erklärt, dass der Abschuss von Wölfen erleichtert und dafür das Naturschutzgesetz geändert werden soll.

Von Andreas Vogel

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