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Komiker zu Gast in Neustadt

Plötzlich mit Karl Dall auf der Bühne

Karl Dall bei seinem Auftritt am Donnerstagabend in Neustadt.

Karl Dall bei seinem Auftritt am Donnerstagabend in Neustadt.

Neustadt. Wo ist der allerschlechteste Klavierspieler aller Zeiten zu erleben? In der Neustädter Gastwirtschaft „Olafs Werkstatt“ natürlich, wo er Komiker Karl Dall an dem Instrument begleitet. Denn der Autor dieser Zeilen beherrscht maximal „Alle meine Entchen“ – und muss trotzdem nach vorn auf die Bühne.

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Gefragt wurde nach jemandem, der wirklich Klavierspielen kann. Ausgerechnet in dem Moment, in dem ich ein Foto vom gesamten Publikum machen will und die Kamera auffällig nach oben halte. Dall: „Ah, da hinten meldet sich einer.“

Die fast 90 Gäste kriegen sich in den folgenden Minuten vor Lachen kaum ein. Gerne doch!

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Es war ja auch eine Ehre mit jemandem so berühmtem an der Seite, der einen selbst schon das gesamte Leben zumindest vom TV aus begleitete. Im Moment ist er gerade doppelt so alt als ich: 78.

Sehr private Fotos und Gags am laufenden Band

Was Dall seit seinem ersten und bis heute eigentlich nur für ihn selbst erkennbaren Komparsenauftritt bei „Winnetou, Teil 1“ schon so alles mitmachte, ließ er fürs Publikum Revue passieren. Sehr private Fotos brachte er dazu mit, aber auch viele Bilder mit nicht weniger bekannten Weggefährten. Und immer wieder Gags am laufenden Band. Bis in die Gegenwart.

2016 war Dall „schon einmal in Neustadt/Gosse, äh Dosse“. Auch damals sollte einer Klavierspielen. Und dank Hartmut Paschen aus Kyritz im Publikum klappte das seinerzeit sogar.

Ganz zur Ruhe setzen will sich Karl Dall längst nicht

Das Programm „Der alte Mann will noch mehr“ war nun dasselbe. Er wollte offenbar wirklich mehr.

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„Er möchte ja doch ab und zu mal raus“, verrät Dalls Mitarbeiter René Kirmße am Rande: „Er macht das ja noch gerne.“ Nach eineinhalbjähriger kompletter Auftrittspause habe er sich erst im Februar wieder auf diese eine kleine Tournee aus nur acht Gastspielen bundesweit begeben.

Die Agentur meldete sich in Neustadt entsprechend kurzfristig an, wohl in Erinnerung der seinerzeit schon tollen Atmosphäre, und weil Dall ohnehin lieber vor einem noch überschaubaren Publikum auftrete.

„Das kam so kurzfristig, dass er es auch nicht mehr in unser Programmheft schaffte“, erklärt Olaf Krause von der „Werkstatt“. Trotzdem waren beide Termine schnell ausverkauft.

Multivisionsshow wie ein Ritt durch die TV-Geschichte

„Wir sind glücklich, einen so bekannten Menschen bei uns zuhaben. Wir leben aber von vielen anderen Künstlern, die man weniger aus dem Fernsehen kennt“, erklärt Olaf Krause dem Publikum mit dem Veranstaltungskalender in der Hand, bevor Karl Dall auf die Bühne kommt und loslegt, als gäbe es kein Morgen mehr.

Karl Dall in Neustadt

Karl Dall in Neustadt

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Dall zeigt eine Multivisionsshow, die einem Ritt durch die deutsche TV-Geschichte gleicht. Sehr oft übrigens sei Dall dabei an einem „Goldenen Olaf, äh Oscar“ in Hollywood vorbeigeschrammt.

Am liebsten Telefonstreiche

Dann greift er sich einen Mann aus dem Publikum, der zwei Jahre jünger ist als er, „aber zehn Jahre älter aussieht“ und der also seine „Lebensabschlussgefährtin“ dabei hat. Wie schon 2016 in Neustadt und bei so vielen anderen Auftritten lässt sich Dall eine Telefonnummer geben, um sich einen Streich zu gönnen. Noch mehr Leute sollen Nummern aufschreiben und in einen Sektkühler werfen.

Die entstehenden Telefonate sind echt und echt witzig. Dass Dall bei einer bekannten Auskunftszentrale in einem Callcenter herauskommt, das sich in Mecklenburg befindet, weiß er natürlich längst. Dall verblüfft dort mit seinen Anrufen noch immer den einen oder anderen Beschäftigten.

„Klavierspielen“ für dieses nationale Komikerdenkmal – oder auch Blödelbarde sogenannter aus einer Reihe mit Otto Waalkes, Jürgen von der Lippe oder Mike Krüger – ist natürlich 1000 Mal geiler.

Von Matthias Anke

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