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Rheinsberg

Ärzte machen mobil gegen Windradpläne

Scheinbar ganz nahe fliegen Wildgänse vor den sich drehenden Rotorblättern eines Windrades.

Scheinbar ganz nahe fliegen Wildgänse vor den sich drehenden Rotorblättern eines Windrades.

Rheinsberg. Das Potsdamer Gesundheitsministerium soll sich gegen die Pläne aussprechen, dass bei Dort Zechlin sechs, je gut 200 Meter hohe Windräder gebaut werden. Darum bittet eine am Sonntag gegründete „Initiative besorgter Ärzte“, die die Allgemeinmedizinerin Silke Klauß ins Leben gerufen hat und der derzeit fünf Ärzte angehören.

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Angst vor Infraschall und Disco-Effekt

Mit dem weiteren Bau von Windkraftanlagen würden nicht nur gewachsene Kulturlandschaft und ländliches Leben zerstört. Vielmehr verursachten Windkraftanlagen „weitreichende gesundheitliche Schäden“, wie Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Übelkeit, Tinnitus, Schwindel und Herzrhythmusstörungen, heißt es in einem Schreiben an Gesundheitsministerin Daniela Golze (Linke), das der MAZ vorliegt. Insbesondere der Infraschall, dessen Frequenz das menschliche Gehör nicht wahrnimmt, und der sogenannte Disco-Effekt durch das nächtliche Blinken der Anlagen tragen zu Gesundheitsschäden bei, so die Initiatoren, zu denen zwei Allgemeinmediziner, eine Gynäkologin, ein Internist und ein Zahnarzt gehören.

Die Initiative fordert bis zum Vorliegen belastbarer Studien zu den befürchteten Gesundheitsschädigungen ein Moratorium und bittet das Ministerium, entsprechende Studien in Auftrag zu geben. Dem Ministerium lag der Hilferuf der „Initiative besorgter Ärzte“ bis Mittwoch allerdings noch nicht vor.

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Anhörung am Dienstag in Rheinsberg

Indes könnte es am Dienstag, 3. Juli, zu einer Vorentscheidung kommen, ob das Landesumweltamt die Pläne für den Bau der sechs Windräder bei Dorf Zechlin befürwortet. Denn bei einem sogenannten Erörterungstermin soll ab 10 Uhr in der Seehalle des Hotels Haus Rheinsberg das Pro und Contra zu dem Projekt abgewogen werden. Die Haltung von Rheinsberg ist klar. Die Stadtverordneten haben den Bau der Windräder einhellig abgelehnt – auch weil dort kein Eignungsgebiet für Windräder ausgewiesen ist und sich in der Nähe der Große Zechliner See befindet, der als Schlafplätz für Singschwäne gilt.

Gleichwohl hält die Stuttgarter Firma an ihrem Projekt fest.

Das Landesumweltamt muss nun das Pro und Contra zu den sechs Anlagen abwägen. „Es werden die Einwände behandelt, die im Vorfeld eingereicht wurden“, sagte Behördensprecher Thomas Frey am Mittwoch. Das heißt wohl, dass die Einwände der „Initiative besorgter Ärzte“ nicht behandelt werden, weil sie zu spät vorgetragen wurden.

Von Andreas Vogel

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