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Rheinsberg

Solanum: Ein Festival rund ums Gemüse

Selbstgemachten Tannenspitzensirup kostet Besucherin Petra Roggensack  am Stand der Manufaktur „Drei Jahreszeiten“.

Selbstgemachten Tannenspitzensirup kostet Besucherin Petra Roggensack am Stand der Manufaktur „Drei Jahreszeiten“.

Rheinsberg. Wer bisher der Meinung war, dass Gurken, Möhren, Tomaten oder Paprika schlichte Zutaten für einen Salat darstellen, der ist nicht so recht am Puls der Zeit geblieben.

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Die Besucher des kulinarischen Festivals „Solanum“, das am Wochenende in Rheinsberg statt fand, wissen es besser. Sie haben erfahren, dass Sellerie, Porree & Co. uns auf einer Reise zu Kreativität und Intuition begleiten können, dass sie als Medium der Kommunikation dienen und sogar zum Musizieren taugen.

Einen Teil dieser Erkenntnis haben die Besucher Linda Lezius von „Wild & Root“ zu verdanken, die bereits am Freitag beim interaktiven Abendbrot für Aha-Effekte sorgte. Mit einem großen Tisch voller Lebensmittel setzte sie die Fantasie der 50 Gäste in Gang. Sie sollten selbst über die Salatbestandteile mitentscheiden.

Die Verbindung zwischen Mensch und Lebensmittel

Die Berliner Event-Agentur will die Verbindung zwischen Mensch und Lebensmitteln neu beleben. „Hier können die Menschen wunderbar ins Gespräch kommen. Zum Beispiel, wenn sie einfach ihren Nachbarn bitten, ihm das Brot zu reichen“, sagt Linda Lezius. So avancieren Brot oder Kartoffeln – oftmals herabdegradiert zur Sättigungsbeilage – zum Medium der Kommunikation.

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Gespräche gibt es auf dem Solanum-Markt reichlich. Man tauscht sich über die Herstellung von Tannenspitzensirup über die Vermehrung von Bohnen oder die Herstellung von kleinen Saatgutbomben aus.

Mandy Möhwald von der Saatgut-Tauschbörse weiß wie es geht: Fünf Teile Komposterde, drei Teile Lehm oder Tonmehl werden mit Saatgut und etwas Wasser vermengt. Bälle formen und diese ein bis zwei Tage trocknen lassen – fertig sind die kleinen Samenbomben, genannt Seedballs, mit denen man ganze Steinwüsten in blühende Landschaften verwandeln kann.

Samenbomben können Steinwüsten begrünen

Bei der Saatgut-Tauschbörse treffen Hobby- und Profigärtner sowie Selbstversorger immer am ersten Sonntag im März im uckermärkischen Brüssow aufeinander, um Samenüberschüsse auszutauschen, miteinander ins Gespräch zu kommen oder Leute kennen zu lernen.

Bei der Kräuterpädagogin Manuela Röhken aus Kraatz bei Gransee spielen zwar Kräuter wie Rosmarin, Salbei und Löwenzahnknospen eine wichtige Rolle, als Kulturmanagerin muss sie aber auch die höheren Künste im Blick haben.

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Fontane durfte auch nicht fehlen

Ihren Stand schmückt ein Kunststoff-Fontane des Künstlers Ottmar Hörl und auf einer Tafel heißt es: „Hier wäre Fontane auch eingekehrt“. Anlässlich des 200. Geburtstags im kommenden Jahr, nähert man sich dem Schriftsteller eben auf vielen Ebenen.

Die Sense schwingen musste Fontane allerdings nicht. Das erledigte Sensenlehrer Stefan Bauer allein – lautlos und ökologisch. Das Interesse bei den Besuchern war so groß, dass er kaum zum Essen kam.

Von Cornelia Felsch

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