Schwochow hofft auf Straßenausbau 2019

Die Ortsdurchfahrt von Linow ist kein Schmuckstück. Saniert wird sie aber erst, wenn die Stadt Rheinsberg ihre Hausaufgaben erledigt.
Quelle: Celina Aniol
Linow. Bei dem Konzept für die Regenentwässerung von Straßen und Plätzen in Rheinsberg will der neue Stadtchef Frank-Rudi Schwochow dem Land entgegenkommen. „Warum sollen wir uns jahrelang streiten, ob und was nicht in Ordnung ist“, sagt er. Stattdessen will er hören, welche konkreten Erwartungen Potsdam an diesem Punkt stellt, und diese dann so schnell wie möglich nach den Vorstellungen des Landes erfüllen.
Dass der Bürgermeister so sehr zu Kompromissen bei dem Konzept bereit ist, liegt vor allem daran, dass das Land ohne ein solches gut ausgearbeitetes Papier die von den Rheinsbergern seit Jahrzehnten gewünschte Sanierung der L 15 von Linow bis Dorf Zechlin und der L 16 ab diesem Punkt bis nach Wallitz nicht anpacken wird. „Mein Ziel ist es, dass 2019 mindestens die Ortsdurchfahrt von Linow gemacht wird“, sagt Schwochow. Um das zu schaffen, sei er zu Zugeständnissen bereit.
Genau bei der Nachfrage nach der Erneuerung der maroden Ortsdurchfahrten Linow und Wallitz ist Anfang Dezember vergangenen Jahres herausgekommen, dass das Land mit dem von der Verwaltung vorgelegten Regenwasserentwässerungskonzept unzufrieden ist. Das stellte Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider bei einem Termin in Rheinsberg klar. Sie sagte, die von der Stadt 2017 vorgelegten Unterlagen würden lediglich aufzeigen, welche Wege das Regenwasser nimmt und wo es Probleme gibt. Nicht beinhaltet sei, wohin und wie das Wasser abgeleitet werden soll (die MAZ berichtete).
Sie empfahl der Stadt auch gleich, ein professionelles Planungsbüro zu beauftragen, genau das nachzuholen. Erst wenn das erledigt wird, könnte der Landesbetrieb Straßenwesen die Planungen für die Sanierung der Ortsdurchfahrt in Linow in Angriff nehmen. Auf eine mündliche Nachfrage des Landtagsabgeordneten Péter Vida (BVB/Freie Wähler) versprach Ministerin Schneider im Landtag Mitte Dezember, dass das Land diese Arbeiten unverzüglich aufnehmen werde, sobald das neue Konzept da ist. Für Wallitz gilt das allerdings nicht, da das Dorf noch gar nicht in dem Straßenausbauprogramm des Landes aufgelistet ist. Ein kapriziöser Wunsch sind die Nacharbeiten bei dem Entwässerungskonzept keineswegs. Vielmehr ist ein solcher Plan mittlerweile eine Grundvoraussetzung für den Ausbau von Straßen. Das war auch der Rheinsberger Verwaltung längst bekannt. So wollte die Stadt bereits 2009 mit Blick darauf ein Konzept für die Beseitigung von Regenwasser in der Kernstadt erstellen. Aber erst 2012 wurden dafür 20 000 Euro in den Haushalt eingestellt – allerdings ohne Folgen. Erst 2014 wurde die Aufgabe an eine Firma vergeben und ruhte mehr oder weniger bis 2015. Erst seit 2016 war die Verwaltung wieder hinterher, dass das Konzept erstellt wird. In der Zwischenzeit wurde die Summe auf mehr als 40 000 Euro aufgestockt – auch weil nun die Ortsteile mitbetrachtet werden sollten.
Schwochow will auf keinen Fall noch einmal so viel Zeit verstreichen lassen, bis er dem Land annehmbare Resultate präsentieren kann. Er hofft dabei, dass er nicht gleich das ganze Konzept neu schreiben lassen muss. Stattdessen will er genau das beauftragen, was das Land haben will – und sich dabei vorerst auf das Dorf Linow beschränken. „So sehen wir, welcher Aufwand das ist, und kommen so zu einem schnellen Ergebnis.“ Um zu klären, was das Land genau benötigt, um mit der Planung für den Ausbau der holprigen Ortsdurchfahrt zu beginnen, strebt der Bürgermeister einen zeitnahen Vor-Ort-Termin mit dem Landesbetrieb an. Die Linower bemühen sich bereits seit den 1990er Jahren um die Erneuerung der Hauptstraße in ihrem Dorf – auch weil das Regenwasser von dort regelmäßig einige Grundstücke überflutet.
Von Celina Aniol
MAZ










