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Rheinsberg

Schwochow will reinen Tisch machen

Rheinsbergs neuer Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow stellte sich im Haus der Begegnung den Fragen von Rheinsberger Bürgern.

Rheinsbergs neuer Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow stellte sich im Haus der Begegnung den Fragen von Rheinsberger Bürgern.

Rheinsberg.Rheinsbergs neuer Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow startet mit großem Elan in seine Amtszeit. Die ersten Tage im Rathaus seien für ihn wie im Flug vergangen, sagte Schwochow am Donnerstag Nachmittag im Haus der Begegnung. Dort stellte er sich während der Donnerstagsakademie den Fragen von Rheinsberger Einwohnern.

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Am meisten beschäftigte die Bürger die Frage nach dem Rathausneubau. Die Baustelle in der Seestraße liegt seit Wochen brach, es gibt Probleme mit der Finanzierung und mit mehreren Baufirmen. Laut Schwochow sei die Situation „sehr ernst“. Man habe die Kontrolle über die Baustelle verloren und die Kosten seien völlig aus dem Ruder gelaufen. Schwochow sprach von mehrehren hunderttausend Euro.

Haus der Begegnung vom Neubau bedroht

Am Rathausneubau hängt auch das Schicksal des Hauses der Begegnung. Die Initiative sollte in das neue Rathaus umziehen und hatte den Mietvertrag mit dem bisherigen Haus deshalb bereits gekündigt. Der Umzug muss allerdings verschoben werden, weil ein Ende der Bauarbeiten am Rathaus für 2018 nicht in Sicht ist (die MAZ berichtete). Schwochow versprach, sich für einen neuen Mietvertrag des Hauses der Begegnung bis 2019 einzusetzen. Ein Termin mit den Hauseigentümern sei bereits vereinbart, so der Rathauschef.

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Damit der Rathausneubau eines Tages fertig gestellt wird, hat Schwochow nun eine Sonderkommission gegründet. Der Bauamtsleiter, der Kämmerer und Schwochow selbst sind die Mitglieder dieser Kommission. Sie wollen sich bei Bedarf Hilfe von unterschiedlichen Experten holen. „Wir müssen diesen Bau zu Ende bringen. Aber wir können uns nur langsam herantasten“, sagte Schwochow, der am Montag sein Amt angetreten hatte. Weil die Akten zu der Baustelle nicht im Rheinsberger Rathaus, sondern bei einer Berliner Firma lägen, gestalte sich der Aufarbeitungsprozess allerdings schwierig.

Ab sofort soll es anders laufen

Aufgebrachte Einwohner, die forderten, die Verantwortlichen für das Bauproblem zur Rechenschaft zu ziehen, versuchte Schwochow zu beruhigen. Es sei nicht mehr eindeutig nachzuvollziehen, wer überhaupt die fraglichen Aufträge erteilt habe. Schwochow will allerdings ab sofort reinen Tisch machen, wie er sagt. Ein Gutachten zum aktuellen Zustand der Baustelle sei bereits angefordert.

Auf die Frage, welche Methoden er als neuer Bürgermeister in den kommenden Jahren anwenden wolle und ob er eventuell öfter auf den Tisch hauen würde, musste Schwochow schmunzeln. Das komme ganz auf die Situation an, sagte der Bürgermeister. „Natürlich sollte man versuchen, immer sachlich zu sein. Aber manchmal muss man auch mal draufhauen.“ So etwa bei der Sanierung der Mühlenstraße, die Rheinsberg seit Jahren vom Land fordert, um die Lastwagen aus dem Stadtzentrum fern zu halten. Bisher lehnte das Land den Bau stets ab. Über die Gründe gibt es zwischen der Stadt und dem Verkehrsministerium in Potsdam Streit. Schwochow kündigte an, von nun an jede Woche einen Brief in die Landeshauptstadt schicken zu wollen, um das Projekt voranzutreiben.

Einwohner fordern Bürgerservice

Einige Rheinsberger berichteten, dass es für sie kaum Möglichkeiten gebe, sich unkompliziert an die Stadtverwaltung zu wenden. Etwa wenn es um Fragen zur Müllbeseitigung oder Ähnlichem gehe. Sie verlangten, dass Rheinsberg eine zen­trale Anlaufstelle für seine Einwohner wie etwa einen Bürgerservice bekommen solle.

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Schwochow verwies auch in dieser Angelegenheit auf die Baustelle in der Seestraße. Erst wenn das neue Rathaus fertig sei, gebe es Platz für einen solchen Bürgerservice. Außerdem müsse die Verwaltung umstrukturiert werden, damit eine effizientere Arbeit möglich sei.

Der Bürgermeister bat allerdings um etwas Geduld, er müsse sich noch in sein Amt einarbeiten. In den nächsten Wochen bleibe daher erstmal alles beim Alten.

Von Jonas Nayda

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