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Altfriesack

Tauchtiefe im Ruppiner Kanal auf 80 Zentimeter gesenkt

Ab Altfriesack dürfen Boote mit einem Tiefgang über 80 Zentimeter in Richtung Berlin nicht mehr fahren.

Ab Altfriesack dürfen Boote mit einem Tiefgang über 80 Zentimeter in Richtung Berlin nicht mehr fahren.

Altfriesack. Für Schiffe mit einem Tiefgang über 80 Zentimeter ist seit der vergangenen Woche Schluss an der Schleuse Altfriesack. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit und der dadurch drastisch gesunkenen Wasserstände in der Region dürfen diese die Ruppiner Wasserstraße ab dem südlichen Ende des Ruppiner Sees bis Oranienburg nicht mehr befahren. Normalerweise gilt dort eine Tauchtiefe zwischen einem und 1,10 Meter. Auch für die Fehrbelliner Straße gilt nun die 80-Zentimeter-Grenze. Dort dürfen sonst Boote bis 90 Zentimeter Tauchtiefe fahren.

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Wasserreserven aufgebraucht

Das Land hat die Einschränkungen ausgerufen, weil die Wasserreserven in den Seenspeichern aufgebraucht sind, erklärt Sprecher des Landesumweltamts. Dass die Reservoirs überhaupt so lange gereicht haben, die Pegel in der Landeswasserstraße über so einen Zeitraum stabil zu halten, lag daran, dass sie bereits seit Juli nur „sparsam und vorausschauend“ angezapft worden seien. „Es ist darüber hinaus gelungen, ungenehmigten Ableitungen von Wasser aus dem Rhin weitgehend zu minimieren“, berichtet Frey.

Begrenzung des Tiefgangs keine Ausnahme

Dass das Land die Tauchtiefe einschränkt, das passiere regelmäßig. „Die Jahre 2016 und 2018 stellen über einen längeren Zeitraum betrachtet keine Ausnahmen dar“, erklärt Frey. Das Landesumweltamt habe auch Erfahrungen aus Vorjahren mit Tiefgangeinschränkungen genutzt, um über die Wasserflaute des diesjährigen Sommers gut hinwegzukommen.

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Schleusenwärter sehen die Einschränkung nicht als Problem

Von Bootsführern, die von der Begrenzung kalt erwischt worden oder gar gestrandet seien, haben die Schleusenwärter in Altfriesack und Alt Ruppin nichts gehört. „Bisher ist das kein Problem bei uns gewesen“, sagt Gabriele Krüger, die an der Schleuse in Alt Ruppin mit vielen Wassertouristen ins Gespräch kommt. Auch Frey geht davon aus, dass die Sperrung die Bootfahrer nicht unvorbereitet getroffen hat.

Die meisten Wassersportler betrifft die Restriktion nicht

Krüger vermutet, dass sich die meisten wegen der Hitze auf ein solches Szenario bereits eingestellt haben. Und dass sie sich rechtzeitig über die Lage im Internet informiert haben. Viele Boote betreffe die Restriktion ohnehin nicht. Schließlich haben die Hausboote so gut wie keinen Tiefgang und auch die normalen Sportboote erreichen selten diese Tiefen. Nur bei den Segelbooten sehe es anders aus. „Aber die bewegen sich sowieso meistens nur auf dem Ruppiner See.“

Bootsvermieter berichtet von enttäuschten Bootsfahrern

Zu einer etwas anderen Einschätzung der Lage kommen die Bootsvermieter in der Region. Zwar seien ihre Boote von der Einschränkung nicht betroffen, weil diese einen Tiefgang zwischen 60 und 70 Zentimeter haben, berichten Thomas Metz und Frank Kindt. „Wir müssen unsere Kunden nur darauf aufmerksam machen, dass sie nicht so dicht an die Uferzone ranfahren dürfen“, sagt Metz, der Hafenmeister im Yachthafen Boat City am Neuruppiner Sonnenufer ist. „Ich hatte aber auch schon Anrufe aus Berlin von enttäuschten Leuten, die eigentlich zu uns kommen wollten und nicht mehr hochkommen“, berichtet Kindt, der den Yachthafen in Wustrau und das Bootshaus in Neuruppin betreibt.

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Von Celina Aniol

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