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Sewekow

Ortsvorsteher erzählt seine Lebensgeschichte

Ichlim. Jeden Monat stellt sich eine andere Persönlichkeit aus der Region den Sewekower Senioren vor. Unter dem Motto „Mein unbekannter Nachbar“ sollen sie so mehr über die Person erfahren. Am Mittwochnachmittag war Sewekows Ortsvorsteher Martin Schäfer an der Reihe. Im Seehotel Ichlim berichtete er, wie seine Frau Heidi in vor über 40 Jahren nach Sewekow gelockt hatte.

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„Viele kennen mich persönlich, aber die Geschichte dahinter nicht“, sagte er. 1956 auf der Insel Rügen geboren, zog er mit seiner Familie noch als Kind nach Mesekenhagen bei Greifswald. Im Kernkraftwerk Lubmin lernte er Maschinist. „Bewerben dafür musste ich mich aber beim Kernkraftwerk in Rheinsberg“, erklärte er.

Damals und heute: In den 70ern war Martin Schäfer das erste Mal mit seiner Jawa in Sewekow.

Damals und heute: In den 70ern war Martin Schäfer das erste Mal mit seiner Jawa in Sewekow.

Dort machte er später seinen Meister und sah in Greifswald erstmals seine heutige Ehefrau Heidi. Die war der Liebe wegen aus der Wittstocker in die Greifswalder Kreisverwaltung gewechselt und nahm mit Martin Schäfer gemeinsam mit dem „Freundschaftszug“ an einer Reise durch die Sowjetunion teil.

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„Nach der Reise ging alles ganz schnell“, berichtete Martin Schäfer. Sie hatte sich von ihrem Mann, er sich von seiner Verlobten getrennt, beide wurden ein Paar und lebten in Greifswald. „Aber wer in Sewekow geboren ist, wird woanders nicht glücklich“, sagte der Ortsvorsteher.

Nach der Wende plötzlich ohne Job

Heidi Schäfer nutzte die Gelegenheit, zurück in die Wittstocker Verwaltung zu kehren und für Martin Schäfer fand sich auch eine Stelle: die des Bürgermeisters in Herzsprung. „Mit 21 Jahren bin ich dort Bürgermeister gewesen“, berichtete er. Sechs Jahre später wechselte Martin Schäfer dann ins Wittstocker Rathaus und blieb dort bis zur Wende Bürgermeister der Dossestadt.

„1990 waren Heidi und ich die ersten Arbeitslosen in Wittstock“, blickte der Ortsvorsteher zurück. Statt zum Arbeitsamt zu gehen, hätten sie sich aber selbstständig gemacht. Mittlerweile lebt die Familie in Sewekow, Martin Schäfer hatte sogar seine Eltern vor 25 Jahren aus Vorpommern nachgeholt. „Für uns ist das alles sehr schön hier. Dafür bin ich dankbar“, betonte Martin Schäfer.

Martin Schäfer erzählte Anekdoten aus seiner Jugend.

Martin Schäfer erzählte Anekdoten aus seiner Jugend.

Für Sewekow engagiert er sich lange Zeit erst als ehrenamtlicher Bürgermeister und seit der Kreisgebietsreform als Ortsvorsteher. Den Ort hat er übrigens schon besucht, bevor er Heidi kannte, wie er berichtete. „Mein Bruder hat als Lehrer in Kuhlmühle gearbeitet und mich in den Ferien mal eingeladen“, sagte Martin Schäfer.

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Mit seinem Jawa-Motorrad sei er dann auch durch Sewekow gefahren. Beim ersten Besuch bei seinen jetzigen Schwiegereltern hatte ihn das Schild „schlechte Straße nach Dranse“ wieder daran erinnert.

Die nächsten unbekannten Nachbarn werden am Mittwoch, 6. März, Kay-Michael Thonack und seine Frau Ellen sein. Sie berichten ab 15 Uhr im Feriengut Sewekow über ihr Leben.

Von Christian Bark

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