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Gegen Rassismus

Aktionswoche für ein weltoffenes Werder geplant

Pfarrer Georg Thimme (Mitte) sprach sich beim Vorbereitungstreffen für die Organisation eines Bürgerdialogs aus.

Pfarrer Georg Thimme (Mitte) sprach sich beim Vorbereitungstreffen für die Organisation eines Bürgerdialogs aus.

Werder. Eine Gruppe engagierter und interessierter Werderaner organisiert gerade eine „Aktionswoche für ein weltoffenes Werder“. Sie soll bereits im September stattfinden und ein Zeichen für eine offene und solidarische Gesellschaft sowie gegen Rassismus, Diskriminierung und Hass setzen. Am Dienstagabend haben sich die etwa 30 Akteure zum ersten Mal im Saal der Heilig-Geist-Kirchengemeinde in der Damaschke-Straße zusammengefunden und Ideen gesammelt. Unter ihnen waren zum Beispiel der Pfarrer Georg Thimme, der Geschäftsführer der Waldorfschule Dieter Dörflinger, Lehrer von Werderaner Schulen sowie Vertreter des Netzwerks Neue Nachbarn und des mobilen Beratungsteams Potsdam. Anstoß für die Aktionswoche gab das Konzert gegen Rassismus im Oktober vorigen Jahres. Georg Thimme und Dieter Dörflinger hatten es initiiert und Hilfe von vielen Seiten bekommen. So zum Beispiel von Gabor Kurusz, der befreundete Bands kontaktiert hatte.

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Getragen von einem breiten Kreis an Initiativen, Kultur- und Bildungseinrichtungen, Unternehmen und einzelnen Werderanern soll das Konzert in diesem Jahr wiederholt und in eine Aktionswoche aus Lesungen, Filmvorführungen, Projekttagen an Schulen und weiteren Veranstaltungen eingebettet werden. Georg Thimme zeigte sich nach dem Treffen zufrieden: "Ich bin sehr beeindruckt, wie groß das Interesse ist und dass so viele Träger dabei sind." Er hofft, dass das Programm bis zu den Sommerferien steht. Um noch Förderungen für Projekte zu bekommen, müssen sich die Akteure strecken. "Wir machen das alle zum ersten Mal. Aber es ist eine große Chance", sagte Georg Thimme. Ziel sei es, in jedem Fall im Gespräch zu bleiben und einen Raum zu schaffen, in dem sich Menschen beteiligen können.

Mo Asumang soll eingeladen werden

Jonas Frykman vom Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit Brandenburg berichtete in einem Impulsvortrag über das „Compact-Magazin“ – ein rechtsgerichtetes und verschwörungsideologisches Blatt, das monatlich erscheint und in Werder produziert wird. Nicht alle Beiträge seien problematisch, aber es handele sich um eine „Wahlkampfmaschine der AfD“, so Jonas Frykman. Ein offizielles Parteiorgan ist das Magazin jedoch nicht. „Das Feindbild Nummer 1 der Zeitschrift ist Angela Merkel“, erklärte der Fachmann. Jürgen Elsässer, der sich im Laufe seiner Karriere als Journalist und Publizist immer mehr dem Rechtsextremismus zuwandte, ist Chefredakteur des Magazins. Die geplante Aktionswoche für ein weltoffenes Werder soll dafür sorgen, dass solche Bewegungen in der Blütenstadt keine Chance haben. Das unterstützt auch die Stadtverwaltung und will sich am Projekt beteiligen.

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Bislang haben sich die Akteure auf die drei Felder Schule, Kultur und Kommunikation geeinigt. In kleineren Gruppen berieten sie am Dienstagabend erste Ideen. Die Lehrer schlugen beispielsweise vor, die ehemalige MTV-Moderatorin Mo Asumang einzuladen, die nachdem sie Morddrohungen erhalten hatte, den Film „Die Arier“ produzierte. Die afrodeutsche Filmemacherin begibt sich darin auf die Reise in die Neonazi-Szene Deutschlands.

Außerdem geplant ist eine Toleranz-Hymne zu entwickeln, eine Ausstellung zu zeigen sowie Kommunikationstrainings und einen Bürgerdialog anzubieten. Das große Konzert ist für Sonnabend, den 8. September, geplant.

Von Luise Fröhlich

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