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Mittelmark

Giftige Gase bei Lkw-Brand auf der A 9: Gefahrstoff-Einheit rückt an

Ein Lastzug mit 25 Tonnen Düngemittel ist am Dienstagabend auf der Autobahn zwischen Klein Marzehns und Köselitz in Brand geraten. 130 haupt- und ehrenamtliche Helfer waren sechs Stunden im Einsatz.

Klein Marzehns. Wegen eines brennenden Tanklastzuges musste die A 9 am Dienstagabend an der Landesgrenze nach Sachsen-Anhalt für mehrere Stunden voll gesperrt werden. Letztlich ist der Kraftfahrer mit einem Schock vergleichsweise glimpflich davon gekommen. Die Autobahn wurde um 1 Uhr wieder freigegeben. Das hat die Polizeiinspektion Dessau-Ost bestätigt.

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Wie es heißt, war der 63-Jährige Brummi-Pilot gegen 19.15 Uhr in Richtung Leipzig unterwegs. Zwischen den Anschlussstellen Klein Marzehns und Köselitz soll dann ein Reifen des Sattelzuges in Brand geraten sein.

Die Flammen sprangen auf den Auflieger über. Der Fahrer aus dem sächsischen Borna habe das Gespann noch auf dem Seitenstreifen in der Nähe des Parkplatzes „Rosselquelle“ zum Stehen und sich in Sicherheit bringen können.

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Düngemittel geladen

Gleichwohl war die Situation am Ort des Geschehens höchst gefährlich. Denn geladen hatte der Lastkraftwagen 25 Tonnen Düngemittel, berichtet der Niemegker Amtsbrandmeister Tino Bastian. Die Löschgruppen des Amtes Niemegk rückten 19.30 Uhr zur Brandbekämpfung aus.

Auch die Kameraden in Bad Belzig und Wiesenburg wurden als Verstärkung alarmiert. Die Flammen, die teilweise auch die Böschung neben der Fahrbahn erfassten, waren letztlich zügig unter Kontrolle gebracht.

Eines der Lecks im Kessel des Unfall-Lastzuges.

Eines der Lecks im Kessel des Unfall-Lastzuges.

„Allerdings sind aus dem Behälter nitrose Gase ausgetreten. Sie sind hochgiftig“, berichtet Amtsbrandmeister Tino Bastian. Folgerichtig wurde auch die Gefahrstoff-Einheit des Landkreises Potsdam-Mittelmark angefordert. Deren Messungen bestätigten den Verdacht. Durch den Druck der Hitze waren am Kessel mehrere Lecks entstanden. Sie konnten jedoch von den Spezialisten in ihren grünen Schutzanzügen mit einer speziellen Folie abgedichtet werden. So und dank der langsamen Ausgasung der Ladung konnte die Gefahr letztlich gebannt werden.

Der Sachschaden wird auf rund 50.000 Euro beziffert. Der Anhänger wurde abgeschleppt und wird von der Polizei nicht näher untersucht.

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Sperrung bis 1 Uhr

Wie Bastian berichtet, konnten etwa 130 Einsatzkräfte gegen 1 Uhr nach Hause zurückkehren. Haupt- und ehrenamtliche Kameraden aus beiden Bundesländern hätten gut miteinander kooperiert. Die Kameraden aus Cobbelsdorf leuchteten von der Gegenseite die Unfallstelle aus.

Die Gefahrstoff-Einheit beim Abdichten der Lecks am Kessel.

Die Gefahrstoff-Einheit beim Abdichten der Lecks am Kessel.

„Den routinierten Einsatz der motivierten und gut ausgebildeten Kameraden“ würdigte auch Kreisbrandmeister Jens Heinze aus Treuenbrietzen. Der Einsatz der märkischen Kräfte auf dem Abschnitt sei planmäßig erfolgt, sagte er der MAZ.

Beschwerden aus dem Stau

Die in sozialen Netzwerken aufkommende Kritik, weil sich niemand um die Autofahrer im Stau gekümmert habe, hat er zur Kenntnis genommen. Dies wäre letztlich Aufgabe der Polizei, jene sei mit ihrem Personal zunächst an der Unfallstelle gefordert gewesen.

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Erst vor acht Tagen hatten die Feuerwehrleute aus Niemegk und Umgebung einen ähnlichen Einsatz zu bewältigen. Am 25. November war ein Papier-Transporter auf der Autobahn nach Leipzig zum Raub der Flammen geworden.

Von René Gaffron

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