Wölfin erschossen - Verfahren gegen Geldbuße eingestellt
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Nahe des Bad Belziger Ortsteils Groß Briesen wurde im November 2017 ein Wolf während einer Jagd erschossen.
© Quelle: dpa
Groß Briesen. Das Ermittlungsverfahren gegen einen dänischen Jäger wegen einer erschossenen Wölfin ist gegen eine Geldbuße eingestellt worden. Der Mann habe einen hohen vierstelligen Betrag bezahlt, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Potsdam am Dienstag.
Am 2. November 2017 war die Wölfin bei einer Gesellschaftsjagd in Groß Briesen bei Bad Belzig erschossen worden. Danach hatte der Jagdleiter noch am selben Tag Anzeige gegen den Jäger aus Dänemark erstattet. Veranstalter der Jagd war damals die Landesoberförsterei Bad Belzig.
Auch die Naturschutzorganisation WWF Deutschland wollte seinerzeit Strafanzeige gegen den Jäger stellen. „Jäger haben eine große Verantwortung und müssen sich sicher sein, auf was sie gerade schießen. Es kann nicht sein, dass auf einer Gesellschaftsjagd wie dieser streng geschützte Tierarten abgeschossen werden“, sagte WWF-Referent Moritz Klose nach dem Vorfall der MAZ.
Die Frage, wie ein dänischer Jäger überhaupt in den Wäldern um Bad Belzig aktiv werden konnte, stellte sich bereits kurz nach der Tötung des Wolfes. Das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft äußerte sich dazu nach der Tötung gegenüber der MAZ. Die so genannten Verwaltungsjagden seien neben dem Verkauf von Holz eine der wenigen Einnahmemöglichkeiten für die Landesoberförsterei Bad Belzig. Dass dazu auch Gäste aus dem Ausland kommen, sei nichts Ungewöhnliches
Der Kadaver des Tiers war im November im Auftrag des Landesumweltamtes sichergestellt und verwahrt worden.
Die Staatsanwaltschaft begründete die Einstellung des Verfahrens nun damit, dass der Mann geständig gewesen sei, seine Tat bereue und nicht vorbestraft sei. Eine Strafe war allerdings unumgänglich, denn der Wolf ist in Deutschland eine streng geschützte Tierart.
Von Philip Rißling
MAZ